Langlauf-Legende Björn Daehlie im Interview

Please find the English version below!
Auf seiner Reise durch Deutschland war die norwegische Langlauf-Legende Björn Daehlie zu Gast im Sporthaus. Wir nutzten die Chance und baten Björn Daehlie zum Interview, um mit ihm über sein Leben als Langlauf-Profi und heutzutage zu sprechen.
Am Ende des Artikels findet ihr auch noch eine kleine Bildergalerie vom Besuch des Ausnahmesportlers bei uns im Sporthaus.
Gab es in deiner Zeit als Langlauf-Profi überhaupt Freizeit neben all dem Training?
Ich habe 5-6 Stunden am Tag trainiert, 7 Tage die Woche. Da wird Skifahren einfach Teil deines Lebens. Manchmal habe ich sogar im Urlaub trainiert. Wenn ich an einen See in Norwegen gereist bin, bin ich morgens mit dem Kajak gefahren und am Nachmittag war ich auf Rollski unterwegs. Abends trank man dann gemeinsam mit den Freunden ein Glas Wein.
Heutzutage gehe ich im Sommer viel laufen. Ich habe zwei Hunde, die fit gehalten werden möchten (lacht). Außerdem reise ich gerne. Ich habe ein Haus auf Gran Canaria und bin des öfteren in Italien.
Wo wir gerade vom Training sprechen, hast du spezielle Tipps für den Wettkampftag und das Vorbereitungstraining?
Ohja, da habe ich einige. Zwei Tage vor dem Wettkampf solltet ihr nicht mehr eure härtesten Trainingseinheiten absolvieren, sondern euch eher entspannen, mental vorbereiten und die Ausrüstung testen. Am Wettkampftag selbst habe ich morgens immer viel gegessen, vor allem Haferbrei und Brot. Geht nicht zu früh ins Stadion, sonst macht ihr euch nur verrückt. Wärmt euch nicht zu viel auf, um nicht unnötig Energie zu verschwenden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die richtige Kleidung beim Sport. Wie sehr bist du in die Entwicklung deiner eigenen Kollektion involviert? Hast du ein besonderes Lieblingsstück?
Natürlich bespreche ich am Anfang viel mit den Designern meiner Kollektion und sobald sie ein erstes Muster haben, teste ich es und trainiere darin. So kann ich ihnen Feedback über die Passform und die Materialen geben, ob sie atmungsaktiv genug sind und so weiter. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Gespräch mit den Shops. Hier in Deutschland war ich in 8 Geschäften, um von ihnen Feedback zur Kollektion zu bekommen. Zusätzlich sponsern wir den Norwegischen Skiverband im nächsten Jahr, die Jungs dort können uns natürlich exzellentes Feedback geben.
Ich persönlich mag die "Winner" Hose sehr. Sie sitzt gut und ich trage sie nicht nur zum Langlauf, sondern auch beim Laufen im Frühjahr und Herbst, wenn es sehr kalt ist, und sogar zum Fahrrad fahren!
Wie denkst du über Kinder, die Leistungssport betreiben?
Nun, ich selbst habe zwei Söhne, 16 und 19 Jahre alt. Der Jüngere geht auf ein Ski-Gymnasium, während der Ältere Fußballspieler ist. Meine Antwort ist also: es ist eine gute Sache! Ich denke, Sport hat viele Vorteile und hilft beim Start ins Leben. Man lernt viel, besonders über sich selbst.
Ziehst du es denn vor, es eher beim Hobby zu belassen oder sollte daraus eine Profikarriere werden?
Ich möchte meine Kinder zu nichts drängen. Meine Eltern haben es mir nie befohlen, raus zu gehen und zu trainieren. Also habe ich das auch nicht bei meinen Jungs getan - auch wenn ich es vielleicht ab und zu hätte tun sollen, wir wissen ja, dass Kinder manchmal faul sein können (lacht). Ich denke aber, dass die Motivation von den Kindern selbst kommen sollte.
Wie war das denn bei dir der Fall? Wann und wie hast du zum Langlauf gefunden?
Ich habe mit 3 Jahren mit dem Skifahren angefangen, war allerdings ziemlich schlecht darin. Später habe ich dann mit Skispringen begonnen, hauptsächlich jedoch, weil die anderen Jungs der Nachbarschaft das auch machten. Irgendwann schlugen mir meine Lehrer dann vor, mit dem Langlauf zu beginnen, da ich recht gut in Ausdauersport war. Und es gefiel mir, zudem gibt es auch nicht viel anderes, was man als Junge in Norwegen so tun kann. Außerdem ist es der Nationalsport Norwegens, wie Fußball hier in Deutschland. Also beschloss ich, mich dort an die Spitze zu setzen (lacht).
Wenn du in einem anderen Land als Norwegen geboren wärst, was für Sport hättest du dann betrieben?
Leichtathletik vermutlich. Das zählte schon immer zu meinen Interessen. Ich bin früher sehr viel gelaufen, sowohl auf der Bahn als auch in der Natur.
Vermisst du das Langlaufen im Wettkampf, wenn du Events im Fernsehen siehst?
Manchmal denke ich mir schon, dass ich eigentlich dort sein sollte. Andererseits weiß ich auch, was für ein hartes Leben dahinter steckt und weiß meinen entspannteren Alltag sehr zu schätzen. Doch ab und zu denke ich mir schon: "Mensch, das hat echt Spaß gemacht!"
ENGLISH VERSION
On his tour through Germany, the cross-country skiing legend Björn Daehli visited engelhorn sports in Mannheim. We took the chance to chat with him and get some insights about his life as a professional cross country skier and how things have changed since he has finished his career.
In your life as a professional cross-country skier, was there any free time left apart from all the training?
I trained 5 to 6 hours per day, 7 days a week. So skiing just becomes part of your life. Sometimes you also train during your holidays, even in summer. I often travelled to a Norwegian lake and went kayaking in the morning and roller-skiing in the afternoon. And then I drank a glass of white wine with some friends in the evening, so it was much pretty much a usual holiday.
Nowadays I’m running a lot during summer. I have two dogs and they need to be trained (laughs). And I like to travel a lot. I have a house in Gran Canaria and visit Italy quite often.

