Klettersteige Dolomiten: Oskar-Schuster Klettersteig

810 hm, 6,5 Stunden


Talort: Sellapass
Höchster Punkt: 2.958m
Anspruch: mittel
Kondition: hoch
Der Oskar-Schuster Steig ist ein Klassiker unter den Dolomiten Klettersteigen. Er führt auf den Plattkofel, der einzige Gipfel der Langkofelgruppe, der mit einem Klettersteig zu erreichen ist – für die Restlichen muss man sich selbst sichern.
Urige Seilbahn und Wanderung zum Einstieg
Die Tour ist eine Rundtour und beginnt an der Toni-Demetz-Hütte, die man mit einer Seilbahn erreicht. Schon diese Fahrt ist ein Abenteuer, die Seilbahn stammt noch aus dem ersten Weltkrieg, man muss sich zu zweit in die schnuckeligen Gondeln quetschen und sieht durch Ritzen unter sich den Boden vorbeirauschen.


Von der Toni-Demetz-Hütte geht es zunächst bergab zur Langkofelhütte. Auf beiden Hütten kann man übrigens auch übernachten. An der Hütte angekommen biegt man links um die Ecke und läuft eine weitere halbe Stunde bergan, das Schuttkar hinauf, bis zum Einstieg des Klettersteigs. Hier legt man Gurt, Bremse, Helm und Handschuhe an. Der Klettersteig ist fast durchgängig im Schatten, also lieber winddichte Kleidung anbehalten.
Teilweise ungesichert, aber nie sehr schwer
Nach ein paar Metern hören die Sicherungen komischerweise wieder auf und man muss sich ca. 15 min lang selbst weitertasten. Aber keine Sorge, man ist trotzdem auf dem richtigen Weg – immer nach der rot-weißen Markierung Ausschau halten. Nach einer Steilstufe erreicht man einen kleinen Sattel und quert nun zum Plattkofelturm hinüber. Danach geht es mit Hilfe von Trittleitern steil bergauf und zum Schluss noch durch eine Art Kamin, nun wieder ohne Sicherung, bis man auf dem Plattkofel steht. Von hier sieht man Sella, Marmolada, Langkofel und im Osten die Rosengartengruppe.
Langwieriger Abstieg und Umrundung der Langkofel Gruppe


Nun kommt der langwierigste und langweiligste Teil, den man bei Klettersteigtouren oft unterschätzt. Durch den schnellen und steilen Anstieg via Klettersteig macht man schnell einige Höhenmeter, die man später mühsam wieder hinunterlaufen muss. Der Weg führt in Serpentinen auf der Südostseite des Plattkofels hinab und dann den vielbegangenen Friedrich-August-Höhenweg im Süden der Gruppe bis zur Friedrich-August-Hütte. Bis man wieder am Sellajochhaus angelangt ist, kann man vom Gipfel aus ruhig mit 3 Stunden rechnen.
Für mich war der Oskar-Schuster-Steig der zweite Klettersteig in den Dolomiten und wenn man sich nicht von den teilweise ungesicherten Passagen erschrecken lässt, eignet sich dieser Steig auch gut für Einsteiger – am besten schließt ihr euch trotzdem einem erfahreneren Klettersteiggeher an! Trittsicherheit und Schwindelfreiheit versteht sich von selbst.

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