Ladies on Tour – Die ultimative Packliste für backpackende Frauen Teil 2


Teil 2: Die Software
Nachdem ich euch im ersten Teil unserer "Ladies on Tour" Reihe alles über die richtige Hardware erzählt, habe, ist heute die Software dran. Es geht um das richtige Outfit beim Backpacken (und ja, das sieht ein wenig anders aus als im Club-Urlaub...).
1. Schicht: Die Unterwäsche
Die richtige Unterwäsche ist das A und O. Mit ihr seid ihr den ganzen Tag in Kontakt und sie bietet die Basis für alles, was ihr sonst noch tragt. Atmungsaktivität ist also ein Muss. Was viele nicht wissen: Tragt ihr ein Baumwollunterhemd, könnt ihr euch das atmungsaktivste Shirt oder die atmungsaktivste Regenjacke kaufen, der Effekt wird gleich Null sein. Denn das Unterhemd wird sich mit Schweiß vollsaugen und die Wirkung aller anderen Schichten mindern. Nasse Baumwolle fühlt sich außerdem sehr kühl auf der Haut an.
Eine schöne Alternative bietet Merinowolle. Sie ist feiner als normale Wolle (was bedeutet, dass sie nicht als kratzig empfunden wird), atmungsaktiv, temperaturausgleichend und last but not least ist sie im Vergleich zu anderer Funktionswäsche aus Kunstfaser geruchsneutral. Lüftet man es über Nacht, kann ein Merinounterhemd mehrere Tage ohne Geruchsbelästigung getragen werden.
Für Damen hat z.B. die Firma Icebreaker die jugendliche Serie „Sprite“auf den Markt gebracht, die Funktionalität und ansprechende Optik wunderbar miteinander verbindet. Und keine Angst bei der Pflege, Merinowolle ist extrem leicht zu handhaben.
2. Schicht
Shirt oder Top
Auch eure zweite Bekleidungsschicht sollte im optimalen Fall wieder aus Funktionsmaterial sein. Wer sich in Merinowolle wohlfühlt, der wird auch hier wieder bei Icebreaker fündig.
Alternativ gibt es jedoch auch wunderbare Blusen aus Funktionsmaterial. Toll sind solche, die euch gleichzeitig Mücken vom Hals halten, wie z.B. die Insect Blocker von Columbia.
Das Fleece
Egal wohin der Weg euch führt, auf frische Temperaturen sollte man immer eingestellt sein. Mein Tipp: Nehmt unbedingt ein Fleece mit auf die Reise. Da Fleecejacken meist aus dickerem Material sind, sind auch die Nähte dicker und somit spürbarer als die eines T-Shirts. Gute Fleeceteile haben daher verlegte Nähte, die nicht genau dort liegen, wo euer Rucksack auf ihnen scheuern würde.
Da das Fleece eine wärmende Schicht ist, nehmt eines mit hohem Kragen oder Kapuze, so seid ihr direkt gegen unangenehme Kälte am Hals und Kopf geschützt. Zu empfehlen sind Powerstretch-Fleece, sie haben eine glatte Seite außen, eine Fleeceseite innen und lassen sich sehr klein verpacken. Funktionell und gleichzeitig hübsch ist z.B. die Powerstretchjacke Matleena von Kaikkialla.
3. Schicht:
Die Regenjacke
Egal ob in Schottland oder Südafrika, überall kann es unerwartete Regeneinbrüche geben. Um sichgegen Nässe zu schützen, ist eine leichte Regenjacke im Rucksack Pflicht. Auch für Damen gibt es hübsche Modelle, die den optimalen Schutz bieten.
Bei einer langen Tour lohnt sich die Investition in eine Membran. Im Vergleich zu den meist etwas preisgünstigeren Beschichtungen, halten Membranen länger und sind gleichzeitig atmungsaktiver.
Die Wassersäule gibt euch Auskunft darüber, wie wasserdicht die Regenjacke ist. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Reißverschlüsse. Sie sollten zum einen in genügender Anzahl vorhanden sein (zum Beispiel unter den Armen in Form von Belüftungsreißverschlüssen) und zum anderen sollten sie versiegelt bzw. durch eine Regenleiste geschützt sein, sonst stellen sie für Regen keine Hürde dar.
Angenehm ist es auch, wenn die Kapuze verstellbar ist, damit ihr sie an eure Kopfform anpassen könnt und somit auch bei stärkerem Wind nicht direkt vom Kopf geweht wird. Wichtig ist neben der Wasserdichtigkeit und der Atmungsaktivität auch die Robustheit der Membran, da bei einer längeren Tour das Material durch den Rucksack strapaziert wird. 3-Lagen-Materialien, wie z.B. die Gore Tex Pro Membran erfüllen die Ansprüche einer längeren Tour meist problemlos.
