Laufschuhtest: adidas AdiZero Adios Boost 2

Was ist der perfekte Wettkampfschuh? Welcher Läufer hat sich nicht schon einmal mit dieser Frage beschäftigt? Mit dem AdiZero Adios 2 schien ich diesen gefunden zu haben. Leicht, schnell, auch nach vielen, vielen Kilometern noch ein gutes Gefühl am Fuß – kurzum, ein Schuh, der mich niemals enttäuscht hatte. Gilt das auch für seinen Nachfolger, den Adidas Adidas AdiZero Adios Boost 2? Die Vorfreude jedenfalls ist groß und die Freude bleibt auch nach dem ersten Test. Ein Schuh, der hält, was viele versprechen! Zugegeben, er ist anders als seine Vorgänger – aber das muss ja nicht immer schlecht sein.
Was zeichnet den AdiZero Adios Boost 2 aus?

Gut, die Farbe ist erst einmal gewöhnungsbedürftig. Eigentlich ist er als rot angekündigt, das jedoch ein knalliges – sehr knalliges – Neonrot ist. Geschmackssache, aber mir gefällt’s. Den Optik-Test hat er also schon einmal bestanden. Ob das CoolEver- Obermaterial mit temperaturegulierenden Eigenschaften auch hält, was es verspricht, lässt sich an einem eher kühlen Herbstmorgen schwer beurteilen. Interessant wird dagegen eher, wie sich die Energie rückführende Boost-Zwischensohle auswirkt. Die war bei dem von mir getragenen Vorgänger noch nicht drin. Die Sohle mit Continental-Gummi für optimale Griffigkeit gab es dagegen schon. Knapp 230 Gramm bringt der Schuh auf die Waage. Ein Schuh für Bestzeiten – findet zumindest Hersteller adidas
Was kommt nach dem ersten Mal? Klar, ein zweites Mal, mag man denken. Bei mir ist das noch nicht so wirklich klar. Vor zwei Jahren mit dem Laufen gestartet, gab es bis zum Frühjahr nur ein Ziel: Mein erster Marathon. Den hab ich dann Ende März auch über die Bühne gebracht – mit Schmerzen, Krämpfen, Hauptsache im Ziel. Wie soll es danach aber weitergehen für jemanden, der beruflich stark eingespannt ist, der abends länger arbeiten und deswegen nur morgens trainieren kann – und das auch nicht immer? Klar, wer einmal die Freude am Laufen gewonnen hat, der hört auch so schnell damit nicht auf. Also habe ich mir erst einmal kleine Ziele für das zweite Halbjahr gesetzt. Einen 10-Kilometer-Lauf unter 42 Minuten und einen Halbmarathon unter 1:35 Stunden. Klar, ohne vernünftiges Training geht das nicht – und ohne vernünftigen Wettkampfschuh auch nicht.
Der neue Wettkampfbegleiter
Der Adios Boost 2 soll das nun also sein, nachdem mir der AdiZero Adios 2 so viel Spaß bereitete, mich nie im Stich ließ. Kurzum: Für mich war es der perfekte Wettkampfbegleiter nach längerer Suche. Wie bereits erwähnt ist der Adios Boost 2 ein echtes Leichtgewicht mit knapp 230 Gramm. Er liegt schon mal gut in der Hand. Aber der Schuh soll ja nicht gut in der Hand liegen, sondern gut am Fuß sitzen. Auch das tut er. Das erste Gefühl ist gut. Manche Händler kündigen ihn sogar als perfekten Schuh für alle Böden an. Das kann ich mir jetzt beim besten Willen nicht vorstellen. Aber für meinen ersten Test habe ich mir eine 15 Kilometer lange Strecke rausgesucht, die alles beinhaltet. Viel Straße, schlechte und bessere Feldwege, Waldwege, Steigungen und Bergab-Passagen. Ich will den Schuh auf Herz und Nieren testen.
Nicht unbedingt ein Schuh für alle Fälle
Die ersten Meter sind gewöhnungsbedürftig. Ich kann mich aber daran erinnern, dass das bei dem Vorvorgänger ähnlich war. Vielleicht muss sich dieser Schuh erst an den Fuß anpassen. Denn von Kilometer zu Kilometer fühlt er sich besser an. Leicht und direkt soll er sein und zudem beim Laufen viel Spaß bereiten: So wurde das Werk aus dem Hause mit den drei Streifen angekündigt. Trifft alles zu. Doch kann er das auch wirklich auf allen Untergründen? Der erste Stresstest steht an: Eine Bergab-Passage auf einem Feldweg mit größeren Steinen, uneben. Hier fällt auch gleich der erste Unterschied zum von mir getragenen Vorgänger auf: Im Adios Boost 2 hat man keinen so guten Halt wie in dem anderen Modell. Auf der Straße fällt das kaum auf, hier schon. Die Gefahr, dass der Fuß umknickt scheint größer.


