Lebensretter Lawinenairbag-Rucksäcke

Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), Aluschaufel und Lawinensonde gehören seit Jahren zur Standardausrüstung für Freerider, Eiskletterer und Skitouren-Geher und sind für eine effektive und schnelle Kameradenrettung unverzichtbar. Um die individuellen Überlebenschancen im Falle eines Lawinenunglücks zu erhöhen, empfehlen Alpin-Verbände außerdem den Einsatz von Lawinenairbag-Systemen. Damit wird das Risiko einer tödlichen Ganzverschüttung erheblich minimiert und die Bergung durch unverschüttete Kameraden beschleunigt. Somit beträgt laut Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) die Chance, mit einem Luftkissen auf dem Rücken in den Schneemassen zu überleben, 95 Prozent.
Der Müsli-Effekt – größer, höher, schneller
Das Prinzip, auf dem die Lawinenairbag-Technologie basiert, ist bestechend einfach und effektiv: In einer fließenden Masse gleiten die Teilchen nach oben, die relativ zum Gewicht über die größte Oberfläche verfügen. Aus diesem Grund schwimmen in der Müslidose Flocken und Flakes immer oben, wohingegen kleine, schwere Teile wie Nüsse und Saaten sich unten ablagern. Diesen Effekt nutzen alle auf dem Markt erhältlichen Lawinenairbag- und Lawinenball-Systeme.
 
Lawinenairbag-System vs. Lawinenball: ähnliches Prinzip mit unterschiedlicher Wirkung
Lawinenbälle öffnen sich nach Ziehen der Reißleine, die luftgefüllten Lampions werden dann im fließenden Schnee an die Oberfläche sortiert. Die helfenden Kameraden müssen nach Stillstand der Lawine nun einfach der Leine vom Lawinenball zum Verschütteten folgen und können ohne Zeitverzögerung mit der Bergung beginnen. Das SLF attestiert in einem Feldversuch im Winter 2010/11 Airbag-Rucksack-Systemen einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Lawinenball: Anders als dieser vergrößern Airbag-Rucksäcke nach Auslösen des Mechanismus die Oberfläche des Trägers selbst und wirken damit direkt auf dessen Verschüttungstiefe. In allen Versuchsreihen waren auch die Airbags an der Oberfläche der Lawinenablagerung sichtbar und führten gleichzeitig nur zu Teilverschüttungen der Test-Dummies, was die Bergungszeiten im Ernstfall erheblich verkürzt.
 
 
Removable Airbag System (R.A.S.) von MAMMUT

MAMMUT entwickelte mit R.A.S. ein multifunktional einsetzbares Lawinenairbag-System. Mit wenigen Handgriffen lässt es sich entfernen und bei Bedarf in jeden anderen kompatiblen R.A.S. ready-Rucksack einbauen. Die einmalige Anschaffung eines R.A.S. genügt also, um vor Ganzverschüttung sicher zu sein – ganz gleich, ob mit kleinem Gepäck beim Freeriden oder mit größerem bei einer mehrtägigen Skitour. Der Auslösegriff des Systems lässt sich vor Betreten von vermeintlich lawinengefährdetem Terrain leicht freilegen, womit man für eine eventuell abgehende Schneelawine gewappnet ist. Nach der Auslösung füllt sich der Airbag innerhalb von drei Sekunden mit Stickstoff, hält während des Lawinenabgangs den Kopf über der Schneeoberfläche und verhindert aufgrund des hervorragenden Auftriebs eine Komplettverschüttung. Dank der roten Signalfarbe des Airbags ist eine schnelle Lokalisierung des Verschütteten möglich. Die zum R.A.S.-System gehörenden Stahlkartuschen lassen sich leicht ein- und ausbauen und beim Händler problemlos wiederbefüllen.
 
Gutes Equipment ist wichtig, ersetzt aber keine Tourenvorbereitung


Wie gut auch immer die Überlebenschancen dank Sicherheits-Equipment auch sein mögen: Vorbeugen ist immer besser als Schadensbegrenzung. Kein Material der Welt kann eine gute Tourenvorbereitung ersetzen. Wer sein Wissen in Sachen Tourenplanung, Interpretation von Wetter- und Lawinenlageberichten, Kameradenrettung und der Funktionsweise von R.A.S.-Rucksäcken erweitern möchte, der ist bei den Profis der MAMMUT Alpine School in guten Händen: mehr Wissen für mehr Spaß.

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