Kompressionsshirt im Test: Skins A 200


Ich habe es geschafft! Es war ein Kampf, aber ich habe ihn überstanden. Nein, ich rede nicht von einem Halbmarathon-, Marathon-, oder gar Ultramarathonlauf. Auch war es kein Ironman, der mich beinahe an meine Grenzen gebracht hat. Es war das Anziehen eines Shirts!
 
Einstiegsschwierigkeiten
Wer zum ersten Mal versucht, ein Kompressionshirt der Firma Skins anzuziehen, wird sich einem schier übermächtigen Gegner gegenüber sehen. Denn die Kompression, welche die Leistung des Sportlers steigern soll, kommt nicht von ungefähr.
Bis Arme, Kopf und Schultern ihren Weg in die entsprechenden Öffnungen gefunden haben, vergingen bei mir gut und gerne 10 Minuten. Ich muss wie ein Kleinkind ausgesehen haben, das zum ersten Mal ein Kleidungsstück selbst anziehen soll. Zu meiner Verteidigung: Beim zweiten und dritten Mal ging es dann schon deutlich schneller. Soviel zum Einstieg in die Welt der Kompression.
 

Tragekomfort

Wenn das Skins A 200  dann einmal am Oberkörper sitzt, will man es auch gar nicht mehr ausziehen. Der Stoff, den Skins verwendet, schmiegt sich angenehm an den Körper und scheuert zumindest an meinem Oberkörper an keiner Stelle. Der Feuchtigkeitstransport des Materials liegt in jedem Fall im oberen Viertel dessen, was ich bisher bei Textilien erlebt habe. Auch ohne Kompression würde ich ein solches Shirt immer wieder gerne aus meinem Schrank holen.
 

Aber nun zu des Pudels Kern: die Kompressionswirkung.
Wie gewollt sitzt das Shirt straff am Oberkörper. Auch meine doch relativ schmalen Läuferarme- und Schultern werden fest an Ort und Stelle gehalten. Es fühlt sich angenehm an. Einzig der Bund am Abschluss des Armes sitzt sehr straff. Störend ist das beim Laufen nicht. Der Bund am Bauchabschluss ist wie auch am Arm mit einer Gummierung versehen, sodass das Shirt nicht verrutscht. Nur einmal ist mir das Shirt beim Laufen ein wenig am Bauch verrutscht, was aber auch auf das gute Mensaessen an diesem Tag zurückzuführen gewesen sein könnte.
 
Verbesserte Körperhaltung
Dass ich durch das Shirt eine bessere Leistung beim Laufen erreichen konnte, wage ich zu bezweifeln. Angenehm ist aber in jedem Fall die deutlich bessere Körperhaltung. Das Shirt „drückt“ einen gewissermaßen in eine vernünftige Haltung und hält einen dort, ohne dass es anstrengend wird. Und so leistet es doch einen Beitrag zu einem effektiveren Lauf.
 
Ideal für kraftintensiven Sport
Einen Effekt konnte ich aber deutlich spüren, als ich im Fitnessstudio ein paar klassische Kraftübungen mit dem Shirt durchgeführt habe. Wenn beim Bizep-Curl und beim Rudern der Oberkörper Höchstleistungen vollbringt, dann bewirkt das Shirt wirklich eine Art Leistungsreserve. Es geht einfach immer noch ein bisschen mehr.
Was mir besonders positiv auffiel: Meine Schlaghand beim Tennis hat bereits den ein oder anderen „Beinahe-Tennisarm“ miterlebt, was gerade an deren Trizeps doch eine Schwachstelle hinterlassen hat. Hier merkte ich normalerweise schnell ein Ziehen und Pochen, was ein intensiveres Schwimmen oder Krafttraining verhinderte. Die Kompression an dieser Stelle scheint das Ganze zu unterbinden.
Auch die Ermüdung der Muskeln fiel subjektiv geringer aus. Für diesen Zweck möchte ich auf das Shirt keinesfalls mehr verzichten.
 
Mein Fazit
Ich kann durchaus nachvollziehen, wenn Rugbyspieler diese Shirts nicht mehr hergeben wollen. Bei derart kraft- und körperkontaktintensiven Sportarten wirkt das A 200 sicher Wunder.
Als reiner Ausdauersportler profitiert man von einem sehr guten Feuchtigkeitstransport, einem angenehmen Tragegefühl und einer Unterstützung bei einer geraden Haltung.
Das ist auch den anfangs gewöhnungsbedürftigen Kampf gegen ein Stück Stoff wert.
 
P.S.: Und ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich sage, dass das nach einem langen Lauf nasse Shirt noch viel mehr Verrenkungen beim Ausziehen verursacht. Am besten also gar nicht mehr ausziehen und weiterlaufen.
 
In diesem Sinne: Keep on running!
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