Die Revolution bahnt sich an
Auf dem Ebenen und auf der Straße stellt sich das gute Gefühl aber gleich wieder ein: Der Schuh ist schnell und er vermittelt einen direkten Kontakt. Kein Gefühl, als würde der Fuß beim Aufprall erst einmal in ein weiches Bett fallen. Das ist ein gutes Gefühl – vor allem in die Beinen. Doch was ist eigentlich mit der angekündigten Revolution, der energierückführenden Boost-Zwischensohle, die den Läufer bei jedem Schritt mit endlos viel leichter, schneller Energie versorgen soll? Manche sagen: „Viel Lärm um nichts!“, andere wiederum sind total begeistert. Ich persönlich merke, dass sich der Schuh gut anfühlt, merke auf gerader Strecke aber noch keine Revolution.
Energie am Berg
Anders sieht es da am Berg aus. Hier spielt der Schuh nämlich genau das aus, was er ankündigt. Boost besitzt tausende von kleinen sichtbaren Energiekapseln, die jedes Mal endlos Energie speichern und abgeben, wenn der Fuß auf den Boden trifft. Und das scheint sich insbesondere bei den kleinen Schritten bezahlt zu machen. Die fallen viel leichter. Das mag jetzt Spinnerei sein, aber ich hatte selten so viel Spaß und Energie am Berg. Das ist fast wie hochfliegen – ok, wobei das bei einem Hobbyläufer wie mir natürlich relativ ist. Später zeigt der Schuh dann auf besseren Feld- und Waldwegen, dass er auch da richtig Spaß machen kann. Das Gefühl ist auch nach 15 Kilometern noch gut.
Mein Fazit: Das Versprechen wird gehalten

Er hält, was er verspricht: Das kann man vom AdiZero Adios Boost 2 wahrlich behaupten. Andererseits kann man für 149,95 Euro auch einen guten Wettkampfschuh erwarten. Sollte man zumindest. Zugegeben, da habe ich auch schon andere Erfahrungen gemacht. Wer einen schnellen Wettkampfschuh für die Straße oder gut befestigte Waldwege sucht, wird damit seinen Spaß haben. Ideal für Neutralläufer. Schwächen zeigt er im Gelände. Seine Vorgänger hatten etwas mehr Halt vermittelt. Das ist Geschmackssache. Auf dem Untergrund, für den er gemacht ist, fällt das sicher kaum auf.
Die Boost-Technologie sorgt zusätzlich für richtig viel Spaß beim Laufen, insbesondere bergauf. Wenn man sich nach ein paar Kilometern daran gewöhnt hat, will man den Adios Boost 2 gar nicht mehr ausziehen. Ob er ähnlich robust und langlebig wie seine Vorgänger ist, wird sich zeigen. Er vermittelt großen Spaß beim und am Laufen. Und wenn ein Schuh das schafft, dann hat er sicher schon viel geleistet. Ich bin gespannt, ob sich damit meine Ziele als Hobbyläufer verwirklichen lassen…
 

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 Fotos: Axel Heiter 

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