Büchertipps für Läufer

Irgendwann kommt jeder Läufer, sei es Hobbysportler oder ambitionierter Läufer, an einen Punkt, an dem er sich intensiver mit seinem Sport beschäftigen möchte. Für Hobbyläufer lohnt es sich meistens nicht, einem Verein beizutreten oder einen Personal-Trainer anzustellen. Um sich trotzdem ein Mehrwissen aneignen zu können, kann man aus einem großen Fundus an Literatur auswählen.
Die große Auswahl wird allerdings wieder zu einem Problem: Sie ist so groß, dass man sich oft nicht für eins entscheiden kann. Außerdem ist nicht jedes Buch für jeden geeignet. Deswegen hier ein paar Tipps von mir.
 
Laufen Sie mit – Dieter Baumann
Ein Buch für wirklich jeden Läufer ist Laufen Sie mit vom 5000m-Olympiasieger Dieter Baumann. Alle relevanten Themen wie Laufstil, Atmung, Ernährung, Laufbekleidung, Motivation Stretching und Kräftigung werden hier besprochen. Dazu gibt es ausführliche Kapitel zu Energiebereitstellung, Leistungsverbesserung und Trainingsmethoden. Es gibt sogar ein Extrakapitel für laufende Frauen.
Die Texte sind unterhaltsam, fachlich hochwertig und praxisorientiert geschrieben. Abgerundet wird Laufen Sie mit durch Trainingspläne von Dieter Baumann für alle Leistungsklassen und ein beigelegtes Trainingstagebuch um die eigenen Trainingsergebnisse eintragen zu können. Außerdem wird jedes Kapitel von einer Anekdote aus Baumanns Läuferkarriere eingeleitet.
Fazit: Laufen Sie mit richtet sich zwar vor allem an Laufanfänger, eignet sich jedoch auch für ambitioniertere Läufer. Der umgangssprachliche Schreibstil und die vielen farbigen Bilder machen das Buch lesenswert.
Alternative: Das große Laufbuch: Vom richtigen Einstieg bis zum Marathon: Alles, was man übers Laufen wissen muss von Herbert Steffny
 
Laufen -  Dr. Thomas Wessinghage
Ähnlich wie Laufen Sie mit ist Laufen von Dr. Thomas Wessinghage, einem anderen ehemaligen deutschen Spitzenathleten. Laufen ist ähnlich aufgebaut Baumanns Buch, bietet aber zusätzlich ein großes Kapitel zu Gesundheit und Laufen mit Themen wie Laufen im Alter oder Laufen und Schäden am Bewegungsapparat. Das Buch richtet sich zwar auch an Einsteiger, ist aber eher für Fortgeschrittene geeignet, da es ein gewisses Maß an Läuferfachvokabular voraussetzt. Für diese ist es aber sehr gut geeignet, da es sehr umfassend informiert und zusätzlich durch Trainingspläne von Spitzenathleten motiviert.
Einziger Wermutstropfen ist die Qualität der abgedruckten Bilder. Man sieht ihnen ihr Alter einfach an. Positiv ist jedoch, dass die Bilder farbig sind.
Fazit: Für fortgeschrittene Läufer sehr gut geeignet. Sehr umfassendes Werk mit vielen praktischen Tipps. Die Qualität der Bilder und das benötigte Vorwissen trüben den Gesamteindruck nur sehr gering.
Für alle Hochleistungs- und Profisportler gibt es leider nur sehr wenig deutschsprachige Literatur. Hier empfehle ich englische Bücher. Bei der Auswahl habe ich aber darauf geachtet, dass diese mit einigermaßen guten Englischkenntnissen gut zu verstehen sind.
 
High Performance Middle-Distance-Running – David Sunderland
Meine Empfehlung für alle Läufer die Bahnwettkämpfe laufen. Geschrieben vom britischen Nationaltrainer für die Mittelstrecke. Es gibt sehr viele Hinweise  und Tipps zum Lauftraining aber auch für Trainer. Sunderland betrachtet jeden Aspekt, mit dem sich Topathleten außerhalb des Sports konfrontiert sehen und zeigt Lösungen auf. Das ganze wird mit schönen und hilfreichen Fotos veranschaulicht, die leider nur in schwarz/weiß gedruckt sind.
Fazit: Für alle Hochleistungsportler, die ohne Trainer trainieren oder mal etwas Neues ausprobieren wollen, ein absolutes Muss. Aber auch für Trainer sehr gut geeignet. Negativ sind nur die Farbe der Bilder und die englische Sprachausgabe.
Alternativen: Winning Running und Better Training for Distance Runners, beide von Peter Coe, dem Vater des ehemaligen Weltrekordhalters Sebastian Coe.
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