GPS und Geocaching

Jörg, was machst du beruflich und wie ist deine Verbindung zu engelhorn sports?
Ich bin bei engelhorn sports in der Outdoorabteilung tätig und dort der Experte für alles, was GPS angeht. Außerdem veranstalte ich GPS-Orientierungskurse, d.h. die Leute haben ein GPS-Gerät, eine Karte und einen Kompass in der Hand und lernen unter meiner Anleitung einen ganzen Tag lang im Wald, auch im Unterholz, mit dem Gerät umzugehen. Ins Unterholz gehen wir deshalb, weil man dann keinen Weg mehr sieht und vollkommen auf das Gerät angewiesen ist.
 
In Sachen GPS ist jetzt ja gerade Geocaching gerade in aller Munde, d.h. Leute laden sich von diversen Webseiten bestimmte Koordinaten herunter, suchen diese dann mit ihrem GPS-Gerät und finden dort einen sogenannten Geocache vor, der weitere Koordinaten für die nächste Suche enthält. Was hältst du von diesem Trendsport?
Geocaching führt auf eine sehr spaßige Weise an das Thema GPS-Navigation heran. Der Begriff kommt ursprünglich aus dem Englischen, ein Cache ist nichts anderes als ein geheimes Lager, das die Trapper früher genutzt haben, um ihre Felle zu lagern, entweder unter der Erde oder auch auf Pfählen. Heute verwendet man den Begriff als Synonym für einen „versteckten Schatz“. Beim sogenannten Letterboxing z. B. fängt man mit einer Zielkoordinate an, die ich mir entweder aus dem Internet herunterlade oder bei privaten Veranstaltern oder Tourismusbüros erhalte. Wenn ich den Punkt mit dem GPS gefunden habe, finde ich dort eine Dose mit Aufgaben darin, die mich zum nächsten Punkt weiterverweisen, das Ganze ist also so eine Art digitale Schnitzeljagd.
Ich finde das insbesondere dann eine ziemlich gute Sache, wenn Leute, die sonst eigentlich gar kein Faible fürs Wandern haben, auf einmal doch wieder in die Natur gehen. Auch wenn das mitunter echt lustig aussehen kann, weil sie mit dem Ding im Gesicht durch den Wald rennen und eigentlich überhaupt gar keine Ahnung haben, wo sie eigentlich gerade sind. Allerdings lernt man beim Geocaching leider nicht so besonders viel, weil man die Koordinaten ja immer vorgekaut bekommt und sie schlicht ins Gerät eingibt.

 
Wer kommt zu dir in einen GPS Orientierungskurs? Wozu kann ich einen solchen Kurs brauchen, was lernt man da?
Zu mir kommen Leute, die gerne mit ihrem GPS-Gerät wandern gehen wollen. Viele davon kommen mit der Anleitung des Geräts allein nicht zurecht und dann komme ich zum Einsatz. In meinem Kurs lernen die Leute, wie sie selbstständig Koordinaten eines von ihnen ausgesuchten Ziels eingeben können, sie bestimmen die Koordinaten anhand ihres Zielpunktes also selbst. In Kombination mit Wanderkarte und Kompass kann man sich dann einen Weg von A nach B zusammensuchen, denn natürlich kann ich nicht einfach den Angaben des GPS blind nachlaufen, sonst geht’s einmal quer durch die Brombeersträucher und den Abhang hinunter. Die Kombination von GPS-Gerät und Karte ist sehr wichtig. Im Prinzip lernen die Leute bei mir, wie sie beim Wandern ohne Umwege an das Ziel kommen, das sie sich davor selbst gesetzt haben. Allerdings dauert es schon eine Weile, bis man mit einem GPS-Gerät richtig umgehen kann, aber nach einem Tag Kurs bei mir verirrt man sich zumindest mal nicht mehr. Die Geschlechteraufteilung in meinen Kursen ist übrigens ziemlich ungleich verteilt, im Normalfall sind zwei Drittel männlich und die Frauen in der Unterzahl. Aber wenn mehrere Frauen in einem Kurs sind, dann rotten sie sich ganz schnell zusammen und zeigen den Männern, wo der Hammer hängt, das ist ziemlich witzig anzuschauen.
 
Welches GPS-Gerät ist zur Zeit dein persönlicher Favorit und warum?
Die Garmin GPS MAP 62S ist für mich gerade absolut unschlagbar, das haben wir natürlich auch bei uns in der Wanderabteilung. Zum einen ist es groß genug, um auch mit Handschuhen bedient zu werden, was insbesondere bei kaltem Wetter von wirklich großem Vorteil ist. Absolut überzeugend finde ich auch den Signal-Empfang in jeder Ausrichtung des Gehäuses. Außerdem ist die Kartendarstellung selbst bei den ungünstigsten Lichtverhältnissen brillant. Der dankbarste Einsatz erfolgte am Donnersberg in der Nordpfalz, im Winter bei einer GPS-Kursführung im Nebel bei 10 Meter Sichtweite, - 5 Grad Kälte und Schneetreiben im Gegenwind, im weglosen Gelände! Danach hatten meine Kursteilnehmer das absolute Vertrauen in die GPS-Geräte gewonnen!
 
Wann findet der nächste GPS-Orientierungskurs statt?
Mein nächster Kurs wird voraussichtlich wieder im März 2012 stattfinden. Anmelden kann man sich direkt bei uns in der Outdoorabteilung bei engelhorn sports in Mannheim. Die Kosten für den Kurs hängen davon ab, wo man das GPS-Gerät gekauft hat. Wer das Gerät bei uns gekauft hat, bezahlt 30 €, bei einem „fremd“ gekauften GPS-Gerät belaufen sich die Kursgebühren auf 60 €. Natürlich sind bei dem Spaß eine zünftige Brotzeit und Getränke enthalten, schließlich sollen die Teilnehmer auch bei Kräften bleiben.
 
Wenn du mit deiner Frau im Auto unterwegs bist und den Weg nicht findest, fragst du dann einen Passanten nach dem Weg?
Also eigentlich habe ich die meisten Strecken ja eh schon im Kopf, weil ich sie mir davor angeschaut habe. Aber wenn, dann befrage ich natürlich mein GPS, das ist ganz klar.
 
Was bedeutet „sport up your life.“ für dich?
Ich bewege mich, wo ich kann. Ich benutze keine Straßenbahn, ich laufe lieber zu Fuß. Auch wenn ich hier bei uns im Haus unterwegs bin, benutze ich immer das Treppenhaus, mich sieht man nie im Aufzug oder auf der Rolltreppe. Um in Bewegung und fit zu bleiben, muss man nicht ins Sportstudio, man kann den Sport ganz einfach ins alltägliche Leben integrieren. Und genau das mache ich.
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