Klettern für Anfänger: Climb up your life!


Hoch hinaus! Mein Leitsatz für den nächsten Testsport: Klettern für Anfänger! Also ab in die Kletterhalle mit meiner Bergführerin Anja aus der Bergsportabteilung im 4.OG. Kaum angekommen, habe ich schon den geliehenen Klettergurt und die Schuhe an und stehe vor der ersten Wand. Anja zeigt mir, wie man einen doppelten Achterknoten macht, damit ich auch gut gesichert bin und dann kann es schon losgehen. Noch ist alles schön bunt vor mir, mit vielen verschiedenen Griffen, die zur Auswahl stehen. Doch auch diese Route ist schon mit einer 2 ausgezeichnet. Wo bleibt denn die 1? Sollte man bei einer Kletterschwierigkeitsskala von 1 bis 12 nicht lieber bei der 1 beginnen?! Doch auch trotz der Schwierigkeitsstufe 2 könnte man diese Wand als Kinderroute bezeichnen. Grundsätzlich genau das Richtige für mich! Kinderleicht ist sie auch und nach ein paar Minuten bin ich schon oben angekommen, kann mich in den Gurt setzen und langsam den Weg nach unten an“treten“.
 
Auf zu neuen Höhen
Nachdem die Kinderwand bewältigt ist und ich Anja beim Klettern bewundert habe, ist es Zeit für eine „richtige“ Route. Bei ihr sah das doch ziemlich einfach aus bei der 7er Wand, dann schaff ich doch auch eine 3-er Route. Schuhe wieder an, die sind schließlich doch ein wenig zu eng für das Warten zwischendrin, es kann weitergehen. Dieses Mal versuche ich mich allein am Sicherungsknoten. Seil nehmen, einen Meter nach unten frei hängen lassen, eine Schleife formen und dann geht das Krokodil einmal drum herum und springt in den Teich! Die erste Acht ist geschafft. Jetzt das lose Seil durch den Gurt und der Acht wieder folgen und der doppelte Achterknoten sollte dabei rauskommen. Sollte! Irgendwie sah das vorhin bei Anja ein wenig anders aus. Also alles wieder auf und dieses Mal dem richtigen Teil des Seils gefolgt. Geht doch!
Der Blick geht nach oben, 10 Meter sind zu bewältigen. Die ersten Meter sind schnell und leicht geklettert, auch trotz des höheren Schwierigkeitsgrads und der Einschränkung, dass ich nur die grauen Griffe benutzen darf.
 
Ein halber Meter freier Fall
Noch funktioniert alles, doch dann auf einmal ca. bei Meter 7 rutsche ich ab und freue mich spontan riesig, dass ich den doppelten Achterknoten doch nochmal überprüft und neu gemacht habe. Aus dem Nichts einfach einen halben Meter nach unten zu fallen, ist schon ein seltsames Gefühl. Danach bin ich auch erst einmal ein wenig zittrig auf den Beinen, aber davon lasse ich mich nicht entmutigen und klettere noch die letzten 3,5 Meter zum Ziel. Oben angekommen, schaue ich nach unten und bin einfach nur glücklich. Glücklich, dass ich es geschafft habe und dass ich nicht aufgegeben habe!
 

Zeit für eine kleine Pause beim Klettern besonders für Anfänger. Lieber schnell meine Kamera holen und Fotos von Anja in Action machen. Bei ihr sieht es so einfach aus. Man könnte denken, dass sie schon als Kind mit dem Klettern angefangen hat, so wendig flitzt sie die Wand hoch. Doch auch sie klettert erst seit ein paar Jahren und ist tatsächlich durch engelhorn sports dazu gekommen, wenn auch indirekt: Sie lief am Sporthaus vorbei und hat beim Vorbeigehen gesehen, dass dort ein paar Leute an der großen Kletterwand hingen. Also Rückwärtsgang beim Laufen eingelegt und rein. Sie konnte ihre Augen gar nicht mehr abwenden und dachte sich „das muss ich auch versuchen!“ Ein paar Jahre später hat sie dann auch bei engelhorn sports angefangen zu arbeiten, Zufälle gibt’s!
 
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
Genug Pause gemacht. Übung macht den Meister, also an die nächste Wand. Dieses Mal mit kleinem Überhang, damit mir auch nicht langweilig wird. In diesem Moment kommt rechts neben mir ein Kletterer runter und ich stelle fest: Das Sprichwort stimmt doch nicht, da ist ein Meister neben mir vom Himmel gefallen!
Auch dieses Mal gelingt es mir leider nicht, die Route auf Anhieb zu bewältigen. Ich falle ein paar Mal in den Gurt, aber zum Glück bin ich gut gesichert und so ein bisschen freier Fall macht auch Spaß! Inzwischen lerne ich, Pausen zu machen, „Zu!“ zu rufen damit der Sicherer anzieht, sodass ich in Ruhe die Hände ausschütteln und mich beruhigen kann, falls mein Daumen wieder einen Krampf bekommt. Nach einer Weile komme ich wieder oben an, und das Gefühl ist einfach überwältigend! Man schaut nach unten und weiß, man hat etwas erreicht!
 

Schnupperklettern im Sporthaus
Falls ihr euch auch am Klettern für Anfänger versuchen wollt, kommt doch einfach mal im Sporthaus vorbei. Jeden ersten Montag im Monat findet dort das Schnupperklettern an der großen Kletterwand statt. Für die erfahrenen Kletterer steht die Kletterwand öfter bereit, meldet euch dafür einfach kurz im 4.OG in der Bergsportabteilung an.
Newsletter