Freeriden in den Dolomiten - perfekte Verhältnisse und malerisches Panorama

Die Schneelage auf der Alpennordseite: 0 cm
Die Schneelage in den Dolomiten: Mehr. Viel mehr. Und es kommt noch mehr!
Keine schwierige Entscheidung, oder?
Also nichts wie hin zum Freeriden in den Dolomiten. Unser Freund Kurt vom Hotel Steineggerhof etwas oberhalb von Bozen hat uns schon bei der letzten gemeinsamen Biketour von den phantastischen Skitourenmöglichkeiten in der Gegend erzählt. Seine letzten Fotos ließen uns schließlich eigentlich keine andere Wahl, als die Sachen zu packen und in Richtung Süden aufzubrechen.


Erstes Ziel: das Lunchtime Valley
Am späten Freitag kommen wir an, nach einem Check von Lawinenlage und Tourenführer beschließen wir, am Samstag die Sellagruppe in Angriff zu nehmen. Die erste Mission: das Val Mesdi, auch als Mittagstal oder - in unserer internationalen Gruppe - als "Lunchtime Valley" bekannt. Eine beliebte, nicht allzu schwierige Abfahrt durch eine der breiteren Rinnen der Sellagruppe – perfekt, um sich an die lokalen Bedingungen zu gewöhnen.
Zwar hat der Wind ganze Arbeit geleistet und den frischen Schnee der vergangenen Tage in alle Himmelsrichtungen verstreut, trotzdem finden wir perfekte, griffige Verhältnisse vor und legen die ersten steilen Meter mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurück. Als ich das letzte Mal in so steilem Gelände unterwegs war, waren die Verhältnisse deutlich anspruchsvoller und der Spaß überschaubar. Hier ist es ganz anders, eigentlich wie eine unpräparierte schwarze Piste - mit phantastischem Panorama!


Das Val Lasties im goldenen Abendlicht
Die Abfahrt endet auf der Nordseite der Sellagruppe. Um die nächste Bergfahrt zum Sass Pordoi zu erwischen, fahren wir gegen den Uhrzeigersinn auf der Sella Ronda zurück zum Passo Pordoi.


Nach einer kurzen Cappuccinopause (wir sind immerhin in Italien!) brechen wir auf zur 2. Abfahrt: auf der Karte ist uns ein breites Tal - das Val Lasties - aufgefallen, das perfektes Abendlicht abbekommen sollte - da freut sich der Fotograf!
Wir haben Glück und nach dem Sturm auf dem Gipfelplateau erwartet uns eine windstille Abfahrt zwischen den wunderschönen Felswänden unterhalb des Piz Boè. Wir genießen den Sonnenuntergang auf über 2000 m und erreichen erst mit dem letzten Licht des Tages den Talort Canazei, bevor wir uns auf den Rückweg zum Hotel machen.
Stürmische Verhältnisse und Triebschnee am zweiten Tag
Tag 2 beginnt etwas gemütlicher. Am Morgen sollen einige Wolken durchziehen, außerdem ist es ziemlich windig. Verrückt - an windgeschützten Stellen braucht man nicht einmal eine Jacke, aber sobald man den Wind zu spüren bekommt, wird es unangenehm und wir ziehen bereits beim Aufstieg alles an, was wir an warmen Klamotten dabei haben.
Vor einer steilen Hangquerung ist die Aufstiegsspur komplett verblasen und der Hang ist voll mit Triebschnee, so dass wir uns entscheiden, den Rückzug anzutreten. Trotz der etwas verkürzten Tour erwartet uns auch hier eine 1A-Abfahrt über angenehm steiles Gelände, gespickt mit ein paar lustigen Felsen und Geländekanten.


Im Skigebiet Karerpass füllen wir die Kalorienspeicher wieder auf, bevor es auch schon wieder zurück in den Norden geht. Aber wir kommen wieder!
Vielen Dank an Kurt vom Hotel Steineggerhof für’s Guiding und die Unterkunft, an Krauti für die leckere Verpflegung und an Colin für die Fotos!

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