Edelrid Seilproduktion – von der Faser zum Kletterseil


Im Jubiläumsjahr 2013 gewährt EDELRID einen Blick hinter die Kulissen der Seilproduktion und zeigt seine 150 YEARS ROPE MAKING EXPERIENCE. Eine Seilmaschine aus der Produktion in Isny geht auf Deutschland Tour.
Bei engelhorn sports könnt Ihr im Zeitraum vom 23.04.2013 – 04.05.2013 vor Ort sehen, wie genau so ein Seil entsteht – anzusehen wie ein Tanz um den Maibaum.
Einen kleinen Vorgeschmack gibt es hier im Edelrid Imagefilm. Edelrid Bergseile werden ausschließlich in Deutschland produziert und sind bluesign® zertifiziert. Dieser strenge Ökostandard belegt, dass Umwelt und Ressourcen maximal geschont werden.
Wie macht man eigentlich ein Seil?
Nein, nicht mit der Strickliesel, sondern mit der Flechtmaschine. Bis aus losen Polyamidfasern ein modernes Bergseil wird, durchläuft es viele Produktionsschritte, die wir euch hier zeigen wollen.
Prototypen – Idee zum Anfassen
Für eine so komplexe Entwicklung wie ein Seil muss man die richtige Maschine finden, welche die neue Idee umsetzen kann. Sind die passenden Materialien im Haus, können die ersten Prototypen produziert und getestet werden. Jetzt geht probieren über studieren…
Zertifizierung und Qualitätsmanagement Sicherheit geht vor
Seile sind Produkte für Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Deshalb muss ein Seil, bevor es zur Produktion zugelassen wird, nach der Norm für Bergseile geprüft und vom TÜV zertifiziert werden. Das ist ein ziemlich aufwändiges Unterfangen, bei dem nicht nur die Eigenschaften des Seils, sondern auch die verwendeten Werkstoffe, die Gebrauchsanweisung und die entsprechenden qualitätssichernden Maßnahmen des Herstellers unter die Lupe genommen werden. Ist alles in Ordnung, erhält das Seil am Ende eine EG-Baumusterbescheinigung, also ein TÜV Zertifikat. Alle dynamischen Seile von Edelrid entsprechen außerdem auch den Vorgaben der UIAA.
Produktionsstart
Ein Kernmantelseil besteht aus zwei Hauptkomponenten – dem Mantel und dem Kern. Die perfekte Abstimmung von Mantel und Kern geben dem fertigen Seil die gewünschten dynamischen Eigenschaften.
Zwirnen im Vakuum-Dampfbad: Dieser Prozess beginnt mit den Zwirnen für den Kern. Um diesen weißen Zwirnen Dynamik zu verleihen, müssen sie dazu gebracht werden, dass sie sich zusammenziehen, damit sie die Energie aus einem Sturz durch Ausdehnen absorbieren können. Das schafft man, indem sie in ein Vakuum-Dampfbad gesteckt werden. Dort kriegen sie zwar keine Luft, aber es ist schön warm und feucht – dieses Klima sorgt dafür, dass die Fasern schrumpfen und sie dadurch später mehr Energie aufnehmen können. Den gleichen Prozess durchlaufen die farbigen Zwirne für den Mantel.
Der Flechtprozess: Nach dem Dämpfen werden die Zwirne auf Spulen gewickelt, die dann in die Flechtmaschine eingebracht werden. Den eigentlichen Flechtprozess muss man sich wie einen Tanz um den Maibaum vorstellen.
Der Kern ist der Maibaum und die Spulen mit dem Mantelzwirn tanzen um ihn herum und flechten so den Mantel um den Kern herum. Das fertig geflochtene Seil sieht zwar schon so aus, als könnte man damit losklettern, es muss aber noch in die Nachbehandlung zur Veredelung.
Ausrüstungen und Veredelung - das Beste zum Schluss
Hier lernt das Seil SAM kennen – die SeilAusrüstungsMaschine. SAM verpasst dem Seil eine Kur aus speziellen Veredelungsgemischen. Je nach Seil gibt es verschiedene Veredelungsverfahren:
Pro Shield (für optimierte Gleiteigenschaften und erhöhte Schmutzresistenz)
Dry Shield (wasser- und ölabweisend)
Thermo Shield (besondere Geschmeidigkeit)
Aus der SAM laufen die Seile in Wannen und werden in die Konfektion – also die Endfertigung – gebracht.
Letzte Station: Qualitätskontrolle und Verpackung – auf dem Weg zum Fels
Als letzte Qualitätskontrolle läuft jeder Meter durch die Hände der erfahrensten MitarbeiterInnen. Hat die Charge diese letzte Prüfung bestanden, wird sie in die passenden Längen geschnitten und eine Maschine verpasst dem Seil die Mittenmarkierung. Danach wird es von einer Wickelmaschine zu einer Seilpuppe aufgewickelt, gewogen und schließlich mit Gebrauchsanweisung und Banderole verpackt. Jetzt ist das Seil fertig zum Versenden.
 
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