Im Test: adidas Supernova Glide Boost

Nachdem ich dem adidas Adios Boost geradezu verfallen war, musste man mich nicht lange locken als es hieß: „Es wird einen Supernova Glide Boost geben. Interesse?“ Ich war sofort am Haken und wartete gebannt auf die Lieferung von adidas an das Mannheimer Sporthaus. Nach einer gefühlten Ewigkeit war es dann endlich soweit.


Mehr Boost, mehr Schuh, mehr Laufen
Das war meine Vorstellung. Parallel zum Wettkampf- und Intervall-Schuh Adios Boost, sollte der Glide Boost meine Sammlung ergänzen und perfektionieren. Die Passform überzeugte mich vom ersten Tragen an. Schmal geschnitten und durch das Obermaterial so, dass der Mittelfuß perfekt umfasst und gehalten wird. So muss das perfekte Obermaterial für meinen Fuß aussehen. Ohne wirklich eng schnüren zu müssen, sitzt der Schuh wie eine Eins an meinem Fuß.


Schon bei den ersten Schritten stellt sich dann sofort das bekannte Boost-Gefühl ein. Ich neige dazu im Schuh zu „kippeln“. Es fühlt sich ein wenig komisch an. Aber das kenne ich ja auch vom Adios Boost. Der Kollege aus der Laufschuh-Abteilung meint nur: „Hmmm....am rechten Fuß sieht das nicht gut aus!“ Ich wiegele gekonnt ab. Der geübte Läufer weiß selbst, was geht und was nicht. Ich sollte mich irren.

Der erste Lauf

Der Schuh wird - wie üblich - ein wenig im Alltag getragen, um dem Fuß zu zeigen, was auf ihn zukommt und andersherum. Dann ist es endlich soweit. Der erste Lauf. Das Wetter lockt mich zu einem langen Lauf nach draußen und der Supernova Glide Boost ist dabei. Die ersten 5 Kilometer läuft alles hervorragend. Der Schuh fühlt sich flexibel und dynamisch an. Kein Gefühl eines zu weichen, instabilen Schlappen. Also alles wie beim Adios Boost denke ich mir und freue mich des Läuferlebens.



Ab Kilometer 6 fängt es an. Ich merke meine rechte Wade. Irgendetwas fühlt sich nicht gut an. Ich kenne das Gefühl. Seitdem ich mir in frühester Jugend einmal beim Kicken am Sandstrand den Knöchel „verknackst“ habe, ist mein rechter Knöchel nicht mehr das, was er mal war. Er ist instabiler als der linke; das muss die Wadenmuskulatur abfangen. Meist kann sie das. Diesmal leider nicht. Als ich nach 9 km wieder daheim ankomme, ist die Wade bockelhart. Gut, das kenne ich. Fleißig dehnen, auf der Blackroll bearbeiten, dann ist das morgen wieder weg.


Der perfekte Schuh fürs Grundlagentraining
Die linke Wade hingegen ist frisch und unverbraucht. Hier hat der Glide Boost ganze Arbeit geleistet. Er fühlt sich wirklich gut an. Nicht zu fest, aber auch nicht zu weich. Er ermöglicht einen dynamischen Lauf, ohne dabei zu schwammig zu werden. Auch bei langsamerem Tempo macht er seinen Job hervorragend. Ein Schuh, wie er fürs Grundlagentraining nicht besser erträumt werden könnte.


Für instabile Knöchel nur bedingt geeignet
Doch manchmal muss man als Läufer einsehen, dass es keinen Sinn hat. So gerne ich den Schuh zum Kilometerschrubben benutzen möchte, so nervig ist es doch meine rechte Wade jedes Mal erst wieder einsatzfertig zu machen. Der Kollege aus der Laufschuh-Abteilung sollte Recht behalten. Das tut er meistens. Durch meinen instabilen rechten Knöchel und das sehr flexible Boost-Material kriegt mein Mittelfuß zu viel Bewegungsmöglichkeit. Und die Wade mag das nur bedingt. Deswegen achtet beim Kauf eurer Laufschuhe immer darauf, einen erfahrenen Kollegen an eurer Seite zu haben. Dabei will ich den Schuh doch unbedingt laufen. Er fühlt sich am linken Fuß so gut an. Ich weigere mich auf dieses Schmuckstück zu verzichten.





Mein Fazit
Der Supernova Glide Boost ist ein guter Schuh zum Kilometermachen und für die Grundlagenläufe. Aber das Boost-Material kann eben auch zu flexibel sein. Schaut es euch selber an und probiert den Schuh aus. Für komplett neutrale Läufer mit schmalem Fuß und ohne kaputte Knöchel, wird der Schuh eine echte Bereicherung sein. Was mich angeht, so entscheide ich mich nach vier Wochen schweren Herzens den Schuh als reinen „Regenerationsschuh“ für gaaanz kurze Läufe in den Schrank zu stellen.


So ganz kann ich mich doch nicht von ihm trennen. Fühlt er sich am linken Fuß doch so verdammt gut an. Manchen Läufern ist eben nicht zu helfen. Ich zähle mich dazu.


In diesem Sinne, Keep on running!





Newsletter