Ein Erlebnis auf Sloweniens höchstem Berg: der Triglav (Teil 1)

Dauer/Länge: 1.849hm, 2 Tage
Höchster Punkt: Triglav, 2.864m
Startpunkt: Aljažev Dom, 1.015m
Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll
Ausrüstung: Klettersteig-Ausrüstung, Hüttenübernachtung
Anfahrt/Parken: parken am Parkplatz beim Aljažev Dom
Einkehrmöglichkeit: Triglavski Dom

Sloweniens höchster Berg: Der Trigalav
Sloweniens höchster Berg: Der Trigalav

Der Triglav ist ein beeindruckender Berg. Überhaupt finde ich die Julischen Alpen, die man von München aus bequem in unter 4h erreicht, ähnlich faszinierend wie die Dolomiten.

Die steilen und schroffen Kalkwände, die Steinwüsten, sobald man die Baumgrenze überschritten hat, und die schwindelerregenden Klettersteige.

Auf den Triglav führen viele Wege und ebenso viele Menschen sind oben auf dem Berg. Ich glaube, für Slowenen ist es Ehrensache, ihren höchsten Berg zumindest einmal im Leben zu besteigen, denn so vielfältig sind die Wanderer. Und auf den Triglav führt eben keine Seilbahn, im Gegensatz zur Zugspitze. Man sieht hier Senioren wie Kinder, typische Trekker, Teenie-Gruppen, sowie diejenigen, die vom Style her eher in ein Fitnessstudio im Industriegebiet passen würden. Alle treffen sie auf der Triglav-Hütte 300m vor dem Gipfel zusammen, die mit insgesamt 300 Betten, 3 Gasträumen, einer kleinen Kapelle mit Pastor und einer kompletten Wetter- und Funkstation einer kleinen Gemeinde ähnelt.

Leider ist die typisch alpenländische Hüttenkultur, Gemütlichkeit und Gastfreundlichkeit hier Fehlanzeige. Die Küche gleicht eher einer Kantine, und so schmeckt das Essen auch. Man bekommt eine Auswahl an Jota (Sauerkrauteintopf mit Bohnen), Sauerkrautsuppe mit Fleischeinlage, Sauerkraut mit Wurst und Wurst mit Brot.

Wenn man das alles jedoch ausblendet, bleibt ein fantastisches Naturerlebnis, das einen gleichzeitig fordert und beeindruckt.
Steile Klettersteige
Steile Klettersteige

Anfahrt

Von dem netten Bergdorf Mojstrana, wo es eine urige Pizzeria („Kot“) gibt, führt eine teilweise alphaltierte Straße den Berg hinauf bis zum Aljažev Dom, ungefähr eine halbe Stunde. Dort oben gibt es zwei große Parkplätze, die zumeist randvoll sind.

Der Prag-Weg im Aufstieg

Von diesem Tal aus führen drei verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten hinauf, allesamt Klettersteige. Wir entscheiden uns für die leichteste Variante, den Prag-Weg, die sich trotzdem als recht anspruchsvoll herausstellt, und starten gegen 7:30 Uhr. Zunächst wandert man das wunderschöne Tal leicht bergauf, immer am Bach entlang, bis man aus den Bäumen raus ist. Wir verpassen gleich mal die Abzweigung, die irgendwann unmarkiert links über den Flusslauf führt und gehen weiter bergan, bis wir anhand des GPS unseren Fehler bemerken und wieder umkehren. 

Das Problem ist, dass wenn man auf die gewaltige Nordwand des Triglav-Massivs starrt, kann man beim besten Willen nicht erkennen, wo der Weg entlang führen soll.
Ausblick über die Gipfel
Ausblick über die Gipfel

Wir finden schließlich den Einstieg in die erste Steilstufe und legen unseren Helm und die Handschuhe an. Mit viel Stemmen und Steigen auf die angebrachten Eisenstifte erklimmen wir die nächsten 100 Höhenmeter. Danach quert der Weg den Hang nach links und es folgen zwischendurch immer weitere Steilstufen. Ca. bei der Hälfte der Nordwanddurchquerung gelangt man an die Schlüsselstelle, die einzige Stelle, wo wir nun das Klettersteigset anlegen. Hier bin ich aber froh darum, dass wir es mitgenommen haben. Es handelt sich um eine senkrechte Felswand, in die schon Stufen geschlagen wurde, das Ganze ist also weniger anspruchsvoll als es zunächst aussieht.

Danach geht es weiter, immer abwechselnd in steilen Kehren und Kraxeleien bergauf, ich muss immer wieder meine Stöcke ein- und auspacken. Die Sonne ist bei diesem schweißtreibenden Aufstieg noch hinter der Kante, aber man spürt schon, wie sie in Kürze auf uns niederbrennen wird. Nach einer letzten Querung einer senkrechten Wand erreichen wir die Kante der Steilstufe. Aber wer denkt, dass man nun das Meiste hinter sich hat, der hat leider Pech gehabt....

Weiter geht's im 2. Teil nächste Woche! 

Bleibt gespannt,

Eure Helen!

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