Auf die Zugspitze über den Stopselzieher-Weg

Auf die Zugspitze über den Stopselzieher-Weg
Auf die Zugspitze über den Stopselzieher-Weg

Dauer/Länge:1.750hm, 5,5 Stunden
Höchster Punkt: Zugspitze, 2.962m
Startpunkt: Talstation Ehrwalder Zugspitzbahn
Schwierigkeitsgrad: anspruchvoll, ausdauernd
Ausrüstung: Trekking- / Bergstiefel, Helm, Klettersteigausrüstung
Anfahrt/Parken: parken an der Ehrwalder Talstation
Einkehrmöglichkeit: Wiener Neustädter Hütte, Zugspitze Gipfelrestaurants

Deutschlands höchsten Berg kann man auf diversen Wegen besteigen, und auf all diesen Wegen ist immer viel los. Der direkteste Weg auf die Zugspitze verläuft über die Westseite, von der Talstation der Ehrwalder Zugspitzbahn über die Wiener Neustädter Hütte und den Stopselzieher-Weg, ein leichter, aber langer Klettersteig. 1.750 Höhenmeter im Aufstieg ist eine Ansage und erfordert schon ein gewisses Maß an Kondition. Aber dadurch, dass man auf dem Hinunterweg die Bahn nehmen kann, relativiert sich das Ganze etwas.

Ein unglaublicher Ausblick über die vielen Berggipfel
Ein unglaublicher Ausblick über die vielen Berggipfel

Für dieses Jahr stand eine Besteigung der Zugspitze unbedingt auf dem Programm, und so fahren wir eines Mittwoch Morgens im Juli um 6 Uhr von München los und sind um halb 8 an der Talstation der Zugspitzgondel startklar. Noch ist keine andere Menschenseele unterwegs, und wir freuen uns, den steilen Hang für uns alleine zu haben. 

Das Wetter ist auch blendend, keine Wolke am Himmel, aber der Hang aufgrund seiner Westlage noch im Schatten, was für den schweißtreibenden Aufstieg ideal ist.
Steiler Aufstieg bis zur Hütte
Steiler Aufstieg bis zur Hütte

Steiler Aufstieg bis zur Hütte

Beim Aufstieg zur Zugspitze gilt es, 1.750 Höhenmeter zu bewältigen, daher geht es gleich von Start weg steil los. Der Weg führt zunächst noch durch Kiefernwäldchen hinauf, wird dann aber immer gerölliger je weiter es in die großen Geröllfelder unter dem steilen Gipfelaufbau geht. Schafe weiden auf den steilen Matten und verirren sich teilweise in das Geröllfeld. Nach etwa einer Stunde quert der Weg nach links und man erreicht die übriggebliebenen Gebäude der alten Mittelstation, die es mittlerweile nicht mehr gibt.

Der Weg ist oft sehr abschüssig und rutschig durch das Geröll, und ich bin froh, dass ich hoch, und nicht runterlaufe. Die Sonne ist noch hinter der Zugspitze versteckt, aber bald gelangen wir auf ein kleines, hervorstehendes Plateau und dort erwischen uns die ersten Sonnenstrahlen. Wir machen eine kleine Pause, cremen uns mit Sonnenschutz ein und beobachten die Gondel, die direkt vor unserer Nase die Touristen hinaufbringt. Im Weiteren führt der Weg an der Nordflanke entlang, teilweise schon mit den ersten Kraxeleien, bis wir dann in einem Bogen bei der in einem Kar gut geschützt liegenden Wiener Neustädter Hütte ankommen.

Toller Ausblick von der Zugspitze
Toller Ausblick von der Zugspitze

Stopselzieher Klettersteig

Ab der Hütte ist dann schon deutlich mehr los, vielleicht haben manche dort übernachtet, einige kommen uns jetzt auch schon im Abstieg von der Zugspitze entgegen. Wir machen uns auf den Weg bis zum Einstieg vom Klettersteig, und legen unseren Helm und unsere Klettersteighandschuhe an. Wir entscheiden uns gegen das Klettersteigset, da der Steig technisch nicht besonders anspruchsvoll ist, andere aber legen es an dieser Stelle an.

Stopselzieher Klettersteig
Stopselzieher Klettersteig

Die steilsten und schwierigsten Stellen des Klettersteigs kommen gleich auf dem ersten Drittel, aber sie sind mit Eisenstiften und Sicherungen sehr gut ausgebaut. Danach geht es in endlos scheinender Kraxelei weiter den Hang hinauf. Mittlerweile auf über 2.000 Metern mit Händen und Füßen ist das ein ganz schönes Ganzkörpertraining, mir geht die Puste. Je höher wir kommen, desto häufiger brauche ich ein kleines Päuschen, um die Oberschenkel auszulockern und die Tiefblicke zu genießen. Der pompöse Gipfelaufbau und die Gebäude der Zugspitze wirken schon nahe, aber kommen tatsächlich nur langsam näher. Es ist fast ein bisschen surreal, wie man das Läuten der Bahn schon hört, aber noch mitten in der Wand steckt.

Nach etwa 5h gelangen wir auf den Grat und genießen den Blick auf das Zugspitzplatt und Richtung Osten und Süden. Das ist jetzt gefühlt unser Gipfelerlebnis, wir auf einer Bank alleine mit den Dohlen. Aber es sind immer noch 200 Höhenmeter zu bewältigen, Endspurt.

Als wir abgekämpft oben ankommen warten die Touristen schon auf der Stahltreppe mit ihren Softdrinks und Kameras.

Das Landschaftserlebnis ist vorbei, wir quetschen uns durch die Massen, machen noch schnell ein Gipfelfoto und nehmen die Gondel für stolze 27 € pro Person hinab nach Ehrwald.

Viel Spaß beim Wandern,

Eure Helen!

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