Das Ortovox Safety Lab 3: richtiges Verhalten am Berg


Endlich! Der Rucksack ist gepackt, die Ski gewachst und es kann losgehen. In der letzten Episode unserer Safety Academy Lab-Staffel haben wir gelernt, wie das Risiko bereits daheim durch eine vernünftige Planung reduziert werden kann. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter: ich erkläre euch das richtige Verhalten am Berg.
Nach dem Lawinenlagebericht geht's ab zum Start!
Nun wird es ernst - überlegtes Handeln ist gefragt - es geht auf den Berg. Vielleicht hat es über Nacht noch mal fett geschneit und jetzt scheint die Sonne? In jedem Fall müsst ihr checken, ob die Plandaten mit der Realität übereinstimmen. Zunächst wird der Lawinenlagebericht (LLB) abgerufen. In der Regel erscheint er bereits in den Morgenstunden und informiert über Gefahrenstufe, den Schneedeckenaufbau, potentielle Gefahrenstellen und das Wetter.
Der LLB klingt vielversprechend und die ausgesuchte Tour passt zur aktuellen Gefahrenlage? Dann geht’s ab ins Auto und auf zum Startpunkt der Tour. Hier steht der nächste Check an. Geht Wind? Hat es geschneit? Stimmen die Schneehöhen mit den erwarteten Werten überein? Auch hier ist alles im grünen Bereich? Dann kann es endlich losgehen - ab ins Gelände!

 
Auch im Wald ist Vorsicht geboten!
Am Anfang jeder Tour steht der Partnercheck, bei dem die Sendefunktion der LVS-Geräte kontrolliert wird. Du oder einer deiner Kumpels stellt dazu sein LVS-Gerät auf Suchen, alle anderen auf Senden. Anschließend laufen die Gruppenmitglieder im Abstand von 5 Meter am Kappo vorbei und lassen ihr Gerät checken, anschließend wird auch sein Gerät noch überprüft.
Viele Skitouren führen durch unterschiedliche Vegetationszonen, die meisten starten im bewaldeten Gebiet. Zwei Dinge sind hier zu beachten: auch im Wald gibt es Lawinen. Erst wenn der Baumbestand nämlich so dicht ist, dass man kaum mehr durchkommt, kann er Schutz bieten. Alles andere ist ein weit verbreiteter Irrglaube.
Dann gilt es zu beachten, dass du im Wald niemals allein bist und nur als Besucher geduldet bist. Folglich solltest du dich ruhig und zurückhaltend verhalten. Der Wald bietet gerade im Winter den Rückzugsraum für viele Tierarten, die sich in der kalten Jahreszeit im Ruhemodus befinden. Jede zusätzliche Bewegung kostet Energie, die in harten Wintern lebendbedrohlich sein kann. Und: es sollte sich von alleine verstehen, dass bei der Spurenanlage kein Jungwald geschädigt werden sollte, genauso bei der Abfahrt. Schaut euch mal an, was so alles im Wald rumkreucht, denn viele Tiere bekommt ihr nie zu Gesicht:

 
Die sichere Aufstiegsspur finden!
Sobald es raus aus dem Wald geht und die skitechnisch interessanten Hänge lauern, sollte die Wachsamkeit steigen, denn hier gibt es jede Menge zu beobachten. Oberhalb der Waldgrenze hat der Wind großen Einfluss auf den Schnee. Zu erkennen ist das an verschiedenen Schneeformen, wie beispielsweise Wechten, Anraum, Gangeln oder Dünen. Windfahnen sind ein deutliches Zeichen für aktuelle Windaktivität. Besonders hinter Hangkanten, Kämmen, in Rinnen und Mulden kann sich durch Wind tückischer Triebschnee ansammeln, der leicht zu stören ist.
Eine gut angelegte Aufstiegsspur meidet solche Bereiche und nutzt günstige Geländeformen wie zum Beispiel Rücken. Bedenkt in jedem Fall, dass nicht nur der Bereich um eure Spur bei der Gefahrenbeurteilung einbezogen werden muss. Je nach Gefahrenlage drohen Lawinen auch aus weiter entfernten Hängen. Um das besser verstehen zu können, empfehle ich euch die interaktive Darstellung im Safety Academy Lab.

Auch am Berg sind Apps nützlicher Helfer
Nützlich im Gelände oder schon bei der Planung daheim sind Apps, wie die Bergtouren App von Ortovox. Ihr könnt beispielsweise ganz leicht eure Position auf den Offline-Karten feststellen, genauso die Höhenlage, Exposition oder gar die Hangsteilheit. Ihr könnt sogar potentiell gefährliche Stellen in der Karte markieren und so im Gelände leichter wiederfinden. Verlasst euch jedoch niemals ausschließlich auf Apps und elektronische Navigationsgeräte, eine topografische Karte gehört als Backup nach wie vor in jeden Tourenrucksack und sollte natürlich auch gelesen werden können.
Seid ihr jetzt vollends heiß auf Touren und noch mehr Wissen? Dann lade ich euch zum Ortovox Gewinnspiel  oder ins Lab ein. Es warten jede Menge tolle interaktive Aufgaben auf euch sowie Filme und viele Neuigkeiten rund um die rockigen Flocken.
Bis zur nächsten Episode, euer Tommi
Newsletter