Klettersteigen im UNESCO Welterbe „Oberes Mittelrheintal“

Alljährlich treffe ich mich mit Freunden, um eine Mehrtageswanderung zu unternehmen. So auch dieses Frühjahr: Der Rheinsteig, der auf der rechtsrheinischen Seite durch das UNESCO Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ führt, war das Ziel. Nahe der Stadt Filsen macht der Rhein eine besonders markante Kurve und gibt den Blick auf die gegenüberliegende Stadt Boppard frei. Aus der Ferne fiel mir ein Sessellift auf, der mein Interesse weckte. Wieder zu Hause machte ich mich im Internet kundig und lernte die sportlichen Möglichkeiten von Boppard kennen. Zum einen gibt es dort den Klettersteig und zum anderen die Downhillstrecke im Bikepark Boppard. Für mich war klar – das muss ich ausprobieren. Gesagt, getan – das Rad und das Klettersteig-Equipment wurden ins Auto geladen und auf ging es nach Boppard.
Klettersteigen am Rhein
Der Einstieg zum Klettersteig ist leicht gefunden. Er beginnt kurz über dem Sessellift. Ausreichend Parkplätze

sind vorhanden und Hinweistafeln verschaffen einen guten Überblick. Mit dem Klettersteiggeschirr im Rucksack geht es los: über einen felsigen Weg bergauf, bis nach ca. 150 m die Einstiegsstelle des Klettersteiges erreicht ist. Dieser ist gut markiert und genügend Platz zum Anlegen des Equipments ist vorhanden. So kann es nach kurzer Zeit losgehen.
Der Steig führt direkt hinab zu einer Leiter, die auf einen schmalen Pfad führt und man merkt: hier waren Alpinisten am Werk. Oberhalb der Weinberge geht es über bis zu 10 m hohen Leitern und Eisenklammern bergauf und bergab, bis man zur ersten Schlüsselstelle gelangt. Hier wird von Neulingen ein wenig Mut verlangt, denn es geht über eine Kante an einer steilen, wenn auch nicht hohen Felswand entlang. Wem das zu viel ist, der findet weiter vorne und auch im gesamten Verlauf der Strecke immer wieder Umgehungswege, bei denen aber die Ausblicke nicht ausbleiben.

Auf zum Ausblick über das Rheintal
Nach weiteren Leiterpassagen und einigen Pfaden gelangt man zur letzten Schlüsselstelle, einem mit Eisentritten ausgestatteten felsigen Stück, das über ca. 30 – 40 m weit nach oben führt. Auch hier ist vorher ein gut markierter Weg zur Umgehung vorhanden. Oben angekommen, laden mehrere Bänke und eine komfortable Liegebank zur Erholung ein und natürlich dazu, die tolle Aussicht über das Rheintal zu genießen. Bis hierhin beträgt die Gehzeit ca. 1,5 Stunden.
Ein einfacher Klettersteig der Kategorie B, der sicher für Erfahrene „Ferraisti“ keinen sportlichen Reiz bietet, dafür aber fantastische Ausblicke auf das UNESCO Welterbe und das Obere Mittelrheintal. Für Einsteiger ist dies ein gelungen gesetzter Steig, der vergleichbar mit einem Ausschnitt eines wirklichen Klettersteiges in den Alpen ist. Hier kann man sich entsprechende Ausrüstung ausleihen und auch einen Führer buchen.
Nach der Rast geht es weiter in ein hinteres Tal und bei ruhiger Atmosphäre auf und ab durch teils mediterranes Gelände immer in Richtung des Restaurants Vierseenblick. Von dort aus beginnt der Abstieg unter dem Sessellift entlang zum Parkplatz.
Doch vor dem Restaurant bekommt man nochmal etwas ganz anderes geboten…. Was genau das ist, erfahrt ihr in Teil 2!

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