GPS-Geräte im Test


Die Zeiten, in denen wir uns mit Nadelkompass und einfachen Wanderkarten durch die Natur schlagen mussten, gehören dank GPS-Geräten längst der Vergangenheit an. Nach mittlerweile fast 20-jähriger Erfahrung mit GPS-Geräten und als Leiter von Orientierungskursen habe ich für euch heute ein paar Bewertungen für aktuelle GPS-Geräte zusammengestellt, die euch die Entscheidung beim Kauf eures GPS-Gerätes erleichtern werden!
Der Minimalist: eTrex 10
Die wesentliche und notwendige Mindestinformation kriegt der eTrex10 ohne Probleme hin. Er bestimmt den eigenen Standort über Koordinaten - aber dann geht die Arbeit los! Um diese Positionsangabe zu verwerten, brauchen wir eine Karte mit Koordinatengitter (das Gerät selbst verfügt nicht über eine Kartendarstellung). Ohne Karte kann man das Gerät dazu verwenden, den Weg aufzuzeichnen und gegebenenfalls zurückzuverfolgen (Hänsel und Gretel goes elektronisch) oder (in Luftlinie) einen über Koordinaten eingegebenen Punkt zu erreichen.
Im schlimmsten Fall lassen sich die Standortkoordinaten an den in diesem Gebiet zuständigen Rettungsdienst durchgeben (wenn unser Handy hoffentlich Empfang hat). Vorher sollte man allerdings anfragen, mit welchem Koordinatensystem der betreffende Rettungsdienst arbeitet und das Gerät danach einstellen. Eine weitere Funktion liegt in der Höhenbestimmung, die komplett über GPS-Vermessung läuft und damit nicht mehr von Luftdruckänderungen beeinflussbar und für Wanderzwecke hinreichend genau ist.
Der Handliche:  eTrex 30
Standortbestimmung, Höhenmessung mittels GPS und Barometrie, Karten ladbar sowie sämtliche Berechnungsmöglichkeiten aus den Faktoren Strecke, Zeit und Höhe - viel mehr braucht man eigentlich nicht, um sich auch unter erschwerten Bedingungen zurechtzufinden. Dabei ist eTrex 30 so klein, dass man es auch mal kurz in die Hosentasche stecken kann. Das Gerät zeigt dank barometrischem Höhenmesser nicht nur die aktuelle Höhe an, sondern summiert auch die zurückgelegten Höhendistanzen getrennt nach Auf- und Abstieg.
Das Arbeitspferd: Map 64s
Das Map 64s ist das Arbeitspferd unter den GPS-Geräten. Die Bedienung über Tasten erlaubt auch mal die Bedienung mit dicken Handschuhen, der Anschluss für eine externe Antenne (nicht im Lieferumfang) ermöglicht das Verstecken des Gerätes bei strenger Kälte unter der Oberbekleidung oder bei schwerer See an geschütztem Platz. Wenn man über ein Smartphone verfügt, lassen sich Streckendaten aus dem Internet via Smartphone auf das GPS-Gerät laden.
Das Map 64s gibt es für einen Aufpreis auch mit Europakarte im Maßstab 1:100.000. Diese Karte zeigt eine brauchbare Geländedarstellung mit Straßen, Forststraßen und befahrbaren Feldwegen. Die Wege in Wald und Flur werden nicht dargestellt, routingfähig ist diese Karte leider auch nicht (außer in Luftlinie natürlich), aber immer noch um Klassen besser als die sogenannten weltweiten Basiskarten, die auf jedem Gerät installiert sind und lediglich Autobahnen, Bundesstraßen und große Flüsse anzeigen

GPS-Gerät mit Touchscreen: Das Oregon 600
Das Oregon 600 kann praktisch das gleiche wie das Map 64 S, wird aber per Touchscreen bedient. Vor dem Hintergrund, dass alle möglichen mobilen Elektronikgeräte per Touchscreen bedient werden, wird man vielleicht mit dem Gerät schneller vertraut sein als mit dem Map 64 S - aber das ist dann meines Erachtens auch der einzige Vorteil eines Touchscreens. Erhöhte Vorsicht verlangt jedenfalls der Bildschirm - er bekommt schneller Schäden bei Sturz oder anderer Belastung. Als Expeditionsgerät würde ich ihn daher nicht empfehlen!

GPS- für Biker: Das Edge 1000
Mal weg aus den Wanderschuhen und 'rauf auf's Bike! Die grundlegende GPS-Funktion ist die gleiche wie bei den anderen GPS-Geräten - nur werden die erhaltenen Daten anders dargestellt, abgestimmt auf die für Biker interessanten Informationen. Mit den Sensoren für Herzfrequenz, Laufrad/Kurbelumdrehung, der Anzeige des gewählten Ganges elektronischer Schaltungen und der Leistungserfassung über spezielle Pedale, lässt sich die eigene Verfassung und Leistung nicht nur aktuell anzeigen und kontrollieren, sondern auch über den ganzen Streckenverlauf speichern.

Wer will, kann sich dann mittels dieser Daten ein eigenes Trainingsprogramm zusammenstellen bzw. sich auch mit anderen Bikern per Garmin austauschen. Die vorinstallierte Freizeitkarte von Europa im Maßstab 1:100.000 stellt alles mit Reifen Befahrbare von der Autobahn bis zur Forststraße dar, die Waldwege sind bei dem Maßstab allerdings nicht mehr dargestellt. Damit ist die Karte für das Rennrad, aber nicht für das Mountainbike brauchbar. Routingfähig ist die Karte allerdings nicht, bzw. nur in Luftlinie. Mit etwas Fleiß lässt sich aber auch auf dieser Karte durch Setzen vieler Wegpunkte eine Route planen. Wer ohne Planung einfach nur mal so losfahren will, egal wohin, kann seine Wunschdistanz im Gerät eingeben, dann folgen 3 Vorschläge mit verschiedenem Höhenprofil.
Aber eins ist ganz wichtig: Rechtzeitig vor Start den Ladezustand des fix eingebauten Akkus zu überprüfen. Bei den anderen Geräten lässt sich immerhin wahlweise mit Akkus oder Batterien arbeiten. Und, habt ihr euren Favoriten schon entdeckt...?
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