Im Test: Trailrunning-Schuh Salomon S-Lab Sense


Seit Anfang des Jahres gibt es den Salomon S-Lab Sense im Sortiment von engelhorn sports. Es handelt sich dabei um einen äußerst leichten Trailrunning-Wettkampfschuh des französischen Herstellers und Trailrunning-Spezialisten Salomon. Der sehr flache Wettkampfschuh wurde in Zusammenarbeit mit Kilian Jornet, einem von Salomon gesponserten Trailrunning-Ausnahmeathleten, entwickelt und erscheint in limitierter Auflage.
Der S-Lab Sense stellt durch sein äußerst geringes Gewicht und die sehr flache Bauweise eine Innovation im Trailrunning-Bereich dar und richtet sich insbesondere an ambitionierte Läufer und Trailrunning-Profis. Obwohl ich bereits einen leichten Trailrunning-Schuh besitze, stand für mich fest: Ich wollte diesen Schuh!
Gewicht und Optik
Beim Auspacken fällt zunächst das sehr leichte Gewicht des Schuhs auf. Der S-Lab Sense ist der leichteste von Salomon hergestellte Wettkampfschuh mit einem Gewicht von lediglich 195 g (Herstellerangabe in UK 8,5). Der S-Lab Sense stellt damit eine absolute Innovation im Schuhsortiment der Marke Salomon dar, welche bisher doch vergleichsweise schwerere Trailrunning-Schuhe angeboten hat. Der Schuh ist in den Farben Rot und Weiß gehalten und verfügt über das typische Salomon Trailrunning-Schnellschnürsystem Quicklace™.
Passform, Laufverhalten und Zielgruppe
Die Passform bei der ersten Anprobe ist äußerst gut, der S-Lab Sense sitzt prima am Fuß. Endofit™, eine interne Passformhülle des S-Lab Sense, die ebenfalls bei weiteren Modellen von Salomon wie beispielsweise dem S-Lab Ultra oder dem Sense Mantra eingesetzt wird, umschließt den Fuß des Athleten genau an den richtigen Stellen und verbessert Feedback und Fußumhüllung. Noch bevor ich die Quicklaces schließe, habe ich das Gefühl, dass der Schuh nahezu perfekt am Fuß sitzt.
Der S-Lab Sense ist, was die Sohle betrifft, sehr flach gebaut (Mittelsohlenhöhe 9mm/13mm) und hat eine Sprengung von 4mm. Er ermöglicht dem Athleten somit ein aktives Vorfußlaufen.
Wie eingangs bereits erwähnt, richtet sich der S-Lab Sense von der Zielgruppe her an ambitionierte Läufer und erfahrene Trailrunning-Profis. Ein zügiger, effizienter Laufstil über Mittel- bis Vorfuß, keinerlei Fehlstellungen sowie ein geringes Körpergewicht sind dabei wichtige Voraussetzungen, um unnötige Verletzungen zu vermeiden. Somit ist der S-Lab Sense als potentieller Laufschuh keinesfalls für jedermann geeignet, sondern richtet sich an einen sehr speziellen und eingeschränkten Adressatenkreis.
Testläufe auf befestigten Strecken

