Gelita Trail Marathon in Heidelberg 2014

Start am Schloss und die Stufen der Thingstätte hinauf
Die Teilnahme am Gelita Trail Marathon Heidelberg war eine relativ spontane Idee vor wenigen Wochen. Nach meinen unfreiwilligen Laufpausen vor und nach dem Swiss Iron Trail im August, war ich nicht ganz sicher, ob die Fitness für 42 km und x hm ausreicht. Mit dementsprechend verhaltenen Ambitionen ging ich am Sonntag den 5.Oktober um 11 Uhr an den Start, wobei ich mit der Zielzeit von 5:30h immerhin im zweiten von drei Blöcken startete.

Entgegen den Ankündigungen am Vorabend, zeigte der Wettergott sich gnädig und der angekündigte Regen blieb aus. Sonnige 15 bis 20 Grad und eine leichte Brise machten den Lauf von Anfang an zu einem richtigen Vergnügen. Bei der anfänglichen Runde durch den Schlossgarten durfte jeder schon einmal durch den Zielbogen laufen.

Danach ging es durch die Altstadt über die berühmte „Alte Brücke“ am Neckar. Am Ende des Philosophenwegs erwartete uns bereits der erste Anstieg zum „Heiligen Berg“ an dessen Ende die eindrucksvolle „Thingstätte“ mit ihren 178 Stufen absolutes City-Trail-Feeling bot, bevor es in den Wald hinein geht.

Up- und Downhills unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade
Die ersten Trails inklusive Up- und Downhills ließen nicht lange auf sich warten. Die wechselnden Schwierigkeitsgrade und Steigungen zeigten sich in einem häufigen Wechsel der Rangfolgen um mich herum. Hat der eine mehr Kondition bergauf, so ist der nächste technisch geübter und schneller bergab, wobei sich nicht jede Stelle zum Überholen eignete. Immer wieder feuerten uns gut gelaunte Helfer sehr persönlich mit unseren Namen an, Spaziergänger jubelten uns zu und an einer Stelle wurden wir mit dem Sound satter Rockmusik mitten im Wald den Berg hinauf getragen.

Kurzes Fazit zur Strecke
Mir hat die Strecke mit dem extrem geringen Asphaltanteil extrem gut gefallen. Der zum Vorjahr bereits erhöhte Trailanteil kann für Läufer wie mich zwar fast nie hoch genug sein. Diese Abschnitte voller Flow erscheinen gefühlt immer kürzer. Aber auf den Forstwegen dazwischen, mit ihrem teils leichten Gefälle, konnte ich eine lange vermisste Leichtigkeit wieder finden und den genialen Ausblick über die Stadt genießen.

Die mindestens 10 Verpflegungsstellen waren gut strukturiert und boten ausreichend Angebote Energie zu tanken. Bis auf eine Stelle ca. bei km 40, waren immer ausreichend Streckenposten, Absperrungen und Ausschilderungen vorhanden, so dass es nahezu unmöglich war, sich zu verlaufen.

Der letzte Abschnitt, der auch als 10-km-Himmelsleitertrail wählbar war.

Neben der Quantität, zeigte sich am letzten Abschnitt auf dem steilen Weg zum Königsstuhl auch die Qualität der Helfer: Ein Stück weiter vorne ging ein Mitläufer in die Knie und sofort kam von unten die Frage „Krampf oder Kreislauf?“. Auf die Rückmeldung Kreislauf, unmittelbar die Antwort „OK, wir sind Ersthelfer und kommen rauf“. Bei so viel Kompetenz konnte ich als Besitzerin eines großen Erste-Hilfe-Scheins meinen Lauf zum Glück ohne Bedenken fortsetzen.

An der Himmelsleiter hatte ich durch meine Berglauferfahrung einige Vorteile und überholte zügig ansteigend andere Teilnehmer, die, wenn auch weniger dramatisch als zuvor, mit der „
K-oder-K-Frage“ kämpften. Dieses starke Gefühl half mir, die folgenden 2 bis 3 Kilometer leichte Steigung im Laufschritt zu bleiben. Bereits seit längerem konnte ich die Lautsprecher des Ziels hören und die letzten Kilometer bergab durch die Stadt ließ ich es noch mal richtig krachen. Was ich am nächsten Morgen gegen 4h sehr deutlich in den Oberschenkelmuskeln merken sollte, mir aber zunächst den 18. Platz von 68 Frauen und vor allem einen überglücklichen Zieleinlauf bescherte.

Fazit
Der meiner Ansicht nach schönste Trailmarathon im Umkreis. Die Strecke ist für trailerfahrene Marathonneulinge, für Marathonis, die von der Straße weg möchten ebenso geeignet wie für ambitionierte Trailprofis mit Zielzeiten. Wem 42 km zu lang sind, der kann sich entweder einen Laufpartner oder Team suchen oder sich für den knackigen Himmelsleiter-Trail entscheiden.

Falls es der Ablauf zulässt, könnte eine Halbmarathondistanz, die als Einzelwertung bisher nicht existiert, noch interessant sein. Die Organisation war übrigens von Anfang bis Ende, mit diversen vorab Informationen, gpx-Datei und gute Beschreibung der Strecke, Trainingsterminen am Trail, den Gegebenheiten vor Ort und der Nachbereitung, wirklich 1-A und ließen meiner Ansicht nach keinen Grund zur Beanstandung. Dies ist meiner Erfahrung durchaus schwierig und ich denke allen Beteiligten gebührt ein großes Lob!
Anabell ist Lauftrainerin beim wöchentlich stattfindenden engelhorn sports Lauftreff.
Anabell ist Lauftrainerin beim wöchentlich stattfindenden engelhorn sports Lauftreff.
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