Die Schattenseiten des Sports

Vitalität, Gesundheit und Gemeinschaft – das sind nur einige der positiven Eigenschaften, die wir mit Sport in Verbindung bringen und ich finde, die Liste könnte getrost mit diesen schönen Dingen enden. Doch leider bestimmen immer häufiger negative Enthüllungen und zweifelhafte Akteure die Schlagzeilen. Denn auch beim Sport gibt es eine Schattenseite – eine Seite, die eine ganz neue Sichtweise eröffnet und ernstzunehmende Probleme in den Raum wirft. Diese Probleme müssen thematisiert und diskutiert werden, damit der Sport so wird, wie er sein soll: Sauber!
Klar denkt man hier zuerst an Doping. Ein Punkt, der sicher nicht zu vernachlässigen ist und bereits das Image von so mancher Sportart stark und nachhaltig beschädigt hat. Fälle sind neben der Leichtathletik insbesondere aus dem Radsport bekannt, dem heutzutage keine Glaubwürdigkeit mehr entgegengebracht wird. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben ihre Konsequenzen bereits gezogen und die Tour de France im Jahr 2008 aus dem Fernsehprogramm verbannt.
Die Probleme gehen allerdings noch weiter. Aufgrund der enormen Beliebtheit von Spitzensportereignissen, wie beispielsweise der Fußball-Weltmeisterschaft, tummeln sich um den Sport viele ökonomische und politische Interessen. Dass dort nicht alles mit rechten Dingen zu geht, ist spätestens seit den jüngsten Vorkommnissen offensichtlich. Korruption im Sport ist daher ein Thema, dass nicht mehr einfach unter den Tisch zu kehren ist. Und so ist auch die Liste der negativen Ereignisse lang:
Erst Ende letzten Jahres hat die zweifelhafte Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 nach Katar für Aufregung gesorgt. Angeblich sollen hohe Bestechungssummen an einflussreiche Mitglieder des Weltverbandes FIFA geflossen sein, damit die WM an den reichen Wüstenstaat geht. Die Vertrauenswürdigkeit und das Image der FIFA sind seitdem auf einem Tiefpunkt. Ein weiterer Punkt ist der Fußball-Wettskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer, der 2005 den öffentlichen Diskurs in Deutschland bestimmte. Demnach haben zahlreiche Spieler, Trainer und Funktionäre Fußballspiele manipuliert und dafür hohe Summen kassiert. Neue Vorwürfe wurden 2009 bekannt und es ist anzunehmen, dass diese nicht die letzten bleiben, sind doch die hohen gehandelten Geldsummen und vielseitigen monetären Interessen der perfekte Nährboden für Korruption und Bestechung.
Aktuelles Thema im Fußball sind die Wettskandale in der türkische Profiliga. Mehr als 20 Spiele stehen unter Betrugsverdacht und stürzten den türkischen Fußball in eine schwere Krise.
Aber nicht nur der Fußball hat derzeit unter „der Macht des Geldes“ zu leiden. So droht der NBA – der US-amerikanischen Basketballliga – ein Lockout, weil sich Verband und Spielergewerkschaften über keinen neuen Vertrag einigen können.
&nbsp
Doch wie können die Probleme gelöst werden? Ein wichtiger Aspekt ist Transparenz. Durch investigativen Journalismus, der den Sport kritisch hinterfragt, können Missstände aufgedeckt und folglich behoben werden. Ein Anfang wurde im Oktober auf der Sport-Weltkonferenz „Play the Game“ an der Deutschen Sporthochschule Köln gemacht. Wissenschaftler, Funktionäre, Journalisten und Studenten diskutierten über Lösungswege für Korruption und andere Probleme. Ändern wird sich dadurch vielleicht nichts. Eine Sensibilisierung für die Thematik ist aber sicher ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Dabei geht es doch auch anders. Sport besitzt mit seiner Beliebtheit und hohen Resonanz das Potential, grundlegende Werte wie Fairness und Integration in der Gesellschaft zu verankern. Der Sport platziert diskussionswürdige Themen und wirft kritische Fragen auf, die die Anschlusskommunikation fördern und Barrieren beiseite schaffen. Allein diese wenigen Punkte machen den Sport schon einzigartig und schützenswert.
picture by © Rainer Sturm / PIXELIO / pixelio.de
Newsletter