Kinvara 3 - Testbericht: Aller guten Dinge sind drei


Es existiert die ungeschriebene Regel, dass 90 % der Fortsetzungen immer hinter den Erstlingswerken zurückbleiben. Egal ob Romane, Filme oder andere Machwerke. Mit der Anzahl an Fortsetzungen, schwindet meist die Qualität.
 
Alles neu?
Also hatte ich Angst. Einer meiner jüngsten, aber auch liebsten Begleiter sollte „umgebaut“ werden. Einer der wenigen Schuhe, die ich seit dem ersten Modell laufen und lieben gelernt habe, sollte jetzt schöner und besser werden. Den ersten Umbau zum „Kinvara 2“ hatte ich ohne weiteres überlebt.
Dieser Umbau hielt sich aber auch in Grenzen. Aber jetzt: neues Obermaterial, neue Sohle, neu, neu, neu...
Mir lief der Angstschweiß die Stirn hinunter, angesichts der Ankündigung von Saucony, den „Kinvara 3“ mehr oder weniger komplett zu überarbeiten. Würde auch die dritte Generation „mein Schuh“ bleiben?
 
Optik
Mit einer Mischung aus Vorfreude und purer Panik öffnete ich den Karton, nur um eines festzustellen: Optisch ist sich Saucony auch mit dem „Kinvara 3“ treu geblieben. Neongelbes Mesh weicht, je weiter man sich der Ferse nähert, einem soliden Schwarz. Sieht schnell aus, sieht leicht aus. Also alles beim Alten. Puh, teilweises Aufatmen.
 
Gewicht
Beim ersten Anheben des Schmuckstückes - was mich ein wenig an den „König der Löwen“ erinnert - gleich die nächste Erleichterung: Der Schuh ist immer noch leicht! Nun musste sich der neugeborene „König der Laufschuhe“ nur noch auf der Straße beweisen. Ich war gespannt.
 
 

Meine Erfahrung nach den ersten Läufen
 
Es sind ein paar Wochen ins Land und ein paar Kilometer in den „Kinvara 3“ gegangen. Vom lockeren Dauerlauf bis zur harten Tempoeinheit war alles dabei. Gelangweilte Waden da draußen, nehmt euch in Acht. Der Kinvara ist immer noch der Kinvara und bringt euch mit seiner 4mm-Sprengung zum Glühen. Insoweit hat sich nichts verändert.
 
 
 
 
Stabilität
Das neue Obermaterial verhält sich unauffällig. Es wirkt etwas stabiler als die Vorgänger, die aus mehreren Schichten bestanden, und bietet – gefühlt - einen Tick mehr Halt. Die Fersenpartie ist meiner Ansicht nach einen Tick flexibler, aber dadurch nicht weniger stabil geworden. Sitzt die Ferse einmal an Ort und Stelle, bewegt sie sich nur noch, wenn sie es auch soll. Insgesamt sitzt der Schuh wie angegossen. Das neue Obermaterial ist gelungen. Meine Ängste waren unbegründet.
 
Verbesserte Sohle
Nun zur Sohle: Die Ferse hat Saucony komplett umgestaltet und dabei mehrere Elemente an die Außenseite gesetzt. Dies wirkt beim Abrollen geschmeidiger. Wichtigstes Umbauelement ist meiner Ansicht nach aber die „eingebaute“ Verstärkung der Sohle durch ein Karbongummi-Element im Bereich des Mittelfußes. Hier, wo der Mittelfuß-Läufer aufsetzte, lag bisher das große Manko des Kinvara. Diese Stelle war in kürzester Zeit „abgelaufen“.
 

 
Jetzt wartet hier besagtes Element und leitet einerseits den Abrollvorgang sanft ein und erhöht die Lebensdauer dieser Stelle drastisch. DAS war eine kluge Weiterentwicklung. Im Vorfußbereich wurde ein robusteres Gummi verwendet, was auch nochmal ein paar mehr Kilometer verkraften soll. Gute Sache! Etwas fester fühlt sich der Gute im Vorfußbereich an. Immer noch lädt er zu flotten Läufen auf Mittel- und Vorfuß ein. Immer noch arbeiten die Unterschenkel auf Hochtouren, wenn sie in dieser Rakete auf die Laufstrecke gehen.
 
Ende gut, alles gut
Ich hatte Glück: eine Fortsetzung, die das Original tatsächlich übertrifft! Eine Seltenheit in allen Bereichen. Der „Kinvara 3“ lässt mein Läuferherz höher schlagen. Aller guten Dinge sind scheinbar doch drei! Nicht vergessen, die Waden nach einer Tour mit dem Kinvara 3 entsprechend zu hegen. Die Jungs müssen ganz schon arbeiten und verdienen danach eine Runde Pflege in Form von Dehnen, Lockern, etc.
 
In diesem Sinne: Find your strong!
....äh, ....ich meine: Keep on running!
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