Speaking of training, do you have any special tips for the day of a competition and the training leading to it?
Oh yes, I have plenty. The last two days before a competition you should not take your hardest training lessons but rather relax, prepare mentally and test your equipment. On the same day, it’s important to eat right. I was always eating quite a lot in the morning like porridge and bread. Don’t go to the stadium too early, it will only make you nervous. Don’t warm up too much because you would only waste your energy.
Another important aspect is the right sports clothing. How much are you involved in the development of your own collection? Do you have any favourite piece?
Of course I talk a lot with the designers of my collection in the beginning and once they got a first sample, I try and train in it. I give them feedback about the fitting, the fabrics, if it's breathable enough and so on. Another important aspect is the communication with the shops. I've been to 8 shops in Germany now to receive feedback from them as well. Additionally we will be sponsoring the Norwegian Ski Federation next year, so of course these guys can give us excellent feedback as well.
Personally I like the "Winner" pant a lot. It has a great fit and I love to wear it not only for cross-country skiing, but also for running in spring and autumn when it's really cold and even for cycling.
How do you think about children entering competitive sports?
Well, I have two boys, 16 and 19. The younger one is on a ski-gymnasium, the older one is a football player. So my answer is: it's a good thing! I think sports have a lot of benefits; it’s a good start in life. You learn a lot, especially about yourself.
Do you think it’s better to just keep it as a hobby or to even become a professional athlete?
I do not want to push my children. When I started cross-country skiing, I was never asked by my parents to go out and train. So I decided to not ask my children to do it either – even though I sometimes should have, we all know that children can be lazy (laughs). But I think it should be self-motivated.
How and when did you start skiing?
I started skiing when I was 3 years old but I was actually a really bad skier. I started ski jumping because all the other boys in the streets were doing it as well, but I was quite bad as well. Then my teacher recommended me to start cross-country skiing because I had a talent for endurance sports. So yes, I liked it and actually there is not much else to do in Norway when you’re a young boy. And it’s the national sport in Norway, just like football in Germany. So I decided to take it over (laughs).
What if you hadn’t been born in Norway, would you do some other sports?
Yes, I think athletic sports would have been great then. They were also one of my interests. I was running quite a lot on the track and field.
Do you miss competitive cross country skiing when you see competitions on TV?
Well, sometimes I can’t help but think that I should be there. On the other hand I know what kind of hard life it is, so I really like my more relaxed life now. But yes, sometimes I think “Oh well, this has been a lot of fun!”
 
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