Der erste Trailmarathon in Heidelberg


Am 27.10.2013 startete der erste Trailmarathon in Heidelberg. Bereits im Vorfeld war ich sehr begeistert von der abwechslungsreichen Strecke, die einem schon einiges an Aufmerksamkeit und Konzentration abverlangte. 1500 Höhenmeter, das schafft einiges an Respekt. Die angebotenen Trainingsläufe vor Ort hatte ich bewusst vermieden. Hätte ich vorher gewusst, dass es stellenweise sooo hart wird, hätte ich vielleicht gekniffen....
Große Aufregung herrschte bei den Läufern, weil es in der Nacht von Samstag auf Sonntag sehr gestürmt hatte und eigentlich schlechtes Wetter gemeldet war. Wie sah wohl die Strecke aus, die doch tags zuvor extra noch mal abgegangen und entlaubt worden war?
176 Stufen im Sonnenschein und Laufschritt
Pünktlich stand man um 9 Uhr am Start und freute sich des Sonnenscheins. „Gott sei Dank, ein trockener Start.“ Und los ging es!
3 km durch die Altstadt, über die „Alte Brücke“ und dann kam der Schlangenweg.... Tapfer hielt ich durch mit dem Laufen, aber als ich dann vor mir die Ersten gehen sah, beschloss auch ich, etwas Kraft zu sparen und ging. Auf ging es zum Heiligen Berg über die Thingsstätte, die mit ihren vielen (176) Stufen ganz gut sogar im Laufschritt zu bewältigen war. Oben angekommen und rumgeschaut: Gänsehaut pur. Die Sonne schien noch immer warm. Für mich persönlich einer der schönsten Momente.

Sekunde, ich habe gerade ein paar Blätter vor dem Gesicht...
Der weiße Stein war der fast höchste Punkt des Laufes und von dort ging es über ein langes Gefälle zurück zum Neckar und damit zum letzten und schwersten Anstieg: hinauf zum Königsstuhl. Der Weg bis dahin war mit Laubwald und verschiedensten Wegarten, wie Sandstein, Schotter oder Pfützen immer wieder abwechslungsreich. Zwischendurch pfiff einmal auf einem Weg dermaßen der Wind, dass man in einem Laubmeer versank und nichts mehr außer tanzenden Blättern sah. Unberechenbare Natur...
Dann kam für viele Läufer die schwierigsten Passage: Die grobe Natursteintreppe mit 130 Höhenmetern! Durch die vielen Auf- und Ab-Läufe waren die Waden vieler Läufer stark beansprucht und durch die Unregelmäßigkeit der Stufen kam es vermehrt zu Krämpfen.

Auf dem Königsstuhl durch den Schnee! ... äh, Schnee?!
Oben auf dem Königsstuhl lag dann sogar - oh Wunder – Schnee! Dieser wurde extra angekarrt vom Veranstalter. Schließlich sollte das ein Trail erster Güte und kein Spaziergang sein. Der eiskalte Wind sorgte dann für eine kurze Abkühlung und der Abstieg begann...
Noch nie hatte ich mir so das Heidelberger Schloß herbeigesehnt. Die Wege waren mitunter sehr schmal und trailig. Jeder noch so kleine Anstieg verursachte mir Panik. Durch das Bergabgehen taten die Knie auch schon hin und wieder weh.

Nur noch 700 Meter? Schön wär's!
Ein amüsantes Rennen lieferte ich mir mit zwei Läufern, die ich auf geraden Strecken überholte, weil sie da gingen, und wenn es wieder steil bergab ging, flitzten sie an mir wie Gemsböcke vorbei. Respekt!
Endlich das Schloss, der Schlossgarten, und dann sehr steil ein Weg in die Altstadt....
Ein freundlicher Herr rief mir beim ersten Schritt auf dem Kopfsteinpflaster zu, es seien nur noch 700 m....ich glaube, er hatte sich geirrt. Es waren noch ein paar harte Meter zum Ziel. Doch belohnt wurde ich mit einem überaus befriedigenden Gefühl, es bis ins Ziel geschafft zu haben.
Die Strecke empfand ich zwar als hart und schwer, aber dennoch machbar. Und vor allem war sie sehr, sehr abwechslungsreich gegenüber einem Stadtmarathon.

2.100 tapfere Läufer und beeindruckende Ergebnisse!
In nur 3:01:15 siegte Marco Sturm bei den Männern und bei den Frauen Almuth Grüber in 3:34:08.
Die schnellste Männerstaffel in 2:55:47 war das engelhorn sports Team und bei den Damen siegte ebenfalls das engelhorn sports Team mit 3:20:28. Bei den Mixed-Teams gewann “No Pain No Fun” mit 3:52:58.
Insgesamt waren ca 2.100 Teilnehmer gemeldet gewesen, davon kamen fast 800 Läufer auf der langen Distanz gut ins Ziel.
Alles in allem war es ein toller Traillauf und ich bin sicher wieder mit dabei.
Herrlich. Höher. Härter. Dieser Gelita Trail Marathon wurde dem gerecht. Vielen Dank noch mal an den Veranstalter, die Helfer und das Publikum.
Bilder:  © Rhein-Neckar-Picture
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