Klettern in Beijing – Tipps und Locations

Als ich 2008 für ein Jahr nach Beijing ging, nahm ich meine Kletterschuhe gar nicht erst mit, da ich nicht davon ausging, dass man in Peking oder drum herum irgendwie klettern konnte. Umso erstaunter war ich, als ich mitten in einem der beliebtesten Parks von Beijing, dem Ritan Park, eine künstliche Outdoor-Kletterwand fand – mir kam das vor wie eine Fata Morgana. Mittlerweile gibt es in China eine sehr große Gemeinde von Kletterern, diverse Kletterlocations und auch eine Facebook Gruppe.
Kletterhallen in Beijing
Die größte Kletterhalle in Beijing, die erst 2008 eröffnete, ist die O‘le Kletterhalle im Osten der Stadt. Hier trainieren die Besten der Stadt und es finden regelmäßige Wettkämpfe statt. Es gibt eine 12,50m hohe Kletterwand und einen separaten Boulderbereich, der Eintritt kostet ca. 6 € - für chinesische Verhältnisse doch recht teuer. Als diese Halle damals eröffnet wurde, war das für alle Kletterer ein Mekka in Peking. Was hierzulande absoluter Standard ist, war damals etwas wirklich Außergewöhnliches. Auch die Klettergemeinde hatte endlich einen Ort zum Treffen, neue Leute stießen hinzu und seitdem ist sie um ein Vielfaches gewachsen.

Als Alternative draußen eignet sich die Wand im bereits erwähnten Ritan Park, der etwas zentraler in der Stadt liegt. Hier kann man sich auch von „Angestellten“ sichern lassen, man kann also auch ohne Partner klettern gehen. Schuhe ausleihen ist kein Problem, kostet ca. 1 €, der Eintritt kostet rund 4 €. Man sollte sich aber nicht von den teilweise ausbrechenden Griffen und knarrenden Wandabschnitten irritieren lassen.
Klettern am Fels rund um Beijing
Ca. 2 Stunden außerhalb von Beijing Richtung Norden sind die Berge, in denen auch die Große Mauer verläuft. Auch wenn man sie aufgrund des Smogs in der Stadt nur selten sieht, sind sie recht einfach und schnell für ein Wochenende zu erreichen. Von Frühjahr bis Herbst kann man hier klettern und wir sind im heißen Sommer 2008 einige Wochenenden hinausgefahren, wenn uns die überhitzte und überfüllte Stadt zu viel wurde. Hier sind mittlerweile einige Kletterfelsen erschlossen, vor allem in der Gegend rund um Miyun. Man fährt mit dem Bus von Beijing aus nach Miyun und nimmt sich dann ein Taxi zu den Gebieten. Am bekanntesten ist die Baihe Gegend, hier findet man Topos und Beschreibungen dazu.


Dort gibt es auch einige kleine Gasthäuser, wo man günstig schlafen kann und sich abends die Klettergrüppchen treffen, um Spieße („chuan’r“), chinesisches Bier und das ein oder andere Kartenspiel zu genießen. Wir ergänzten unsere Speisekarte teilweise noch mit Brezen aus der deutschen Bäckerei in Peking und dem ein oder anderen ausländischen Snack. Im Herbst ist die Gegend besonders schön, wenn Kürbisse, Mais und Knoblauch in den Bauerndörfern zum Trocknen in die Sonne gelegt werden.


Sidu ist eine weitere Klettergegend im Südosten Beijings, wo ich allerdings selbst noch nicht war. Der Beijing Climbers Club bietet ebenfalls viele Infos auf der Seite, und bietet auch organisierte Klettertrips an.
Klettern in Beijing ist also keine Seltenheit, sondern eine super Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und der stickigen Stadt zu entkommen. Ob Anfänger oder bereits erfahrener Kletterer, es gibt für jeden Optionen hier.
 
Bilder: Helen Vatter

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