Filip Adamski: Vom olympischen Ruder-Gold zum Abtrainieren

Hallo Sportfreunde, ich bin Filip Adamski und 30 Jahre alt. Ich bin zwar gebürtig aus Breslau (Polen), aber dennoch mit Leib und Seele ein Mannheimer. Von mir werdet ihr Infos und Trainingstipps zum Abtrainieren erhalten. Wieso, weshalb, warum – das erkläre ich euch jetzt mal.
Mein Weg zum Sport
Hier in Mannheim entwickelte ich meine Vorliebe zum Sport. Egal, ob ich als Jugendlicher im Verein auf dem Altrhein und dem Neckar ruderte oder jetzt mit Freunden im Odenwald bzw. Pfälzerwald Rad fahre, Mannheim zieht mich mit seinen zahlreichen Sportmöglichkeiten einfach immer wieder an.
Dank meiner Leidenschaft für den Sport - und natürlich hartem und langjährigem Training - schaffte ich es 2005, mich im Rudern für die deutsche Nationalmannschaft zu qualifizieren. Im August 2012 bin ich zum Abschluss meiner Ruderkarriere nach acht Jahren im Hochleistungssport in London Olympiasieger mit dem Deutschlandachter geworden.
Was ein guter Ruderer können muss? Alles und nichts gleichzeitig
Oftmals wurde ich gefragt, was ein guter Ruderer können muss. Die Antwort ist nicht ganz einfach. Zum einen ist es wichtig, dass man stark ist! Dazu werden noch viele andere Fähigkeiten aus verschiedenen Bereichen benötigt. Kurz gesagt sollte man als Ruderer verschiedene Sachen ziemlich gut können. Anders gesagt: man braucht gar nichts so richtig gut zu können. So waren Kniebeugen mit einer 170 kg-Hantel kein großes Problem für mich. Trotzdem könnte ich es mit dieser Leistung nicht annähernd mit Gewichthebern aufnehmen. Zudem benötigen wir eine gute Ausdauer. Die ermöglicht es uns, auch stundenlang 40 km/h mit einem Rennrad zu fahren. Allerdings sah ich mit diesem Tempo in einem Radtrainingslager neben dem ehemaligen Radprofi Danilo Hondo echt alt aus. Schnellkraft und Körpergefühl sind für einen Ruderer schließlich das „A und O“, trotzdem kommen wir bei Weitem nicht an die Schnellkraft und das Körpergefühl von Handballern oder Basketballern heran.
Der Trainingsalltag eines Athleten
Dies alles gleichzeitig und gleichmäßig zu trainieren ist sehr schwierig, da sich Ausdauer und Kraft im Trainingsalltag zum Teil gegenseitig aufheben. Um Kraft aufzubauen, habe ich z.B. montags und freitags 1,5 Stunden Maximalkraft trainiert und danach entweder 1 Stunde Fußball gespielt oder Koordinationsaerobic gemacht. Dienstags, mittwochs und donnerstags bin ich morgens um 7 Uhr etwa 1,5 Stunden gerudert und stand um 11 Uhr für eine Stunde Gymnastik auf der Matte. Um etwa 15 Uhr ging ich dann schließlich noch einmal 100 min Rudern. Nach so einer Woche freut man sich aufs Wochenende. Allerdings ging samstags und sonntags das Training wie gewohnt weiter. Meistens ruderten wir dann zwei- bis dreimal am Tag.

Zwischen den verschiedenen Trainingseinheiten ist eine Ruhepause angesagt, denn das intensive Training erfordert sehr viel Schlaf. Zwischen Training und Schlafen spielte die Ernährung eine wichtige Rolle. Irgendwie musste ich zwischen 6000 und 10.000 kcal (2000 kcal = normaler Tagesbedarf) zu mir nehmen. Und das ist wirklich ein unglaublich riesiger Berg Nudeln.
Nicht zu vergessen, dass viele Ruderer aus dem Team Deutschlandachter zusätzlich noch studieren und somit nebenbei für Prüfungen und Klausuren pauken müssen.
Abtrainieren: Wie und wieso?
Mit dem Olympiasieg verwirklichte ich mir meinen Traum und beendete damit meine sportliche Karriere. Leider geht das aber nicht einfach so. Mein Körper hat sich in den Jahren an eine hohe körperliche Belastung gewöhnt und angepasst. Eine plötzliche Einstellung des Hochleistungstrainings kann zu Herzbeschwerden führen und teilweise sogar lebensbedrohlich werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, das Training über einen längeren Zeitraum nach und nach zu reduzieren. Dieses sogenannte Abtrainieren ist für Leistungssportler wie mich lebenswichtig und unumgänglich.
Ich bin gerade dabei, mir dafür einen geeigneten Trainingsplan zu erstellen. Für diesen Zweck habe ich Krafttraining, Radfahren, Laufen, Schwimmen und Ergometerrudern ins Auge gefasst. Zudem möchte ich aber auch die Gelegenheit nutzen, endlich auch einmal andere interessante Sportarten auszuprobieren.
Wer also mehr zum Thema Abtrainieren erfahren möchte, der sollte hier im Blog dranbleiben. Ihr dürft gespannt sein!
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