Gewichts-Tuning am Rennrad


Ob im Verkauf oder beim abschließenden Café nach dem Training: „Darf ich das mal hochheben?“ oder „Und, wie viel Kilo?“, sind die wohl häufigsten Fragen, wenn man auf sein Rad angesprochen wird. Gemäß dem Motto „Carbon statt Kondition“ wollen wir euch die wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben, um das Beste aus euch und eurem Rad heraus zu holen. Oft lässt sich auch aus einem guten Einstiegsrad wie zum Beispiel dem Cube Agree (ca. 8,2kg) ein Top Renner machen. Wer sich also beim Kauf direkt für die richtigen Parts entscheidet, kann sein Rad mit relativ wenig Aufwand enorm aufwerten.Wir zeigen, wie Gewichts-Tuning am Rennrad funktioniert:
 Tuning-Paket 1.

Laufräder

Der erste und auch effektivste Punkt zum Gewicht einsparen sind die Laufräder. Hier ist nicht nur das meiste Gewicht gut zu machen, sondern auch der größte Effekt zu erzielen. Grundsätzlich ist es am effektivsten, Gewicht an den rotierenden Bauteilen einzusparen. Leider gehören Laufräder zu den eher kostenintensiven Teilen, oft bringen aber auch günstigere Laufradsätze einen großen Gewichtsunterschied zu den Serienteilen.


Mavic Aksium One 1825g
Mavic Ksyrium Elite S 1520g
Lightweight Meilenstein C 1210g
Mavic Cosmic Carbon Ultimate 1185g




Pedale

Solltet ihr das Thema Gewichtsersparnis schon beim Kauf im Hinterkopf haben, könnt ihr direkt auf das Gewicht der Pedale achten. Auch wenn die Pedale nicht den größten Teil der Gewichtsersparnis ausmachen, könnt ihr hier die ersten Gramm sparen und müsst nicht im Nachhinein ein zweites Mal investieren.

KEO Easy 272g
KEO BLADE Ti 180g
Speedplay Zero 164g



Sattel

In erster Linie ist beim Sattel darauf zu achten, dass die Passform stimmt und ihr euch wohl fühlt. Meine Empfehlung: Wählt den Sattel mit der für euch perfekten Passform und sucht euch die leichteste Ausführung des Modells. So könnt ihr Gewicht sparen ohne den Komfort auf dem Rad zu verlieren.

Standard Sattel 230g
S-Works TOUPE 155g
Selle Italia SLR TEKNO 90g





 
Mit Tuning-Paket 1. habt ihr euer Bike schon in eine wesentlich leichtere Gewichtsklasse verbessert und könnt es mit Modellen in höheren Preisklassen vergleichen. In den meisten Fällen erreicht man sogar ein besseres Ergebnis, weil das Gewicht bei vielen Rädern in der höheren Preisklasse über den Rahmen oder die Schaltgruppen erreicht und trotzdem relativ schwere Laufräder verbaut sind.
 

Tuning-Paket 2.

In der Gewichtsklasse eines Specialized Tarmac Pro Race oder Trek Emonda SL8 (7,2), ist es im Vergleich zu Paket 1. schon nicht mehr so einfach, überflüssiges Gewicht zu sparen. Um die letzten Gramm abspecken zu können, sind dann schon mehr Aufwand und das nötige Kleingeld nötig.


Lenker /Vorbau

Im Zusammenspiel von Lenker und Vorbau lässt sich noch einmal etwas Gewicht gut machen. Dabei solltet ihr euch allerdings nicht unbedingt nur auf das Thema Carbon fixieren. Gerade im Bereich der Lenker und Vorbauten bieten Hersteller wie Pro, Ritchey & Co. sehr leichte Alu-Parts an.


Ritchey Evo Curve ca.153g
Lightweight Rennbügel ca.166g


Sattelstütze

Bei der richtigen Sattelstütze lässt sich das Thema Gewicht und Komfort ausnahmsweise gut kombinieren. Carbon ist hierbei nicht nur leicht, sondern lindert positiverweise auch die Vibrationen bei schlechten Straßen (Schlaglöcher bitte trotzdem links liegen lassen! ;P). Kleiner Tipp: Achtet beim Kauf der Sattelstütze auf die richtige Aufnahme für euren Sattel.


Schaltung

Neben den Laufrädern bietet die Schaltgruppe die zweite große Möglichkeit, die Performance und das Gewicht eures Rads zu verbessern. Die Ersparnis kann dabei je nach Ausführung sogar relativ groß ausfallen.


Shimano 105 
Shimano Ultegra 
Shimano Dura Ace 
Sram Red


 

 

Was unterscheidet mein Bike jetzt noch vom Profirad?

Trotz allem muss man neidlos anerkennen, dass man mit dem „normalen“ Bike nicht an die Räder der Profis heran kommt. Wer sich komplett auf Profiniveau messen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen und in den entsprechenden Rahmen oder Komplettrad investieren.
Die Stichwörter hierzu wären zum Beispiel:


Specialized S-Works
Trek Emonda SLR 9 (ca.6,2kg mit Di2)
Lightweight Urgestalt 


Abschließend lässt sich noch festhalten, dass die günstigste und gleichzeitig effektivste Weise die Gewichtsoptimierung am Fahrer ist. ;)
Also, ab aufs Rad und bis zum nächsten Mal!

Euer Steven


Steven arbeitet seit 3 Jahren in der Bike-Abteilung bei engelhorn sports, ist Student der chem. Technik und verbringt den größten Teil seiner Freizeit auf dem Fahrrad.

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