Auf Tuchfühlung mit den Golfstars oder „wirf den Schläger immer in die richtige Richtung“


Bei der diesjährigen Jubiläumsausgabe der BMW International Open im Golfclub Eichenried bei München kamen insgesamt 156 Profigolfer und eingeladene Amateure zusammen, um um ein Preisgeld von insgesamt 2 Millionen Euro zu spielen. Und ich war dabei!
Vorweggenommen gleich dies: ich habe nichts gewonnen. Ich habe noch nicht einmal den Cut geschafft, um überhaupt ins Preisgeld zu kommen. Das lag aber nur daran, dass ich wieder als freiwilliger Helfer bei den 25. Open mit dabei war.
Freiwilliger PGA-Scorer und wutentbrannte Schläger-Weitwürfe
Ohne freiwillige Helfer kann ein Turnier dieser Größenordnung nicht stattfinden. Sie sind verantwortlich für die Ruhe und Ordnung am Abschlag, auf dem Platz und um die Grüns. Sie bedienen die Leaderboards, auf denen die Ergebnisse angezeigt werden oder laufen als Carryboard oder PGA-Scorer bei einem Flight mit, um das jeweilige Ergebnis anzuzeigen bzw. an die Wettspielleitung nach jedem Lochmitzuteilen. Meine Aufgabe war die des PGA-Scorers.
Mir kam es dann am Finaltag auch zu, einen Referee zu holen, nachdem der Spieler nach einem missglückten Abschlag seinen Ball in einer misslichen Lage im hohen Rough nur zwei Meter neben dem Fairway vorfand und vom Referee eine Spielerleichterung bestätigt haben wollte. Die bekam er aber nicht und so schmiss er vor Wut seinen Schläger nach drei weiteren Schlägen in hohem Bogen über mannshohes Gestrüpp in einen Baum. Bereits an Loch drei kein Wedge mehr zu haben, wenn man um den Sieg mitspielen will: nicht schön!
Emotionen, Spitzengolf und ein Biergarten
Aber auch die vorigen Tage waren die Reise nach München wie immer absolut wert. Als Scorer läuft man direkt mit den Spielern, sieht deren Herangehens- und Spielweise, bekommt die Emotionalität mit und kann sich auch über Gott und die Welt mit ihnen und deren Caddies unterhalten. Dabei kann es vorkommen, dass man auch nach der Runde noch im Verpflegungszelt oder auf der Terrasse zusammensitzt. Toll ist ebenfalls die Public Area, eine der größten auf der Tour, sogar weltweit. Mit all den Ausstellern für Golfequipment, Reisen und Freizeitaktivitäten und natürlich, der Biergarten! Insgesamt herrscht in München immer eine relaxte Stimmung sowohl bei Spielern und als auch bei Zuschauern, da für alle ein abwechslungsreiches Programm geboten wird.
Was kann man also aus einem Besuch eines Profiturniers lernen? Die Spieler haben das gleiche Material wie der Normalgolfer, schlagen aber komischerweise trotzdem damit weiter. Gute Schläge aus unmöglichen Lagen kommen nicht nur im Fernsehen vor. Ein Dreiputt passiert auch den Besten. Es lohnt sich immer, bei den unbekannteren Spielern mitzulaufen, da man freie Sicht auf sie hat, und sie ebenfalls Spitzengolf bieten. Und schließlich, wirf den Schläger immer in Spielrichtung, denn normalerweise klettert noch nicht mal ein Caddie auf Bäume!
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