Life Kinetik beim Wintersport – Gehirntrainingsübungen für die Abfahrt

Gehirntraining durch Bewegung – bereits in mehreren Beiträgen habe ich euch über die einzigartigen Möglichkeiten von Life Kinetik berichtet und euch viele Übungen vorgestellt. Dabei wissen viele nicht, dass Deutschlands bester Alpinist einer der absoluten Vorreiter in diesem Trainingsbereich ist. Felix Neureuther schwört seit Jahren auf die positiven Auswirkungen von Life Kinetik und hat sein Trainingsprogramm sogar in einem Buch niedergeschrieben. 

Weil es die Konzentration fördert und die intuitive Reaktion verbessert, spielt Life Kinetik beim Wintersport eine wichtige Rolle.

Ich stelle euch noch ein paar Übungen vor, die euch dabei helfen, die Piste noch schneller, noch besser und noch konzentrierter herunterzujagen. Einer der großen Vorteile von Life Kinetik ist die scheinbare Einfachheit der Aufgabenstellung, so dass viele Übungen problemlos in den Sport eingegliedert werden können. Zwei Beispiele dafür sind der Zungenwirbler und der Grimassenschneider. Beide Übungen können ohne Probleme in voller Ski- oder Snowboardausrüstung durchgeführt werden, egal ob im Lift oder auf der
Piste.

Life Kinetik für zwischendurch

Beim Zungenwirbler sucht ihr euch vier Stellen im Mund aus, die ihr mit der Zunge berühren könnt, die aber in verschiedenen Richtungen liegen. Beispielsweise der obere linke Backenzahn, der untere rechte Backenzahn, der obere Schneidezahn sowie der Gaumen. Jeder Stelle weist ihr eine Zahl von 1 bis 4 zu. Seid ihr mit Partner oder in einer Gruppe unterwegs, bestimmt ihr einen Ansager, der die Zahlen aufruft.


Ihr müsst dann so schnell wie möglich mit der Zunge die Stelle berühren und danach mit der Zunge wieder in die Ausgangssituation zurück. Die Übung klingt sehr simpel, weil die Zunge aber allgemein an so vielen komplexen Bewegungen beteiligt ist, beansprucht sie ein großes Hirnareal. Durch diese Zungenbewegungen gepaart mit Körperbewegungen und kognitiven Aufgaben wird die Bildung neuer Synapsen deutlich begünstigt.

Grimassenschneiden als Gehirntraining

Gleiches gilt für unsere Gesichtszüge, die man in der Übung Grimassenschneider einsetzt. Die Mimik ist ebenfalls ein äußerst komplexer Vorgang im Gehirn. Setzen wir sie gezielt in Verbindung mit anderen Elementen ein, entstehen neue Synapsen.
Die Aufgabe ähnelt dem Zungenwirbler. Wählt euch vier einfache Mimiken aus, zum Beispiel ein Augenzwinkern, die Augenbraue hochziehen oder die Stirn runzeln. Achtet darauf, dass ihr euch auch hier verschiedene Richtungen aussucht.

Tuchwirbel erfordert komplexe Verbindungen

Der Tuchwirbel ist eher eine Übung für die Zeit neben der Piste. Auch diese Übung ist simpel erklärt. Während ihr in der linken Hand ein Tuch oder einen Schal durchgehend kreisend durch die Luft schwingt, werft ihr mit der rechten Hand auf ein Kommando („Jetzt!) einen Ball nach oben.

Wichtig ist, dass ihr das Tuch dabei weiterhin mit der gleichen Geschwindigkeit und Intensität schwingt. Wer kreativ ist, der findet jede Menge Variationen. So kann man den Ball beispielsweise auch auf den Boden prellen, gegen eine Wand werfen oder alle möglichen Wurfformen untereinander kombinieren. Wenn der Ansager beispielsweise „Hund“ ruft, prellt der Ausführende den Ball. Ruft der Ansager „Katze“, dann wirft der Ausführende.

Fazit: Die perfekte Ergänzung zum Wintersport

Wichtig dabei: 

Dem Gehirn sollte nie langweilig werden. Es geht in allen Übungen nicht darum, die Ausführungen so lange zu wiederholen, bis man sie perfekt beherrscht. Vielmehr müsst ihr dem Gehirn bei den einzelnen Aufgaben immer neue Herausforderungen stellen. So stellt ihr immer neue Synapsen her.


Die beschriebenen Übungen eignen sich besonders gut für den Wintersport, weil sie wie der Zungenwirbler und der Grimassenschneider noch während einer Abfahrt, eines Langlaufes beziehungsweise in der Half Pipe ausgeführt werden können oder weil sie wie der Tuchwirbel komplexe Bewegungen erfordern, die auch im Wintersport wichtig sind.

Natürlich sind diese Life Kinetik Übungen nicht nur für Ski, Snowboard, Skilanglauf oder Freeriden geeignet, sondern lassen sich auch auf nahezu jeden anderen Sport übertragen. Einfach ausprobieren!

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