Blasen beim Wandern – wie kann man sie verhindern?

Den meisten von euch wird dieses Szenario geläufig sein: man packt begeistert seine neuen Wanderschuhe aus und schreitet beherzt den Berg hinauf… und nach schon nach 15 Minuten bemerkt man ein Brennen am kleinen Zeh, am Ballen oder an der Ferse und man weiß jetzt schon, dass diese Tour kein Genuss werden wird, denn an dieser Druckstelle wird sich höchstwahrscheinlich eine Blase bilden.
Wie entstehen Blasen?
Blasen beim Wandern entstehen durch Reibung zwischen Socken und Haut, hierbei lösen sich die Hautschichten voneinander und der Zwischenraum füllt sich mit Flüssigkeit. Entgegen dem Instinkt, bei Druckstellen die Schuhe zu lockern, sollte man also genau das Gegenteil tun und prüfen, ob die Schuhe an bestimmten Stellen nicht enger geschnürt werden sollten, um Reibung zu verhindern.
Die häufigste Ursache von Blasen sind natürlich neue und nicht eingelaufene Schuhe. Da man im Laden selbst auch mit der besten Beratung nicht genau wissen kann, wie gut die Schuhe nach 5 Stunden bergauf und bergab wirklich taugen, bleibt hier immer ein Restrisiko bestehen. Aber keine Sorge, auch wenn der Schuh zunächst einmal drückt und Blasen entstehen, kann er trotzdem später noch zu einem Lieblingsschuh werden.
Mein Tipp daher: immer zweigleisig fahren. Die neuen Schuhe auf kürzeren Wanderungen und Spaziergängen (auch mal beim halbstündigen Abendspaziergang) einlaufen und für die längeren Wanderungen noch die alten Schuhe verwenden, dann langsam tauschen. Daher solltet ihr besser schon früher an neue Wanderschuhe denken und nicht erst, wenn sich bei den alten die Sohle ablöst oder sie bereits im Mülleimer gelandet sind.
Feuchtigkeit und Hitze erhöhen ebenfalls die Reibung. Die Füße werden größer bei Hitze und Blasen entstehen schneller. Das A und O ist auch in diesem Falle ein guter, atmungsaktiver Schuh, der auch von außen keine Nässe hineinlässt.
Wie kann man Blasen vorbeugen?
Neben gut passenden Schuhen gibt es heutzutage auch eine große Auswahl an guten Wandersocken, die an den reibungsintensiven Stellen verstärkt sind, keine Falten werfen und die Feuchtigkeit nach außen transportieren.
Hirschtalg oder spezielle Antiblasencremes machen die Fußhaut geschmeidig und verhindern so das Wundwerden der Füße. Wer öfters in der Saison wandern geht, sollte seine Füße regelmäßig damit behandeln, zudem am Abend vor der Wanderung und mindestens eine Stunde vor dem Start. Hirschtalg riecht auch angenehm und wirkt so gegen Fußgeruch.
An besonders anfälligen Stellen empfiehlt sich ein Anti-Blasen Stick, der wie ein Gleitfilm auf der Haut wirkt und so Reibung und Feuchtigkeit reduziert.
Wer leicht an den Füßen schwitzt, sollte sich ebenfalls ein paar Reservesocken mitnehmen. Wenn man bereits merkt, dass der Schuh an einer bestimmten Stelle drückt, hilft es oft, die Schnürung anzupassen. Ich hatte z.B. bei meinen alten Trekkingschuhen eine Druckstelle am kleinen Zeh und habe dann beim Schüren einfach eine Öse ausgelassen. Letztendlich haben sie mich dann bis zum Mount Everest treu begleitet!
Linderung bei bereits entstehenden Blasen
Wenn man bereits eine Druckstelle identifiziert hat, sollte man sofort handeln und ein geeignetes Druckstellenpflaster an der Stelle anbringen. Am besten nochmal mit Leukoplast fixieren, da diese Pflaster an stark beanspruchten Stellen gerne mal verrutschen.
Wenn eine Blase entstanden ist, helfen Blasenpflaster, die man auf die Blase klebt und erst wieder entfernt, wenn sie quasi schon von selbst abfallen.
Blasen sollte man übrigens weitgehend in Ruhe lassen damit sie von selbst heilen können. Die Blase sollte niemals aufgeschnitten werden und höchstens angestochen werden wenn sich sehr viel Flüssigkeit angesammelt hat. So bleibt das Risiko einer Infektion am geringsten.
Also nur Mut, auch bei Druckstellen gibt es eine Menge, was ihr gegen Blasen tun könnt - ohne gleich in neue Schuhe investieren zu müssen. Als Notfallpaket nehmt ihr am besten immer ein Druckstellenpflaster, ein Blasenpflaster, Leukoplast, ein Taschenmesser und Hirschtalg mit auf eure Touren.
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