Bikepark im UNESCO Welterbe „Oberes Mittelrheintal“

In Teil 1 meines kleinen Outdoor Erlebnisses im schönen Rheintal habe ich den Klettersteig in Boppard getestet. Nachdem ich die schöne Aussicht genossen habe, geht es nun ans Biken. Ich wusste nun auch, warum das Bike im Kofferraum auf mich wartete.


Am Einstieg des Bikeparks ist der „Dirt-Park“, der für den Anfänger bis hin zum Profi alles bietet. Mit den 4 Lines werden alle Geschmäcker bedient. Für die ersten Sprungversuche bietet die Beginnerline Sprünge, die zwischen 50 cm und 1,5 m weit gehen. Die Hügel können auch problemlos überrollt werden. In der zweiten Line geht es dann schon bis zu 4 m weit, wobei auch hier die Schanzen überrollt werden können. Für Line 3 und 4 muss man schon wissen, was man tut, aber das einfache Zuschauen der Könner begeistert schon. Die Sprünge hier sind über 4 Meter hoch und es gibt „Doubles“ - bedeutet: Schanze – nichts – Landehügel. Für beide Lines gibt es Holzrampen, die die Beschleunigung vereinfachen. Die Holzrampen sind meist abgeschlossen und werden vom Bikeparkteam in Anwesenheit geöffnet.


Also ab ins Tal, um das Rad zu holen – oben wieder angekommen, hatte sich die Zahl der „Dirt-Biker“ erhöht. Nach einigen Versuchen stand ich wieder bei der Einfahrt und ein Mitglied des Bikeparkteams kam mir entgegen. Er fuhr zur Rampe, schloss das Seil auf und machte sich bereit. Was sich mir dann bot, ließ mich an einen „Funsport Film“ auf YouTube denken. Es handelte sich bei dem Mitglied des Bikeparkteams um Amir Kabbani, dem ortsansässigen Pro-Rider, der sich dort bereit machte.


 
Amir Kabbani, Mountainbiker des Jahres 2009 und 2010, der sich in mehreren internationalen Wettbewerben topplatziert hat, gewann zusammen mit dem Filmemacher Lukas Tielke mit dem Film „In the woods“ in diesem Jahr den deutschen Web Video Award in der Kategorie „Action“. In diesem Film bekommt man den besten Überblick über den gesamten Bikepark Boppard und über das beeindruckende Talent von Amir.
Nach dem Zuschauen wollte ich dann die Downhill/Freeride -Strecke erkunden, die direkt am Dirtpark beginnt. Nach den beschriebenen Lines 1 oder 2 geht es in mehrere eng angelegte Kurven und Sprünge. Nach

einem schnelleren Teil mit weiten Sprüngen, die alle gut umfahrbar sind, geht es in Steilkurven mit Sprung. Die folgende Straßenkreuzung gibt einem die Möglichkeit, durchzuatmen, um danach zu einigen „Northshore Elementen“ - also Sprünge aus Holz – zu gelangen. Nach ein paar „Drops“ und weiteren weiten Sprüngen gabelt sich die Strecke in einen engen und in einen technischen Teil. Nach kleineren Elementen kommt man zu einem größeren Wallride, einer aus Holz bestehenden Steilkurve, die dann auch das Ende des Trails markiert. Laut Betreiber ist die Strecke 1,1 km lang und hat einen Höhenunterschied von ca. 200 m. Vom Ende des Trails aus geht es gemütlich auf der Straße hinab zum Sessellift, der Biker und Bike für kleines Geld wieder zurück zum Anfang der Strecke bringt. Allerdings wurde mir gesagt, es ginge schneller, das Rad hochzuschieben. :)
Alles in allem hat mich Boppard mit seinen zwei Gesichtern sehr beeindruckt: Der sportlich alpine Klettersteig mit dem „Welterbe Ausblick“ und der action- und adrenalingeladene Bikepark mit der Dirt- und Freeride-Strecke. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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