Bouldertrip in die innere Mongolei

Ich möchte euch hier von einem der faszinierendsten Erlebnisse meines Lebens und zugleich der schönsten Landschaft, die ich je gesehen habe, erzählen. Im Frühjahr 2008 fuhren wir von Beijing aus mit einer Gruppe Kletterer in die innere Mongolei um dort in der Wüste zu bouldern.
Es ist ein geheimer Ort, den nur wenige Leute kennen, dementsprechend begegneten wir auch keiner Menschenseele. Die 12-stündige Fahrt im engen, klapprigen Bus war eine regelrechte Tortur und als wir ankamen, war der Himmel bedeckt und die Landschaft, vor allem Sanddünen, gesprenkelt mit ein paar Felsblöcken und Büschen, sah recht unspektakulär aus. Wir stellten die Zelte auf, nahmen die Crashpads aus dem Bus und erkundeten die Umgebung.
Magische Sonnenuntergänge und das Rauschen des Windes
Langsam dämmerte es und die Wolken begannen sich zu verziehen. Wir erreichten eine kleine Anhöhe und konnten zum ersten Mal die komplette Landschaft überblicken, Sanddünen soweit das Auge reichte! Jetzt riss auch der Himmel komplett auf und die untergehende Sonne tauchte alles in ein tiefrotes Licht – Sonnenuntergänge in der Wüste sind tatsächlich eine magische Angelegenheit. 


Nach einer kurzen Nacht standen wir um 5 Uhr morgens auf, um diverse Boulderprobleme zu erkunden. Wir erkletterten die Anhöhe vom Abend zuvor und diesmal war kein Wölkchen mehr am Himmel. Das einzige Geräusch waren ein paar Vögel und das Rauschen des Windes. In diesem strahlenden Morgenlicht sah man nun die ganze landschaftliche Vielfalt, die Sanddünen waren durchzogen von blauen Seen und grünen Büschen.
Im Wunderland der Überhänge, Risse und Kanten
Wir liefen um die Wette, um den nächsten, besten Boulder zu entdecken und versuchten uns immer wieder bewusst zu machen, dass wir sehr wahrscheinlich die Ersten waren, die Hand an diese Felsen legten. Wir wanderten immer weiter in die Wüste hinein und versuchten uns an Rissen, Slopern, Verschneidungen, Überhängen und Kanten bis es Zeit wurde, den Rückweg anzutreten.
Das sind die Erlebnisse, bei denen man im Nachhinein das Gefühl hat, mal kurz wie Alice im Wunderland in einer anderen Welt gewesen zu sein. Und dadurch, dass es mir unmöglich wäre, jemals wieder den Weg zu dieser faszinierenden Location wiederzufinden, ist es auch genau das in meiner Erinnerung, ein Wunderland :).


 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 

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