Machu Picchu – Sportlich auf den Spuren der Inkas

Machu Picchu. Nahezu jeder Südamerika-Traveller hat vor allen Dingen dieses Weltwunder in seinem Reiseplan. Mystisch, historisch und wunderschön. Auch für Sportler und Outdoorbegeisterte sind diese alten Inka-Ruinen oder vielmehr der Weg dorthin ein einzigartiges Erlebnis.
Gleich über etliche, teils schweißtreibende und tagelang dauernden Routen kann man zur auf 2360 Metern gelegenen Bergspitze mitsamt Inkastadt gelangen. Will man den berühmten Inka-Pfad entlangwandern, der am Rio Urumbamba startet, über mehrere Anden-Berge führt und drei Tage in Anspruch nimmt, sollte man mindestens ein halbes Jahr vor der Reise seine Plätze buchen, da nur eine sehr begrenzte Anzahl an Touristen hier zugelassen ist. Diese Erfahrung mussten wir leider machen.
Anfangspunkt Cusco – wundervolle Inka-Hauptstadt
Nahezu alle Touren starten zunächst einmal von Cusco aus, der damaligen Hauptstadt des Inkareichs, die heutzutage eine große Fülle an Sehenswürdigkeiten bietet.
Als wir in Cusco ankamen, hatten wir allerdings noch nichts geplant und waren froh, dass wir überhaupt eine Eintrittskarte für Machu Picchu erhielten, da auch dies aufgrund einer Besucherobergrenze nicht garantiert ist. Wir entschieden uns für einen kürzeren Trip und fuhren mit dem Bus bis an den Rand des Gipfels, wo wir mehrere Stunden durch flaches, dschungelähnliches Gelände entlang einer Zugstrecke wanderten und nachts in Aguas Calientes ankamen, einem Touristen-Örtchen direkt am Aufstieg zu Machu Picchu im Urubambatal gelegen.
30 Minuten? Nur schwer zu schaffen
Dort übernachteten wir dann kurz, mussten um 4 Uhr morgens aber schon wieder aufstehen, um zum Sonnenaufgang auf der Spitze von Machu Picchu zu sein. 1,5 Kilometer lang ist der Anstieg von Aguas Calientes aus, die erste Hälfte legt man noch in kompletter Dunkelheit auf flacherem Terrain hin, der Rest ist purer Treppenlauf.
Auf völlig unterschiedlich großen, steinigen Treppen geht es 400 Meter in die Höhe. „Wer sportlich ist, der schafft den Anstieg in gut 30 Minuten“, meinte ein Guide vor dem Anstieg. Eine gewagte Behauptung. Um 5 Uhr morgens, ohne wirkliches Frühstück, waren wir noch nicht dazu in der Lage, die Distanz im Vollsprint zu absolvieren.
Die Bergspitze im Nebelschleier
Doch wir mühten uns redlich ab, überholten einige andere Menschen am Anstieg, wurden aber unsererseits teilweise von noch schnelleren Treppensteigern eingeholt. Jeder konnte sich die Treppen so einteilen, wie er wollte. Wir schafften es pünktlich, aber erschöpft zur Spitze.
Der Blick, der sich uns dort bot? Mit einem Wort: Nebel! Zu dieser frühen Zeit hingen die Wolken noch komplett über dem Berg und wir befanden uns mitten in einer der Wolken. Diese löste sich dann aber relativ schnell auf und wir bekamen einen Eindruck davon, wie faszinierend schön dieser Ort ist.
Kaum Grenzen für sportliche Wanderer
Das war die Mühe definitiv wert. Wer dieses atemberaubende Weltwunder also sehen will, dem bietet sich auf gleich mehreren Wegen die Möglichkeit.
Die sportliche Herausforderung kennt dabei kaum Grenzen. Abgesehen vom traditionellen Inka-Pfad kann man viele Pfade spontan und ohne Vorbuchung abgehen. Auch hierfür habe ich eine kleine Packliste vorbereitet.

Packliste (Inka-Trail):
Von den meisten Veranstaltern werden Rucksäcke mit Zelt gestellt, ansonsten solltet ihr noch folgendes einpacken:
(Kopf-)Taschenlampe für Wanderungen in der Dunkelheit
gute Wanderschuhe
Funktionskleidung
Sonnencreme
Trinkflasche zum Auffüllen
Toilettenpapier (wer nicht ohne Papier auskommen will)
Kopfbedeckung (Hut)
Schlafsack
evtl. Regenjacke/Regencape in den Monaten November bis März (Regenzeit).
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