Longboarden: Surfen auf Asphalt!


Mit Freude beobachte ich, wie seit einigen Jahren neben Skateboarding auch das Longboard seinen Einzug in die urbanen Trendsportarten hält.
Wer einst mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen gefahren ist macht das mittlerweile mit dem Longboard.
Der Grundstein des Ganzen wurde Ende der 50er in Kalifornien gelegt. Surfer Dudes montierten Räder an ihre Surfbretter, um in den heißen Dürrephasen den Asphalt unsicher zu machen. So war der Vorläufer zum Skateboard geboren. Über die Jahre kamen natürlich etliche Entwicklungen hinzu, bis hin zu den Formen die wir heute kennen.
Typisch für das Longboard sind Brettlängen von 90 bis 150 Zentimeter, große weiche Rollen und ein Deck aus Ahorn bzw. Bambusholz. Je nach Hersteller lassen sich sogar die Flexeigenschaften bestimmen. Oft ist man damit schneller als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, weshalb man immer mehr Longboarder auf den Straßen findet.
Ein besonderes Highlight waren für mich die "Longboard Open", die dieses Jahr zum ersten Mal in Karlsruhe stattfanden. Ein großes Event und Skatecontest von und für die noch überschaubare Longboardszene. Veranstaltet von einer Gruppe aktiver Longboarder, gab es die Möglichkeit sich auszutauschen und einen perfekten Tag im Zeichen des Longboards zu verbringen. Ich war stark beeindruckt von der Vielfalt an Boards, ausgestellt von diversen kleinen Brands, genauso wie von der Teilnehmerzahl. Knapp 400 Leute haben sich zusammengefunden, teilweise aus Belgien, Spanien und Frankreich. Für eine Independent Sportart und Szene ist das eine überragende Leistung. Werbung gab es dafür über das Internet und einschlägige Foren.
Neben jeder Menge guter Laune, Warm ups und Musik gab es auch Contests zu fahren. Der Speedcontest wurde auf einem mehrstöckigen Parkhaus ausgeführt, wo man sich über mehrere Etagen in die Tiefe stürzen konnte. Natürlich habe ich mir es nicht nehmen lassen auch mal die Strecke abzufahren ;)
Gegen Ende des Tages, bereits bei Anbruch der Dunkelheit, gab es noch einen Best Trick Contest mit Preisverleihung und kleinen Goodies. Jeder der sich für Skate- und Longboarding interessiert, sollte unbedingt die Augen offen halten und sich auf das kommende Jahr freuen. Ein weiteres Longboard Open ist bereits in Planung.
Über Plattformen wie Youtube und Vimeo lassen sich wunderschöne Videos finden, die einem das Thema näher bringen. Nebenbei bekommt man perfekte Einblicke in die umfangreiche Szenerie. Natürlich ist die Wahl des richtigen Boards nicht immer die einfachste. Ob zum Cruisen durch die Innenstadt oder für längere Strecken gibt es diverse Modelle und Bauweisen. Am besten man macht sich einen Eindruck und lässt sich von einem Fachmann vor Ort beraten.
Die Szene brodelt und ich bin mir sicher das im kommenden Jahr noch einiges auf uns zukommen wird...
Hier noch einige Tipps für Anfänger die richtig longboarden möchten:
Überlege zuerst wo du dein Board einsetzen willst. Lange Strecken, Innenstadt oder Downhill? Je nach Einsatzgebiet wird es verschiedene Boards geben, die die einzelnen Bereiche abdecken. Beispielsweise lange Bretter für weite Strecken und gemütliches Carving, kurze Bretter mit viel Wendigkeit für die Innenstadt.
 
Mache dir Gedanken zu deiner Sportlichkeit. Longboarden ist unter anderem auch ein Ausdauersport. So setzt sich nachher dein Setup (Rollen, Kugellager etc.) zusammen.
 
Auch wenn in vielen Videos das Ganze wie ein Kinderspiel aussieht, ist Longboarding eine Extremsportart. Protektoren wie Helm, Handschuhe und Kniepads sind daher sehr zu empfehlen.
 
Wenn du andere Sportarten wie Snowboarding oder Surfen betreibst ist Longboarden ein perfekter Ausgleichsport. Man behält im Sommer sein Boardfeeling bei und im Winter lassen sich die Straßen ebenso schön Carven ;)
Bleibt mir nur noch zu sagen,
Roll on Folks
Newsletter