Im Test: Freesride Ski “Armada JJ” 185cm

Als mich kürzlich die engelhorn sports Skiabteilung anrief und mir den Freerideski „Armada JJ“ zum Test anbot, war ich ziemlich gespannt. Zum einen hatte ich noch nie das Vergnügen, einen Armada Ski zu fahren, und zum anderen hatte ich bisher

nur das Beste über das Aushängeschild der Serie gehört und gelesen. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Letztes Wochenende war ich mit zwei Freunden, Ralf und Mäsu, zum Freeriden in der Schweiz unterwegs. Donnerstags fragte ich den „Armada JJ“ samt Tourenbindung an und freitags hielt ich das gute Stück schon fertig montiert in den Händen.
Das Testgebiet – eine Perle
Um die Bretter auf Herz und Nieren zu testen, musste nicht nur ein Gebiet mit Tiefschneegarantie, sondern auch mit „First Lines“-Garantie gefunden werden. Den ultimativen Tipp bekamen wir schließlich von Mäsu, der in der Schweiz lebt: Ein Sessellift in der Nähe von Luzern, der insgesamt nur 20 Sessel besitzt und keine Pisten unter sich hat. Außer uns waren höchstens 15 Leute, mit ähnlichem Equipment ausgestattet, dort anzutreffen – so konnte der Test starten…
Rocker und trotzdem Camber


In den letzten Jahren hat sich vor allem für Freerideski das Rocker Konzept durchgesetzt. Rocker bedeutet, der Ski ist vorne und hinten früher aufgebogen und ermöglicht ein leichteres Aufschwimmen im Tiefschnee. Um nun auch auf der Piste Fahrvergnügen zu garantieren, wurde auf die klassische Camber Technologie nicht verzichtet. Der „ Armada JJ“ ist nach diesem Prinzip aufgebaut und beweist, dass sich diese Technologie bewährt. Er kommt durch den Rocker so einfach aus dem Schnee, dass schon bei geringer Geschwindigkeit der Freeride-Spaß beginnen kann. Zusätzlich gibt der klassische Camber den nötigen Pop, um ihn abheben zu lassen und somit sind auch Freestyle Tricks im Powder möglich.
Der Shape mit den fünf Maßen (126-136-115-133-123 mm)
Ein Ski wird üblicherweise mit den folgenden drei Maßen abgemessen: Vorderbreite – Mittelbreite – Hinterbreite. Nicht so der „JJ“ – zwar lassen sich die üblichen Werte bei ihm finden, doch laufen Tip und Tail (vorne und hinten) an dem Punkt zusammen, an dem der Rocker anfängt. Das hat den Vorteil, dass die effektive Kantenlänge kurz ist und man den Ski sehr einfach auf der Piste um die Kurve bringt. Der Ski hat bei einer Gesamtlänge von 185cm einen Radius von 16m, wie man es von einem klassischen Race Carver kennt. Dies spart Gewicht und hilft zusätzlich beim Aufschwimmverhalten. Die 115mm unter dem Schuh bieten einen guten Kompromiss. Sie sind optimal für Powder geeignet, aber auch für die Piste noch nicht zu breit. Dadurch bietet der „Armada JJ“ zu 100% Freeride-Vergnügen und 30% Pisten-Spaß.
Zweiter Testtag – der Aufstieg


Nachdem wir uns am Abend des ersten Testtages mit Sauna, Pizza und einem Glas Wein belohnt hatten, waren wir fit für einen zweiten ereignisreichen Tag. Wir entschieden uns für eine Skitour und gegen den Liftbetrieb. Ein Parkplatz im Melchtal diente uns als Ausgangspunkt. Ralf und Mäsu wählten schmalere Latten – aber ich wollte es mir nach den ersten positiven Erfahrungen mit dem „JJ“ nicht nehmen lassen,  diesen beim Tourengehen zu testen. Nun konnte auch die montierte Tourenbindung ihr Können beweisen. Wie zu erwarten, hängten die beiden mich schnell ab, denn der „JJ“  ist nicht für Skitouren gebaut. Die zu überwindenden 600 Höhenmeter habe ich trotzdem ohne schwere Beine in meinem Tempo meistern können und hatte noch genug Power für die Abfahrt danach!
Tipp: Wichtig ist, dass man mit gut angepassten Fellen für den Aufstieg ausgerüstet ist. Diese kann man sich im Fachhandel kostenlos zuschneiden lassen.
Fazit – eine Powderwaffe für alle Fälle


 
Der nach den Profi - Freeridern „JP Auclair“ und „Julien Regnier“ benannte Armada „JJ“ sticht in allen Bereichen hervor. Am wohlsten fühlt er sich absolut im Powder, egal ob auf engen Waldabfahrten oder weiten Tiefschneehängen. Auch auf der Piste läuft er gut und beim Aufstieg, wenn auch begrenzt, lässt er Höhenmeter hinter sich.
Ein Ski für Tiefschnee ambitionierte Skifahrer, die den Aufstieg nicht scheuen und trotzdem die Piste nicht ganz missen wollen.

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