Auf königlichen Spuren - Mit dem Bike von Schloss zu Schloss

Der Ludwig war schon einer! Wo auch immer ein schönes Fleckchen ist, ließ der frühere König von Bayern ein Schlösschen errichten – Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee. Und eben auch in den Bergen: das Königshaus am Schachen auf knapp 1900 m, unterhalb der markanten Partenkirchner Dreitorspitze.
Ein sportlich-kultureller Tagesausflug
Und wo ein Schloss ist, da ist in der Regel auch ein Weg! Aus dem Tal führt ein bequemer Schotterweg bis ganz nach oben, auf dem sich schon Ludwig hinauffahren ließ. Dieser Teil der Tour – von Schloss Elmau bis zum Schachenschloss – ist übrigens eine der klassischen Garmischer Bike-Touren und ein lohnender Tagesausflug: Sowohl kulturell, als auch landschaftlich und sportlich wird einiges geboten. Und wem die 1000 Höhenmeter nicht reichen, kann natürlich auch noch weiter Richtung Meilerhütte aufsteigen – zu Fuß.
Auch für uns wird es so langsam ernst: die Abfahrt führt über 700 Hm ins Rheintal, erst durch eine Felswand, dann durch steilen Bergwald. Auf der Karte treffen sich Weg und Höhenlinien fast im rechten Winkel, das sieht steil aus!


Von Schlüsselstellen und... ach ja… Schlüsselstellen!

Und so fühlt es sich auch an! Schlüsselstelle um Schlüsselstelle arbeiten wir uns vorwärts, mal ist es eine hohe Felsstufe, dann eine enge Kehre, oder eine fiese Wurzel, oder eine rutschigen Holztreppe, oder eine extrem ausgesetzte Passage... oder einfach alles zusammen! Eine unglaubliche Tüftelei ist das, und obwohl die Temperaturen ideal sind, geht uns schon bald das Trinkwasser aus. Zudem werden wir von dutzenden Wanderern überholt – auf der Abfahrt! Aber egal, ist ja kein Rennen.
„Ist ja gar nicht so schwer!“
Nach einer kleinen Ewigkeit erreichen wir schließlich den Wald und können unsere Trinkblasen an einem kleinen Bach auffüllen. Die Pause ist auch dringend notwendig, denn inzwischen lässt auch die Konzentration deutlich nach. Ich treffe keine Linie mehr richtig sauber, fahre gegen jeden Stein, rutsche von jeder Wurzel ab, verpasse jede Kurve... OK, ganz so schlimm ist es nicht, aber so langsam freuen wir uns auf das Ende der Abfahrt.


Davor geht’s aber noch mal richtig zur Sache und an einer steilen Felsplatte beiße ich mir noch mal so richtig die Zähne aus. Dabei ist es gar nicht so schwer: Anfahren, nach rechts lenken, Hinterrad versetzen, Bremse auf und ab geht’s. Das Problem dabei ist nur: die Felsplatte ist sau steil! So dass man das Hinterrad kaum anheben kann, ohne einen Abflug über den Lenker zu machen. Zudem ist der Felsen auch recht rutschig, wodurch Aktionen wie bremsen und lenken ziemlich schwierig werden.
Irgendwann klappt es dann doch und wir rollen überglücklich und völlig erschöpft nach Hause. Als König hat man’s sicherlich einfacher...

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