Dan Hugo: Ein Einzelsportler auf dem Weg zu Höchstleistungen

Ich wurde in Südafrika am Rande Worcesters auf einer alten Familienfarm in eine sportbegeisterte Familie hineingeboren. In meiner Kindheit probierte ich alles aus, was an Mannschaftssportarten in Südafrika populär ist: Cricket, Rugby, Tennis und Hockey. Doch ich stellte schon bald fest, dass es nicht meine Sache war, auf einem Spielfeld zu stehen und darauf zu warten, dass ein Mitspieler den Ball an mich abspielen würde. Stattdessen weckte mein Vater in mir die Begeisterung für die Solosportarten. Vor allem für den Rudersport, wo er als Semi-Professional großartige Erfolge feiern konnte.
 
Zu Schulzeiten ersetzte ich folglich die Mannschaftssportarten nach und nach durch Schwimmen, Crosslaufen und Rennen, und nachdem mir ein Freund zu meinem ersten Fahrraderlebnis verholfen hatte, stand meinem ersten Triathlon nichts mehr im Wege. Ich bestritt ihn mit 10 Jahren und war so begeistert, dass ich all meine kindliche und später auch jugendliche Energie darauf konzentrierte. Mein erstes nationales Rennen gewann ich mit 12 Jahren.
 
Im Alter von 15 Jahren verlagerte ich meinen Fokus dann zunächst wieder auf das Rudern, um mir doch noch den Traum zu erfüllen, eines Tages den Berg River Marathon zu gewinnen – ein Rennen, das mein Vater ganze sieben Mal siegreich hatte beenden können. Leider erreichte ich das maximale Teilnahmealter vor einem siegfähigen Paddelniveau.
 
Nach dem Ende der Grundschulzeit wechselte ich nach Stellenbosch an das Paul Roos Gymnasium, das vor allem für seine gute Sportlerförderung bekannt war. 2002 nahm ich an den Junioren-Weltmeisterschaften in Cancun, Mexiko, teil und gewann meine ersten Eindrücke des internationalen Niveaus.
Im darauffolgenden Jahr nahm ich an einem Rennen in Queenstown teil, wo mir zum ersten Mal die Risiko-Gewinn-Gleichung eines Profisportlerdaseins wirklich bewusst wurde. Frustriert gab ich mein Training in Sydney auf und arbeitete stattdessen für zwei Monate auf einem Weingut – eine Erfahrung, die ich bis heute nicht missen möchte.
Ich kehrte ans Roos Gymnasium zurück und trug als Schulsprecher zum ersten Mal in meinem Leben Verantwortung für mehr als bloß mich selbst. Ich trainierte weniger, konnte dafür jedoch das Leben um mich herum wirklich beeinflussen.
Es folgte eine Selbstfindungsphase in der ich mich fragte, was ich wirklich für mein Leben wollte. Ich reduzierte abermals mein Training, reiste herum und fand Ablenkung beim Rudern, was auf mich neu, anders und aufregend wirkte.
 
Ich schrieb mich zum Studieren an der Universität Stellenbosch für Investment Management ein, brach das Studium allerdings ab. Stattdessen kehrte ich zurück zum Xterra Triathlon und den Chancen, den dieser Multisport bietet. Es passiert im Moment einfach zu viel auf diesem Gebiet, als dass ich darauf verzichten könnte, ein Teil dieser rasanten internationalen Entwicklung zu sein.
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