Bouldern: Tipps für Anfänger

Bouldern macht Spaß und ist absolut im Trend - auch bei Kletterlaien. Man braucht nicht so viel Material und Material-Know-How wie beim Klettern, die objektive Gefahr des Sicherns fällt weg, jeder ist für sich selbst verantwortlich und man kann im eigenen Tempo an die Sache rangehen.
Falls ihr also Boulder-Anfänger seid oder das erste Mal einen Trip in die Boulderhalle plant, hier ein paar Tipps für euch:
Material und Bekleidung
Falls ihr noch keine Kletterschuhe besitzt und euch unsicher seid, ob ihr beim Bouldern bleibt, könnt ihr euch in den meisten Hallen welche ausleihen. Ein paar dünne Socken sind dann nicht schlecht, um nicht den ganzen Fuß-Mief abzubekommen :-) Allerdings ist die eigene Boulder-Performance mit eigenen, richtig passenden Schuhen wirklich um einiges besser, daher sollte man sich welche kaufen, sobald man regelmäßig bouldern geht.
Ein Chalkbag oder eine Tube Flüssigchalk ist wichtig, um beim Bouldern keine schwitzigen Hände zu bekommen. Gerade bei kleinen kniffligen Griffen oder Slopern macht das einen großen Unterschied – auch bei Anfängern! Achtung, in vielen Kletterhallen ist der lose Chalk mittlerweile verboten, weil zuviel Feinstaub in der Luft entsteht.
Am besten bequeme Jogging-, Radler- oder Yogabekleidung anziehen, man muss sich gut bewegen können. Hosen, die über die Knie gehen sind für Anfänger nicht schlecht, da man öfter mal an der Wand entlang schrammt.
Verletzungsgefahr
Auf keinen Fall sollte man sich am Anfang überfordern. Bouldern ist eine sehr intensive Sportart, die Haut an den Händen, die Gelenke und die Muskeln werden extrem strapaziert und wenn man nicht aufpasst, holt man sich am Anfang schnell Verletzungen.
Sobald die Hautan den Fingern rot wird und schmerzt, sollte man entweder aufhören, oder die Finger mit Tape umwickeln. Wenn man sich einmal Blasen gebouldert hat, braucht es einige Zeit bis die Haut wieder heilt – nicht gerade förderlich für den Trainingseffekt!
Trainingstipps
Nach ein paar Aufwärmungsrunden mit leichten, längeren Bouldern sollte man die Arme und Beine gut dehnen, ebenso die Finger. Danach kann man mit schwierigeren Routen anfangen, sich zum Top-Level steigern und zum Abschluss noch ein, zwei leichtere Routen zum „ausbouldern“ machen. Danach nochmal dehnen. Anfangs ist es normal, dass man nach einer oder eineinhalb Stunde bereits ausgepowert ist!
Boulder-Fachgesimpel
„Zu“ sein ist ein Ausdruck, der den Blutstau in den Unterarmen beschreibt. Er führt dazu, dass man nicht mehr so gut zugreifen kann und man sollte diesen Zustand vermeiden. Bei Anfängern kommt es sehr schnell zu einem Blutstau, vor allem wenn man zu schnell zu schwere Routen geht. Daher gilt die Devise: Langsam steigern, zwischendurch ausreichend Pausen machen und die Arme und Finger dehnen und massieren. Ist man einmal „zu“ kann man eigentlich auch nach Hause gehen, denn dann dauert es einige Zeit, bis die Unterarme sich wieder erholt haben – schade nach der dritten Route!
Allgemeines Verhalten
In Boulderhallen ist oft viel Betrieb und es kann sein, dass man bei Routen „anstehen“ muss. In diesem Fall gilt, sich auch mal umzuschauen um niemandem den Vortritt wegzunehmen, beziehungsweise auch mal andere Boulderer an das aktuelle Problem zu lassen – man lernt auch viel vom Beobachten.
Unkontrollierte Stürze sollte man weitgehend vermeiden und darauf achten, dass die anderen unten Platz machen, wenn man loslegt. Ebenso sollte man selbst nicht blind durch die Boulderhalle stolpern, sondern schauen, wo gerade geklettert wird und dementsprechend Abstand halten.
Fazit
Es geht als Boulder-Anfänger nicht darum, möglichst schnell die Muskeln spielen zu lassen und die schwersten Routen anzugehen, auch wenn die Kumpels vielleicht schon soweit sind. Ziel sollte es sein, die Technik im gleichen Maße wie die Muskeln aufzubauen und dabei nicht die Haut oder die Gelenke zu überlasten. Viele Boulderhallen bieten Kurse an, man kann sich aber auch bei Fortgeschrittenen Tipps holen. Und dann steht einer guten Boulderkarriere eigentlich nichts mehr im Wege!
Newsletter