Flowtrail: MTB-Freeride für jedermann zwischen Golfhotels und Sterneköchen

Wer Stromberg hört, muss wahrscheinlich zuerst an eine Fernsehserie denken oder weiß, dass Johann Lafer dort sein Nobelrestaurant besitzt. Andere wiederum kennen nur die Autobahnausfahrt an der A61 auf dem Weg zum Nürburgring oder zum Flughafen-Hahn, aber niemand würde denken, dass hier perfekt angelegte MTB-Trails zum Auf-und Abfahren bereit stehen.
Über die Autobahn A61 von Süden kommend, erreicht man kurz hinter dem Dreieck Nahetal die Ausfahrt Stromberg. Sobald man den Weg zu einem der fünf Parkplätze gefunden hat, kann es losgehen. P4 ist meine Empfehlung, da der Parkplatz leicht zu erreichen ist und eine gute Ausgangsposition für alle Vorhaben bietet.
Der "Flowtrail", ein Bikepark für jedermann:
- Für Mountainbike Einsteiger/innen oder Fahrer/innen, die bisher nur Erfahrungen auf breiteren Waldwegen sammeln konnten und ihre Technik auf schmaleren Pfaden erweitern möchten.
- Für fortgeschrittene Fahrer/innen, die ihre ersten Erfahrungen schon gemacht haben und auf dem Flowtrail die Kurven- oder Sprungtechnik trainieren wollen.
- Für die Adrenalin- und Actionsüchtigen, für die Sprünge nicht weit

und tief genug sein können und die ihre Räder, die mit Federwegen zwischen 160 und 200 mm ausgestattet sind und keine Schaltung besitzen, auch mal den Berg hochschieben.
Der Flowtrail bietet drei Strecken die unterschiedlich lang und unterschiedlich schwer sind. Für die ersten Schritte im unebenen Gelände gibt es zusätzlich einen Übungsparcours mit verschiedenen Elementen, die man so auch auf den Trails wiederfinden kann. Auch wurde am Übungsparcours ein „Pump Track“ installiert.
Der Rundkurs
Wer von P4 aus dem Rundkurs folgt, merkt schnell worum es geht. Der Kurs ist eine Mischung aus Waldwegen und angelegten Trails (welche überwiegen) und enthält alles, was das Herz begehrt. Nicht breiter als einen Meter schlängelt sich die Strecke bergauf. Zuerst vorbei an dem “No Jokes“ -Trail und später weiter Richtung Übungsparcours. Aufgepasst – schon hier ist die Strecke mit blauen, roten und schwarzen Pfeilen markiert, um, ähnlich zu Skipisten, die Strecke in Schwierigkeitsstufen einzuordnen. Blau entspricht demnach einfach, Rot mittelschwer und Schwarz schwer.
Kurz vor dem Ende des „Uphill“-Teils, weist ein Schild auf den Übungsparcours hin. Ein Abstecher lohnt sich. Wer es allerdings nicht erwarten kann, den Downhill-Teil zu erkunden, folgt den entsprechenden Schildern. Weiter geht es über Steine, Wurzeln, und Wellen. Nach kurzer Zeit gelangt man an einen großen Platz mit Tisch und Bank, welcher gleichzeitig den Einstieg des „Singletrails“ markiert.
Die Abfahrt „Wild Hog“
An

dem Rastplatz, der gut zum Verschnaufen dient, befindet sich eine Wand mit Werkzeugen und Luftpumpe. Hier wird der Sattel nach unten gestellt und los geht’s. Der Trail geht vom Waldweg rechts weg und beginnt entspannt mit einigen Kurven und ein paar Holzbrücken, über die man sich treiben lassen kann. Jetzt ist es wichtig, wieder auf die Beschilderung zu achten. Zusätzlich zu Blau, Rot und Schwarz, sind Totenkopf Schilder hinzugekommen. Diese markieren Sprünge mit einem Gap (Sprung – nichts – Landehügel). Wenn ein Waldweg kreuzt, sind Bremsbarrieren oder enge Kurven eingebaut.
Im zweiten Teil der Strecke geht es, bis auf kleinere Sprunghügel, wieder recht entspannt zur Sache. Lediglich im unteren Teil sind abseits der Hauptstrecke zwei Sprünge mit Gaps eingebaut. Nach einem kurzen dritten Teil folgt der letzte und ruppigste Abschnitt der Strecke. Hier trennt sich die blaue von der roten und der schwarzen Strecke. Über den jetzt wurzeligen Trail kommt man von einigen höheren Drops auf einen Holzanleger, der sehr schön in das Gelände eingebettet ist. Weiter über Steine und Wurzeln kommt ein letzter Sprung mit darauffolgendem Wallride. Geschafft: man kann sich in Ruhe bis zum Ende ausrollen lassen. Wem das jetzt noch zu langweilig war, fährt weiter zum…
Downhill / Freeride „No Jokes“
Beim Betrachten der Strecke, die aus hohen, weiten Sprüngen und tiefen Drops besteht, vergeht einem buchstäblich das Lachen. Von Anfang an geht es gleich richtig los. Nach einem weiten Sprung mit Gap, mit Holzstämmen gefüllt, gefolgt von einem weiten Sprung rast man weiter durch mehrere Steilkurven mit Sprüngen. Nach zwei weiteren Sprüngen folgt man dem Trail bis zu einem kreuzenden Waldweg. Jetzt beginnt der längere Teil des Trails. Nach dem Einstiegsdrop folgt eine Holzrampe, die steil abfällt. Das Finale kommt nach einer Querung mit vereinzelten Sprüngen. Zwei parallele Sprünge mit verschiedenen Sprungweiten, gefolgt von zwei parallelen Drops mit unterschiedlichen Höhen führen zum Ausgang des Trails. Wir sind zurück am Parkplatz P4.


Fazit:
Ein Musterbeispiel eines Trail-Konzepts und ein MTB-Ausflugsziel mit Spaß-Garantie für jedermann. Für alle, die meiner Meinung sind, gibt es am Einstieg der Abfahrt eine Spendenbox. Es ist gut zu sehen, wie hier die Gemeinde und der Mountainbike-Sport an einem Strang ziehen. Danke an die Initiatoren für diesen gelungenen MTB-Spielplatz.
Tipp: Wer den 8km langen Rundkurs z.B. 2-3 Mal genossen hat, kann sich zum Entspannen eine Runde Sauna gönnen.
Viel Spaß beim Ausprobieren!

Newsletter