Gudjon Benfield: Trekking-Guide auf dem Laugavegur

Ich bin Gudjon Benfield und ich arbeite für den Vertrieb von IBM. Das ist aber nur die halbe Story. Die meiste Zeit verbringe ich nicht im Büro, sondern hier draußen. Ich bin ehrenamtlicher Trekking-Guide auf dem Laugavegur, dem berühmtesten Trekkingweg Islands und nebenberuflich bei der Ice-SAR aktiv, der isländischen Such- und Rettungsgesellschaft.
Bei uns ist die Natur Teil unserer Identität
Für viele meiner Landsleute ist ein ehrenamtlicher Job in der Natur nichts Besonderes, bei uns ist die Natur nämlich nicht nur ein Ort für Sport und Freizeit, sondern Teil unserer Identität. Ein Stück Heimat eben.

Wieso gerade Ehrenamt und dann noch so weit hier draußen?
Naja, jedes Jahr führt Islands Natur Besucher aus der ganzen Welt hierher. Viele begreifen erst wenn sie hier oben auf 600m in der Hochebene stehen, dass sie die Zivilisation weit hinter sich gelassen haben. Hier ist die Natur omnipräsent und die Gefahren sind es ebenso. Unsere Aufgabe ist es, diese Menschen damit vertraut zu machen. Nicht nur wegen des Risikos, sondern auch aus Respekt vor unserer Geschichte. Jeder Stein hier oben hat etwas zu erzählen.
 

 
Vom sonnigen Tag binnen Stunden zum Schneesturm
Hier in Island herrschen das ganze Jahr über starke Klimaschwankungen. Aus einem sonnigen Tag kann binnen Stunden ein Schneesturm werden. Aus diesem Grund haben wir direkt in Landmannalaugar unser Base-Camp. Wanderer können und sollten bei uns ihre Wanderroute hinterlegen. Wenn etwas passiert, finden wir sie so schneller wieder. Das Camp ist aber nicht nur die Rückversicherung für unsere Besucher. Von hier aus starten wir auch unsere gemeinsamen Touren. Das heißt, meine Freundin Run und ich. Wir beide machen das hier schon, seitdem wir uns kennengelernt haben.
Feuer, Wasser, Lava und Eis
Einige der Dinge, die ich wahrscheinlich heute noch immer so faszinierend finde wie jeder neue Besucher, sind die Gegensätze dieser Region. Feuer, Wasser, Lava und Eis. Wenn man einige Tage auf dem Pfad unterwegs ist und teilweise bis auf 1000 Meter hoch steigt, sieht man menschenleere Landschaften und dann plötzlich sattes Grün, schwefelspuckende Vulkane und warme Quellen. Es gibt nichts Vergleichbares. Für mich ist das hier draußen das einzig Wahre. Das zu sehen, es zu bewahren. Ich kann mir nicht vorstellen, nur einen Job zu haben, ohne meine Welt hier draußen.
 
 
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