Castelli 24-Stunden-Rennen: „an unfair advantage“ der Extraklasse

Schon im letzten Jahr war ein Team von engelhorn sports der Einladung nach Venetien gefolgt, um das Castelli 24-Stunden-Rennen zu bestreiten. Ich selbst war dieses Mal erstmals mit von der Partie und wusste nicht wirklich, was mich erwartet, als ich meine Zusage gab. Die anderen jedoch waren voller Vorfreude und ich war spätestens dann mindestens ebenso begeistert, als wir am Ort des Geschehens ankamen: Ein pittoresker und geschichtsträchtiger Ort in der italienischen Provinz Belluno, eine Autostunde westlich von Trento.


Castelli – eine Marke mit Tradition
Das italienische Traditionsunternehmen Castelli mit Sitz in Fonzaso, einem Nachbarort von Feltre, bietet Bekleidung auf höchstem Niveau. Nicht umsonst kleidet der Konzern mit Garmin Sharp und - unter dem Markennamen Sportful - Tinkoff Saxo gleich zwei der weltbesten Profiradsportteams ein.
24 Stunden durch die malerische Altstadt
Mitten durch die Altstadt verlief der Rennkurs, auf dem 100 Teams (sowie einige beinharte Einzelfahrer, die das Ganze im Alleingang bestritten!) 24 Stunden lang um die Wette fahren sollten. Ein moderater Anstieg zog sich ab dem Start die mächtige Stadtmauer entlang und führte um eine Kurve, nach der es teils flach, teils bergab im Zickzack zwischen Häusern und sogar unmittelbar an einem Café vorbei ging. Nach einer weiteren engen Kurve folgte eine schnelle lange Gerade über eine Allee, danach ein herbes Stück Kopfsteinplaster, das in einer letzten Kurve schließlich wieder in den Start- und Zielbereich mit der Wechselzone mündete.
Selbst am Morgen war bereits mächtig was los: unzählige farbenfrohe Zelte der verschiedenen Teams säumten die Gassen, überall waren Helfer, Fahrer und Betreuer mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt, die Stadt brummte vor Geschäftigkeit und wir konnten die edelsten Radmodelle unterschiedlichster Hersteller bestaunen.


Das engelhorn sports Team
Unser bunt zusammen gewürfeltes engelhorn sports Team ging in folgender Besetzung an den Start: Björn Richter, Gerhard Paris, Hashim Ötzkan, Jörg Noh, Kai-Uwe-Brunholz, Marcel Fleschhut, Markus Rech, Marten Fink, Sebastian Lückhoff, Ulf Stramer, Slawomir und ich! Gemeinsam war uns vor allem die Begeisterung für den Radsport, und das war deutlich zu spüren: Während jeweils einer – stilgerecht eingekleidet in die Castelli-Team-Bekleidung - auf der Strecke sein persönlich Allerbestes gab, wurde vom Streckenrand aus kräftig motiviert und angefeuert.

Die Wechseltaktik
Jedes Team hatte seine eigene Strategie, was den Wechsel betraf. Die Profis waren teils nur wenige Minuten auf der Strecke und wechselten, koordiniert von eigenen Betreuern entlang der Strecke, sehr häufig durch. Reine Frauenteams gab es auch. Sie hatten jeweils ein „eigenes“ Männerteam, welches das gesamte Rennen über dafür zu sorgen hatte, dass jede Fahrerin stets im Windschatten fahren konnte. Wir hatten uns in vier 3-er-Gruppen aufgeteilt, die jeweils 2x 3 Stunden abdeckten.
So war meine 3-er-Gruppe beispielsweise von 01:00 – 04:00 Uhr und von 13:00 – 16:00 Uhr auf der Strecke. Dadurch konnten wir während weniger Stunden volle Leistung erbringen und zwischenzeitlich ruhen. Innerhalb der Gruppe vereinbarten wir im Voraus, wer in etwa wie lange fahren wollte, hatten jedoch unseren aktuellen Fahrer permanent im Blick, um auf Handzeichen jederzeit wechseln zu können. Je nach derzeitigem Tempo auf der Strecke bzw. in der jeweiligen Gruppe konnte es gut sein, dass man unerwartet deutlich länger oder eben auch kürzer durchhalten würde. Diese Strategie hat sich meiner Meinung nach gut bewährt: Wir hatten Spaß, wir sind ein tolles Rennen gefahren, die Wechsel haben gut funktioniert und wir waren rasch ein eingespieltes Team.
Tolle Stimmung, tolles Rennen
Aber Italien wäre nicht Italien und die Begeisterung meiner Mitstreiter nicht schon im Vorfeld so groß gewesen, wenn es sich um ein gewöhnliches Rennen gehandelt hätte! Neben bester Organisation und einer tollen Streckenführung, davon durften wir uns vielfach überzeugen, waren wir vor allem von der unglaublichen Atmosphäre fasziniert, den Zuschauern allen Alters, die auch mitten in der Nacht noch gutgelaunt an der Strecke standen und Stimmung machten, der mitreißenden, gelegentlich auch mal gewöhnungsbedürftigen Livemusik, den spaßigen Showeinlagen, dem herzlichen Empfang, der tollen Betreuung und nicht zuletzt auch dem leckeren Essen. Wir konnten uns mitreißen lassen von der italienischen Lebensfreude und unendlich viel Spaß haben.


Dem Castelli-Motto „An unfair advantage“ wurde die Veranstaltung also absolut gerecht und wir haben diese Vorzüge in vollen Zügen genossen. Das Einzige, was wir vielleicht etwas vermisst haben, war der Schlaf. Denn der war definitiv Mangelware!
Bis zum nächsten Jahr,
eure Arnhild
 
Bilder: Arnhild Proß, engelhorn sports

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