Cross Country: Die „Formel 1“ des Mountainbikens!

Die ersten Sonnenstrahlen kommen hinter den Wolken hervor, endlich! Was war dieser Winter grau, kalt und nass. Doch seit einigen Tagen strahlt die Sonne vom Himmel und wärmt uns wenn wir mit dem Mountainbike unterwegs sind.
Immer mehr Sportbegeisterte holen deshalb ihre Bikes aus dem Winterschlaf und auch ich stecke voll in den Vorbereitungen auf die neue Wettkampf-Saison 2013. Mountainbiker lieben die Freiheit, Natur und treiben gerne Sport. Doch es wissen leider die wenigsten, dass wir eine „Formel 1“ des Mountainbike-Sports haben.
Es ist das olympische Cross – Country.
Cross - Country Rennen sind härter als jede Tour de France Etappe


Klingt erst mal verrückt, ist aber meiner Meinung nach so. Denn die körperlichen und mentalen Belastungen bei einem Mountainbike Cross – Country Rennen sind enorm. Puls 180 ist durchschnittlich auf dem Pulsmesser abzulesen.
Die richte Erwärmung und die Wahl des Materials ist die erste Kunst
Denn direkt vom Start weg heißt es beim Cross – Country Rennen Vollgas! Durchschnittlich starten ca. 100 Fahrer bei einem Massenstart. Meist geht es nach ca. 500 Metern in einen Singletrail, also einen schmalen Weg, wo Überholvorgänge deutlich schwieriger sind. Deshalb ist es wichtig, direkt vom Start weg vorne dabei zu sein. Wer also nicht richtig erwärmt an die Startlinie rollt, hat von vornherein schlechtere Karten. Die Reifenwahl und Materialwahl ist ebenfalls sehr wichtig. Wer einen Defekt hat, verliert schnell wertvolle Sekunden auf die Konkurrenz und muss diese wieder mit einem hohen Kraftaufwand gut machen. Das Mountainbike sollte so leicht wie möglich sein (mein 29“ Race-Bike wiegt ca. 9 kg) und muss trotzdem so stabil und sicher sein, dass ich z.B. keinen Reifendefekt habe.
Der Rundkurs

Nach der Startphase geht es direkt auf den Rundkurs. Meist sind die Strecken 3-5 km lang. Diese Rundkurse sind bergauf konditionell sehr anspruchsvoll und bergab technisch eine Herausforderung. Die Rundkurse sind die letzten Jahre technisch immer anspruchsvoller geworden. Inzwischen fahren auch wir durch „Rock-Garden“ oder über Sprünge, die vergleichbar mit denen einer Downhill-Strecke sind. Eine gute Fahrtechnik ist also Grundvoraussetzung für ein gutes Rennergebnis.
Renndauer
Und nun: Wieso soll so ein Cross – Country Rennen anspruchsvoller als eine Tour de France Etappe sein?
Den Rundkurs fahren wir, bis ca. 90 Minuten auf der Uhr stehen. Auf diesen Rundkursen sammeln wir um die 1000 hm. Es gibt kaum Phasen, in denen man sich erholen kann, denn bergauf wird immer gekämpft – man will ja oben als erster in die Abfahrt einfahren, um so die Konkurrenz zu distanzieren.
Aber auch in den Abfahrten muss man hoch konzentriert sein und darf keine Fehler machen, sonst kommt man schnell von der Ideallinie ab und kann stürzen. Bei einem Straßenrennen kann man immer mal „mitrollen“, dass geht bei uns nicht. Hier ist man immer am Anschlag und muss kämpfen bis zur Ziellinie. Der Puls bleibt konstant bei 180 – 200 Schlägen pro Min. und die Kombination aus Ausdauer, Kraft und Fahrtechnik fasziniert mich bis heute.
Die richte Taktik kann den Sieg bringen!


Eine Renndauer von 90 Minuten kann sehr lang werden. Wer am Start sein gesamtes „Pulver“ verschießt, wird schnell einknicken und Plätze verlieren. Man muss ein gutes Körpergefühl entwickeln um zu merken, wie lange man die Grenze überschreiten kann. Wer dies zu oft macht, kann in der Endphase des Rennens eventuell die entscheidende Attacke des Konkurrenten nicht mitgehen und verliert Zeit und vielleicht den Sieg.
Zuschauen lohnt sich!

Ständige Positionswechsel machen die Rennen enorm spannend, so lohnt es sich die Fahrer am Streckenrand anzufeuern und zu pushen. Im optimalen Fall kann der Zuschauer von einem Punkt der Strecke die Fahrer mehrfach vorbei fahren sehen und den Rennverlauf mitverfolgen.

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