Cross-Fit – zwischen Klimmzügen und LKW-Reifen

Schon die Überschrift vermittelt einen Eindruck davon, dass Cross-Fit etwas Ungewöhnliches ist. In einer kurzen Charakterisierung würde ich es mit Begriffen wie Zirkeltraining, Ausgleichssportart, Motivation oder Vielfalt beschreiben. Aber das trifft alles noch nicht den eigentlichen Kern dieser neuen, teilweise echt verrückten Sportart. Um euch daher das Ganze genauer vorzustellen, habe ich Anne, Studentin aus Berlin, und Alex, Handelsvertreter aus Tübingen, interviewt. Beide sind aktiv dabei und geben einen Einblick in ihre Erfahrungen.
 
engelhorn sports: Wie seid ihr zu Cross-Fit gekommen?
Anne: Ich habe in meinem Auslandssemester in Kanada 2009 das erste Mal etwas über Cross-Fit gehört. Als ich zurück in Deutschland war, habe ich im Internet nach einer Möglichkeit gesucht, Cross-Fit in Berlin zu betreiben. Zu der damaligen Zeit hatte aber noch keine Cross-Fit-Box in Berlin geöffnet. Im Sommer 2011 habe ich aus Interesse noch mal im Internet recherchiert und bin so zum CrossFitwerk in Berlin gekommen.
Alex: Durch das Training im Kraftraum der Uni bin ich mit Typen in Berührung gekommen, die ungewöhnliche Übungen mit ungewöhnlichen Geräten machten. Das sah am Anfang ulkig aus. Bei genauerem Hinschauen habe ich dann aber bemerkt, dass diese Art zu trainieren viel effektiver zu sein scheint, als pures Hanteltraining einzelner Muskeln.
 
engelhorn sports: Was ist für euch der besondere Reiz an CrossFit?
Anne: Cross-Fit beansprucht den ganzen Körper und ich kann mich richtig auspowern. Ich wurde auch schon mal gefragt: warum CrossFit und nicht Fitnessstudio? Ich muss sagen, diese Frage stellt sich mir gar nicht. Vorher war ich in einem Fitnessstudio und dort trainiert man meist allein und muss sich selbst pushen. Lange motiviert war ich dort nie. Beim Cross-Fit trainieren wir in einer kleiner Gruppe, wo sich jeder kennt. Im Grunde ist es, wie mit Freunden Sport zu machen und sich dabei gegenseitig an die sportlichen Grenzen zu treiben.
Alex: Dass es immer hochintensiv ist. Dass man immer gegen sich selber antrainiert und den inneren Schweinehund überwinden muss. Aber in der Gruppe, in der ich trainiere, pushen wir uns gegenseitig übers Limit hinaus. Das macht Spaß. Zudem ist das Training sehr effizient. Vor allem wenn man beruflich stark eingespannt ist und viel im Auto sitzt, wie es bei mir der Fall ist, weiß man es zu schätzen, wenn man sich in kürzester Zeit voll auspowern kann. Und auch bei nur einmaligem Training pro Woche einen Trainingseffekt in punkto Muskelaufbau spürt.
 
engelhorn sports: Gibt es für euch Lieblingsübungen?
Anne: Unser Training teilt sich meist auf in Erwärmung, einen Stärketeil mit Gewichten und ein WOD (workout of the day), wo wir verschiedene Übungen hintereinander kombinieren. Am liebsten mache ich das WOD, wo man sich richtig auspowern und mit anderen messen kann. Übungen mit dem eigenen Körpergewicht mag ich auch sehr gerne, das heißt Klimmzüge, Boxsprünge und zwischendurch Rennen. Was mir am Stärketeil besonders gut gefällt ist, dass wir auch die Techniken des olympischen Gewichthebens lernen. Wenn man dann von Woche zu Woche  aufgrund der Verbesserung das Gewicht erhöhen kann, spornt das ganz schön an und motiviert zusätzlich.
Alex: Wir machen ja ganz wilde Sachen mit Feuerwehrschläuchen, Bierfässern, und LKW-Reifen. Mir gefallen am besten die Reifenziehübungen, das Hämmern auf den Reifen oder das „Wedeln“ mit den Feuerwehrschläuchen.
 
engelhorn sports: Habt ihr momentan ein bestimmtes Ziel, auf das ihr mit Cross-Fit hintrainiert?
Anne: Nein, nur just for fun. Aber einige aus meiner Box nehmen auch an Wettkämpfen wie den CrossFit Open teil.
Alex: Ja, ich bereite mich auf meinen ersten Triathlon vor. Ich werde am 30. September auf Elba mit einer Halbdistanz starten (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, Halbmarathon laufen). Bei meinem Beruf wäre ein klassischer Trainingsplan mit vielen langen Grundlageneinheiten gar nicht möglich. Daher gehe ich einen anderen Weg.
 
engelhorn sports: Was verbindet ihr mit dem engelhorn sports Slogan: „sport up your life“?
Anne: Sport macht dein Leben leicht und du kommst besser durch den Tag.
Alex: Dass es einem gut tut, auch bei geringem Zeitbudget den Hintern vom Sofa hochzunehmen und Sport zu treiben. Jede Minute hilft weiter. Man fühlt sich fitter, entspannter. Und das überträgt sich auf alle persönlichen und beruflichen Bereiche.
 
engelhorn sports: Vielen Dank an euch beide!
 
 
Bestimmt habt ihr jetzt einen ersten Eindruck von CrossFit bekommen, der Videobericht des SWR kann diesen noch verstärken. Vielleicht ist aber auch noch die ein oder andere Frage offen. Kein Problem, kommentiert einfach den Artikel und wir beantworten euch gerne alles, was ihr schon immer zum Thema Cross-Fit wissen wolltet.
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