Die Hose:
Welche Hosen ihr mitnehmt, ist recht stark vom Witterungsgefilde in das ihr reist abhängig. Da ihr platz- und gewichtsparend packen müsst, gehört zur Grundausstattung aber auf jeden Fall eine klassische Wanderhose als Allrounder.
Worauf ihr achten solltet:
Es gilt das gleiche Grundprinzip wie bei der meisten Funktionsbekleidung: In erster Linie sollte die Hose atmungsaktiv und wasserabweisend sein. Wasserdichtigkeit ist nicht zu empfehlen. Solltet ihr in regenreiche Gebiete reisen, nehmt euch lieber noch eine Regenhose mit, denn wenn ihr lange Zeit in einem dichten Gewebe unterwegs seid, wird das Klima innerhalb der Hose recht schnell unangenehm. Toll ist, wenn die Hose schnell trocknet, damit ihr nach unerwarteten Schauern nicht lange in nasser Kleidung unterwegs sein müsst. Praktisch sind auch ein paar Taschen, in denen ihr auf die Schnelle etwas verstauen könnt.
Worauf man Wert legen sollte, wenn man z.B. nach Schottland, Neuseeland oder in andere mückenlastige Gebiete reist, ist stichfestes Gewebe. So kann man verhindern, dass die kleinen Plagegeister einem den Urlaub vermiesen. Tolle Allrounder stellt z.B. die Firma Fjäll Räven her. Die Schnitte für Frauen haben eine super Passform und sind am Beinende offen, sodass sie beim Kauf noch optimal auf eure Länge zugeschneidert werden können. Dem perfekten Sitz steht also auch bei einer Wanderhose –aus Stretch oder mit Stretcheinsatz- nichts im Wege.
Reist ihr in südliche Regionen, empfehlen sich Shorts, als Ergänzung zu derWanderhose. Mückendicht müssen diese natürlich nicht sein, ansonsten sollten sie die Standards erfüllen, die ihr auch bei der Wanderhose anlegt. Optimal ist auch immer ein Material mit UV-Schutz, da ihr die Hose ja meist bei Sonnenschein tragen werdet.
Geht es eher Richtung Norden und ihr rechnet hin und wieder mit Regen, kann eine leichte Regenhose im Gepäck nicht schaden. Achtet auf eine wasserdichte, atmungsaktive Membran und darauf, wie schnell ihr die Hose an- oder ausziehen könnt. Wenn es anfängt zu regnen, wollt ihr die Hose schnell überstreifen ohne dabei eure Schuhe ausziehen zu müssen. Probiert dies beim Kauf ein paar Mal aus. Perfekt sind daher natürlich Reißverschlüsse, die möglichst weit bis übers Knie zu öffnen sind. Ein gutes Einstiegsmodell ist z.B. die Pro-X-Elements Regenhose von Maloja. Die Investition lohnt sich, da ihr die Hose auch toll nach eurer Reise weiterbenutzen könnt. Beim Fahrradfahren ist sie der optimale Begleiter für unerwartete Regengüsse.
Zubehör:
Die Socken:
Hier kommen wir wieder auf unser Lieblingsthema, die Merinowolle, zurück. Auch am Fuß machen sich ihre Eigenschaften positiv bemerkbar. Mittelstark gepolsterte Socken sind perfekt für eine längere Wanderung geeignet, die an etwas kühleren Tagen stattfindet.
Zu empfehlen sind z.B. die „Hike Mid Crew“ von Icebreaker. Für wärmere Tage sollten die Socken atmungsaktiv und komfortabel sein. Durch Dämpfungseffekte erreicht man die optimale Unterstützung der natürlichen Bewegung.
Die Kopfbedeckung: 
Da ihr ja Platz sparen wollt und daher möglichst viele Allrounder einpacken solltet, empfiehlt es sich, ein Schlauchtuch mit UV-Schutz einzupacken. Ihr könnt es als klassische Kopfbedeckung nutzen, als Halstuch, Nackenschutz, Stirnband und und und nutzen. Ein wahrer Verwandlungskünstler also.
Im nächsten und letzten "Ladies on Tour" Artikel erfahrt ihr etwas über die Dinge, die man beim Backpacking nicht uuunbedingt mitnehmen muss, aber kann. Quasi die Dinge, die "nice to have" sind, eventuell akutes Augenverdrehen bei der männlichen Begleitung auslösen und uns zumindest den Hauch einer Lady beim Backpacking verleihen... :-)
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