Ausrüstung im Klettersteig

Gut behütet an der Wand, oder: Vorbereitung ist die halbe Miete
 
Im ersten Teil der Blogreihe zu den Klettersteigen habe ich Euch den wichtigsten Bestandteil der Ausrüstung für einen Eisenweg und seine Funktionsweise vorgestellt: Das Klettersteigset, das im Notfall als Lebensretter einen Absturz verhindert. Wie das Equipment komplett wird, das man für den Gang in einen Klettersteig benötigt, und was es bei der Vorbereitung zu beachten gibt, wenn man die Gefahren an der Felswand minimieren möchte, erläutere ich im zweiten Teil der Reihe.
 
Helm & Co. – Die nötige Sicherheit durch das richtige Material
 


Ein absolutes Muss, wenn man an den Felsen geht, ist ein geeigneter Helm. In der Vertikalen können sich immer wieder Steine lösen; Kletterer, die weiter oben im Eisenweg unterwegs sind, können Geröll lostreten, vor dem man den Kopf schützen muss. Auch beim Helm sollte man unbedingt das richtige Material dabeihaben: Fahrrad- und Skaterhelme sind ungeeignet und bieten bei Steinschlag keinen ausreichenden Schutz. Handschuhe verhelfen zu einem besseren Halt und schützen Handflächen und Finger vor Schwielen und Verletzungen durch das Drahtseil, von dem spitze und scharfe Litzen abstehen können. Geeignete Schuhe geben Stabilität und ermöglichen ein gutes Gespür für den Felsen – Trekkingschuhe sind für diesen Zweck perfekt. Auch über die Kleidung, in der man den Klettersteig angehen möchte, sollte man nachdenken: Wenn sie eng am Körper anliegt, versperrt sie nicht den Blick auf die Füße und verfängt sich nicht in den Haken und dem Drahtseil des Eisenwegs. Wer ein Kälte- und Wetterschutzteil im Rucksack mitnimmt, ist vor kühlen Überraschungen sicher: Je weiter es im Klettersteig nach oben geht, desto tiefer kann das Thermometer sinken.
 
Man muss kein Prophet sein – wissen, was auf einen zukommt
Die richtige und vollständige Ausrüstung gibt die nötige Sicherheit, um eine Tour durch einen Klettersteig genießen zu können. Wie immer, wenn man in den Bergen unterwegs ist, gilt jedoch auch bei den Eisenwegen, dass eine vorausschauende Planung die halbe Miete ist: Man sollte wissen, was auf einen zukommt. Das gilt besonders für das Wetter – und das nicht nur, um im Vorfeld die richtige Bekleidung auswählen zu können. Regen und Schnee machen den Felsen und die Eisentritte glatt und rutschig, ein Gewitter ist so etwas wie der ‚Worst Case‘ in einem Klettersteig. Schließlich ist man in einem Eisenweg von metallischen Teilen umgeben, und das Sicherungsseil kann wie ein Blitzableiter wirken. Wichtig ist daher, sich den lokalen Wetterbericht anzusehen und die Vorhersage in die Planung einzubeziehen. Bei der Vorbereitung sollte man sich außerdem die Frage, ob der Klettersteig und die eigenen Fähigkeiten zusammenpassen, möglichst ehrlich beantworten. Die Eisenwege sind in fünf Schwierigkeitsgrade eingeteilt – sowohl Anfänger als auch Erfahrene finden so den richtigen Klettersteig, der ihrem Können entspricht. Wer sich im Vorfeld über den Schwierigkeitsgrad des Eisenweges informiert, kann entscheiden, ob er sich dem ausgewählten Klettersteig gewachsen fühlt, oder ob er nicht vielleicht doch einen weniger anspruchsvollen Eisenweg auswählen sollte. Gerade Anfänger sollten sich langsam steigern und sich an die höheren Schwierigkeitsgrade schrittweise herantasten.
 
Vier Augen gegen Flüchtigkeitsfehler
Bevor es losgeht, sollte man sich am Einstieg des Klettersteigs Zeit nehmen, um die Ausrüstung noch einmal zu prüfen und richtig anzulegen. Das beste Mittel, um dabei Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden, ist ein Partnercheck, bei dem man sein Gegenüber genau unter die Lupe nimmt – vier Augen sehen einfach mehr als zwei. Ist unser Equipment vollständig und funktionstüchtig, haben wir alles dabei? Sind Klettergurte und Klettersteigsets richtig angelegt, sitzen die Helme gut? Fühlen wir uns fit und der kommenden Aufgabe gewachsen? Dann kann’s ja losgehen: Auf in die Wand!

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