Download: Grundpackliste für eine Outdoortour

„Ich packe meinen Koffer und tue hinein: ein Handtuch, eine Hose, einen Hut …“, wer kennt es nicht, das Spiel aus den Kindertagen, bei dem oft die absonderlichsten Dinge im Urlaubsgepäck gelandet waren. Ein bisschen wie in diesem Spiel komme ich mir jedes Mal vor, wenn es darum geht, die Packliste für eine Bergtour, einen Weitwanderweg (z.B. der Jakobsweg), eine Trekkingtour mit Zelt oder eine Backpacking-Weltreise zusammen zu stellen. 

„Was nehme ich mit? Was brauche ich wirklich? Was ist unbedingt notwendig?“ 

Eine Vielzahl von Vorschlägen kursiert in diversen Reise- und Wanderführern, doch was nun tatsächlich für die geplante Reise im Koffer oder Rucksack landet, bedarf noch einer eingehenden Planung. Ich will euch zeigen, was in die Grundpackliste gehört und wie ihr diese ganz leicht für jede Art von Tour ergänzen könnt. So ist packen ganz easy!

Zunächst gibt es ein paar grundlegende Fragen zu beantworten:

Was ist geplant?
Bergwanderung, Trekkingtour, Klettertour, Urlaubsreise oder längerer Auslandsaufenthalt, z.B. Work & Travel.

Wohin geht die Reise, mit welchen Temperaturen und Wetterbedingungen muss ich rechnen?
Hier geht es darum, sich genau zu informieren, was einen erwartet. Auch bei einer Bergtour im Hochsommer kann man von Schnee und Kälte überrascht werden. Immer wieder kommen Bergwanderer in gefährliche und lebensbedrohliche Situationen, weil auf Handschuhe, Mütze, eine wärmende Jacke oder einen Biwaksack im Rucksack verzichtet wurde.

Wo schlafe ich, wie sauber ist es da und gibt es Decken?
Vielleicht schlafe ich im Zelt, das ich eventuell selbst tragen muss, mit Kocher, Kochgeschirr und Verpflegung. Es kann auch sein, dass ein Hüttenschlafsack ausreicht. Bei manchen Unterkünften kann es auch mal kreuchen und fleuchen und ich freue mich über ein Travelsheet mit Insektenschutz und mein Moskitonetz.

Zu welcher Jahreszeit und wie lange werde ich unterwegs sein?
Wer eine längere Auslandsreise über mehrere Monate plant, wird eventuell in verschiedenen Jahreszeiten unterwegs sein. Da ist es sinnvoll, eine Art Baukastensystem beim Reisegepäck anzuwenden. Ein Trolley-Rucksack kombiniert mit einem Tagesrucksack oder einem kleineren Trekkingrucksack halten hier alle Möglichkeiten offen. Zu bedenken ist auch, dass, selbst bei langen Reisen, die Ausstattung an Wäsche auf eine Woche begrenzt sein kann. Dann wird eben gewaschen. 

Wie viel Gewicht kann ich überhaupt tragen und auf welchen Komfort will ich verzichten?
Das ist wohl die alles entscheidende Frage. Eine kleine, leichte Frau kann natürlich nicht das gleiche Gewicht tragen, wie ein großer, muskulöser Mann. Wer sowieso schon mit Übergewicht belastet ist, sollte Gelenke, Bänder und Sehnen möglichst nicht noch zusätzlich belasten. Hier kann mit Funktionskleidung, Mikrofaserhandtüchern und Ultraleicht-Rucksäcken gegebenenfalls Abhilfe geschaffen werden. Muss ich, mit einem Körpergewicht von 58kg auf einer Trekkingtour jedoch für alles Notwendige 20 kg schleppen, komme ich sicher an die Grenzen meiner körperlichen Belastbarkeit. 

Mehr als 20% des Körpergewichts sollte man nicht über längere Strecken tragen müssen. 

Das wären bei mir gerade mal knapp 12 kg und das reicht mir auch.

Wie lange muss ich mein Gepäck tragen und wie ist die Wegbeschaffenheit?
Nimmt man als Beispiel den viel begangenen Jakobsweg, geht man viele Kilometer und viele Stunden am Tag, auch bergauf und bergab, zum Teil auf Asphalt. Nach dem Motto „reduce to the max“ wird das Gepäck auf das Maximum reduziert, weniger ist mehr und die Füße und Gelenke werden es danken. Muss ich meinen Rucksack oder Trolley nur vom Flughafen zum Bus oder vom Bahnhof zum Hotel tragen, ist der Tragekomfort gegenüber der Einteilung und praktischen Handhabung des Gepäcks eher zweitrangig.

Welches Reisegepäck ist das richtige?
Wie viele Liter Fassungsvermögen mein Rucksack oder Trolley haben muss, hängt unter anderem vom Volumen der Kleidungsstücke und Utensilien ab. Viel Volumen bedeutet nicht immer „schwer“. Eine wärmende Daunenjacke oder ein voluminöser Daunenschlafsack brauchen vielleicht Platz, sind aber leicht. So gibt es eine ganz gute Richtlinie für Trekking- und Trolley-Rucksäcke, die die Hersteller von Reisegepäck auch beachten: die Damenmodelle haben zwischen 55 und 65 l Fassungsvermögen (bepackt ca. 15 kg), während die Ausführungen für Männer zwischen 65 und 80 l liegen (bepackt auch schon mal 20 kg).

Wie sicher ist mein Reiseziel?
Bei Diebstahl- oder Überfallgefahr im Reiseland gibt es Möglichkeiten, sich zu schützen. Die beste ist, riskante Gegenden zu meiden. Bin ich auf einer Klettertour in den Bergen unterwegs, brauche ich Seile und Sicherungssysteme, z.B. ein Klettersteigset.

Wie schnell kommt im Notfall Hilfe und wie kann ich sie anfordern?
Eine Erste Hilfe Tasche gehört in jedes Gepäck. Doch diese ist, je nach Anforderung, noch mit weiteren wichtigen Utensilien zu ergänzen: Zeckenzange, Einwegspritzen, Tapes, Blasenpflaster und vor allem eine gut funktionierende Schere sind eventuell noch nachzurüsten.

Okay, das sind schon eine ganze Menge Fragen und vielleicht ist der ein oder andere jetzt noch mehr verwirrt. Deshalb habe ich einige Packlisten für verschiedene Reisen und Unternehmungen zusammen gestellt. Dazu gibt es zunächst eine Grund-Packliste, die alles beinhaltet, was ich auf jeder Reise brauche. Diese wird dann, je nach Anforderung und Reiseart, ergänzt. Hier findet ihr die Grundpackliste.


Die ergänzenden Packlisten für Hüttentouren, Weitwanderwege (Jakobsweg),Trekkingtouren mit Zelt und exotische Reiseziele findet ihr bald auf dem Blog.

Dass man für das richtige Reisegepäck eine gute Beratung benötigt, ist selbstverständlich. Bei uns in der Bergsportabteilung im engelhorn Sporthaus im 4. OG könnt ihr den richtigen Rucksack finden, mit Gewicht beladen und ausprobieren. Das ist sehr wichtig, denn jeder Mensch ist anders gebaut. Das ist wie beim Jeans kaufen, dem einen passt diese, dem nächsten jene Hose besser. Und bei uns findet ihr auch gleich alle anderen Artikel aus der Packliste. Packen wir’s a(i)n!

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