Meinen ersten ca. 10 km Testlauf mit den neuen S-Lab Sense absolviere ich im Neckarauer Wald (oder besser „Wäldchen“). Auf überwiegend befestigten Waldwegen bewege ich mich eigentlich nicht unbedingt im idealen Testgelände, um die Qualitäten dieses Schuhs auszuloten. Allerdings läuft sich der S-Lab Sense hier ausgesprochen gut. Durch die Contragrip® Außensohle bietet er auch auf matschigem Untergrund einen relativ guten Halt.
Ca. 2 km müssen zunächst auf der Straße zurückgelegt werden, bevor ich den Waldrand erreiche. Im Gegensatz zu anderen Trailrunning-Schuhen empfinde ich die Laufeigenschaften des S-Lab Sense auf Asphalt als sehr angenehm. Lediglich ein leichtes „Klappern“ beim Laufen, welches vermutlich auf die flexible im Vorfuß verbaute Schutzplatte zurückzuführen ist, trübt das Lauferlebnis minimal.
Für sein geringes Gewicht bietet der S-Lab Sense relativ gute Dämpfungseigenschaften und Stabilität. Die flache Bauweise dieses Rennschuhs ist beim Laufen jedoch deutlich spürbar. Wie Kilian Jornet mit diesem Schuh Distanzen von 106 Meilen wie beispielsweise den Ultramarathon am Mont Blanc ohne größere Probleme bestreitet, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Dies zeigt dann wohl doch das einzigartige Talent dieses Topathleten. Strecken bis zur Marathondistanz kann ich mir persönlich mit dem S-Lab Sense nur bei einem sehr guten Trainingszustand vorstellen.


Testläufe auf Trails

Ich verlasse den Waldweg und wechsle auf einen kleineren Trampelpfad. Dieser Untergrund wird diesem Trailrunning-Schuh dann schon deutlich mehr gerecht und der Dauerlauf macht nun auch richtig Spaß. Auch bei weiteren längeren Testläufen bestätigt sich mein erster, sehr positiver Gesamteindruck. Der Schuh vermittelt ein sehr direktes Laufgefühl. Auch auf Rasen überzeugen die Laufeigenschaften des S-Lab Sense, lediglich auf extrem matschigen Untergrund zeigen sich leichte Schwächen. Durch den sehr minimalistischen Aufbau wird es teilweise etwas rutschig. Die besonderen Vorteile des S-Lab Sense liegen also ganz klar mehr auf trockenem Untergrund.
Bei welchem Trailrunning-Wettbewerb ich mit dem S-Lab Sense erstmals antreten werde, steht bisher noch nicht ganz fest. Für das Frühjahr sind bisher nur Straßenrennen eingeplant. Im Herbst werde ich aber ganz sicher einen Trail-Lauf einstreuen, entweder den Pfalz Trail, wieder über die halbe Distanz, oder den Heidelberger Trail Marathon (eventuell auch beide). Natürlich mit dem S-Lab Sense am Fuß!
Lebensdauer
Nach einem bisher äußerst zufriedenstellenden Test ist auf einen nicht ganz unerheblichen Makel hinzuweisen. Durch die äußerst leichtgewichtigen Materialen, die bei der Entwicklung des S-Lab Sense verbaut wurden, kommt es zu einer relativ raschen Materialermüdung. Der Hersteller Salomon beziffert die Km-Laufleistung des S-Lab Sense auf etwa 200km. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass unter Umständen vielleicht noch 100-200km mehr Laufleistung möglich sind. Bleibt zu hoffen, dass durch Forschung und Weiterentwicklung der Materialien, die Lebensdauer der Nachfolgemodelle verbessert werden kann. Allerdings ist der S-Lab Sense sicherlich auch kein Laufschuh für jeden Tag, sondern eher etwas für spezielle Anlässe.
Mein Fazit
Zusammenfassend komme ich zu einem sehr positiven Testurteil, was die Laufeigenschaften und das äußerst geringe Gewicht dieses sehr innovativen Trailrunning-Schuhs aus dem Hause Salomon angeht. Der Kaufpreis von 199,95 € ist allerdings für meinen Geschmack doch ziemlich hoch angesetzt, insbesondere wenn die Langlebigkeit (oder besser gesagt die kurze Lebensdauer) des S-Lab Sense berücksichtigt wird. Hier muss jeder selbst wissen, wie viel er bereit ist, auszugeben. Ich kann diesen innovativen Trailrunning-Schuh auf jeden Fall weiterempfehlen und freue mich schon auf den ersten Wettkampf mit dem S-Lab Sense am Fuß.
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