Extreme Kite-Surfing: 1000 km die brasilianische Küste entlang

Jedes Jahr mache ich mich Ende des Sommers mit zwei guten Freunden (Chicco del Croce / www.kiteacademy.it & Matteo Soprani) auf den Weg, um vor dem Winter noch einmal richtig Meerluft zu schnuppern.
In diesem Video seht ihr das Ergebnis unseres letzten größeren Kite-Trips: Unsere Idee war es, die brasilianische Nord-Ost-Küste 1000 km entlang zu kiten, sprich downwind von Fortaleza nach Sao Luiz. Jeden Tag haben wir zwischen 50 und 150 Kilometer im Wasser zurückgelegt, um vom Flughafen Fortaleza/Céara bis in die einsamen und wenig erschlossenen Küstengebiete der Lencois-Maranhenses zu kommen.
Aufregende Aufholjagd
Ich selbst konnte zum verabredeten Zeitpunkt nicht in Brasilien sein, so dass ich - ein wenig abenteuerlich für mich - die beiden anderen einholen musste!
Um das zu schaffen, bin ich von Fortaleza aus mit dem Taxi bis ans Ende der ausgebauten Straßen gefahren, und habe mich dann am Strand rausschmeißen lassen. Sehr allein...
Von dort aus bin ich den beiden anderen in zwei Etappen hinterher gekitet - was nach 15h im Flieger, diversen Zwischenlandungen und dem damit verbundenen Szenenwechsel von November-Deutschland zu Hochsommer-Brasilien doch alles in allem deutlich aufregender war, als ich es mir zuhause auf der Couch ausgemalt hatte!
Ich war dann zugegebenermaßen auch recht froh, schlussendlich Chicco und Matteo zu treffen, um von da an nicht mehr mutterseelenallein an der brasilianischen Atlantikküste `rumzugondeln´ ;)
Mein Kite, mein GPS, mein Rucksack und ich
Als Setup hatten wir ein Begleitfahrzeug dabei (guter alter Defender der vom Strand- und Offroad-erfahrenen Lucio gesteuert wurde), das uns das sperrigere Gepäck abgenommen hat und immer zum nächsten Etappenziel vorausgefahren ist, um dort auf uns zu warten.
Ansonsten hatten wir immer alles Notwendige am Mann: GPS, Lebensmittel, Notfallequipment und Kite-Ersatzmaterial hatten wir in wasserdichten Rucksäcken (gelobet sei Ortlieb) dabei, um autonom auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können.
Man muss sich vor Augen halten, dass es im Nord-Osten Brasiliens mit der Infrastruktur nicht besonders weit her ist. Die Gegend ist nur sehr spärlich besiedelt, es gibt keine Straßen und man sieht den ganzen Tag vom Meer aus eigentlich nur Dünen, Mangroven und ab und zu eine Fischerhütte. Das Handy (sofern kein Satellitengerät) könnte man fast schon zuhause lassen, denn Empfang hat man vielleicht nur alle 50 km.
Dementsprechend auch klar, dass man - wenn es mal schief läuft - alleine zurecht kommen muss! Natürlich ist auch dieses Mal immer mal wieder etwas schief gelaufen, aber am Ende ist dann doch alles gut gegangen... ;)
Viel Spaß beim Anschauen und vielen Dank an Chicco und Matteo für diesen Hammer-Trip!!!
P.S.:
Die Lencois-Maranhenses, das Zielgebiet unseres Trips, sollte man sich bei Gelegenheit unbedingt mal anschauen! Habe selten eine so beeindruckende Landschaft gesehen: Die Lencois bestehen auf einer Strecke von ca. 100 km aus riesigen Sanddünen und man kommt sich vor wie in der Sahara. Der einzige Unterschied ist, dass man - dank der starken Regenfälle - in jedem Dünental von kristallklaren Süßwasserpools überrascht wird, die kleine paradiesische Biotope bilden. Wunderschön!
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