Athletenvorstellung Running-Team: Matthias Schrittenlocher

Mein Name ist Matthias Schrittenlocher und ich studiere im zehnten Semester Zahnmedizin an der Uni Heidelberg. Für das engelhorn sports Team starte ich seit einem Jahr. Wichtig ist mir, dass der Sport Spaß macht und mir die Möglichkeit gibt, mich weiterzuentwickeln.
Es gibt heutzutage viele Funsportarten. Wie bist du gerade zum Laufen bzw. zur Leichtathletik gekommen? Und was ist das Interessante daran?
Laufen ist für mich das reinste Gefühl der Bewegung und Bewegung hat mir immer schon Spaß gemacht. Emil Zatopek hat mal gesagt: „Vogel fliegt, Fisch schwimmt und Mensch läuft“. Besonders wenn man in einem guten Trainingszustand ist, gibt es einem ein unglaubliches Gefühl, zu spüren, zu was der Körper fähig ist, wenn man ihn auf eine derart fundamentale Art der Bewegung trainiert.
Was ist deine Lieblingsdiziplin? Bist du eher Mittel- oder Langstreckler bzw. Bahn oder Straßenläufer?
Eindeutig Langstrecke, da halte ich es auch wie Emil Zatopek, der die Lokomotive genannt wurde. Einmal in Fahrt ist sie nicht zu stoppen. Also im Laufsport bedeutet das für mich Marathon. In den letzten Jahren ist für mich dann auch noch der Triathlon dazu gekommen, sodass ich mich auch auf der Langdistanz, die meist unter den Namen Ironman bekannt ist, austeste.
Wo trainierst du am liebsten? Auf der Bahn, im Wald oder auf der Straße?
Die Mischung macht’s: an einem trockenen, heißen Tag Runden auf der Aschebahn zählen und seinem Körper alles abverlangen, am nächsten Tag gemütlich durch den Wald an einem plätschernden Bach entlangtraben oder auch mal bei Gewitter über die Hauptstraße rennen… Das sind die Läufe, die in Erinnerung bleiben und einem immer wieder neu motivieren.
Läufst du lieber in der Gruppe oder eher allein und warum diese Entscheidung?
In der Gruppe fällt es mir natürlich viel leichter an meine Grenzen zu gehen und auch die Stimmung und Motivation ist hier meist am besten. Ich brauche aber auch die ruhigen Läufe, bei denen ich mein eigenes Tempo gehen muss und mich nicht von anderen beeinflussen lassen darf. Würde ich immer in der Gruppe trainieren, hätte ich wohl sieben Wettkämpfe die Woche. Das ist zu viel.
Wie oft trainierst du die Woche?
Mein Training wird periodisiert. Im Winter sind es meist Trainingseinheiten mit 3-6 Stunden die Woche. In der Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt sind es zwischen 12 und 17 Studen die Woche
Wie schaffst Du es, diese Einheiten in den Alltag zu integrieren, ohne dass dabei dein Studium darunter leidet?
Das schaffe ich nicht. Irgendwie leidet alles ein wenig darunter, meine Freundin, andere Freunde und das Studium natürlich auch. Aber wenn ich den Sport nicht ausüben würde, wäre ich nicht die Person, die ich bin. Letzten Endes lernt man im Training und Wettkampf viel, was einen auch als Person und im Beruf weiter bringt. Nicht nur Ausdauer und Zähigkeit, auch der Umgang mit Niederlagen und das Wissen, dass es auch Wichtigeres im Leben gibt. Wer zu fokussiert ist, steht sich schnell selbst im Weg.
Das engelhorn sports Team wird seit dieser Saison von adidas ausgestattet. Dafür hat jeder Teamathlet eine komplette mi Team Ausstattung von adidas bekommen. Welches Kleidungsstück trägst du von deiner Teamausstattung am liebsten und warum?
Natürlich das Wettkampftrikot. Wenn ich das anhabe, dann weiß ich auch, dass es beim Startschuss in die Vollen geht. Ein kleines Vorgefühl hat man da auch, wenn man sich morgens nach dem Aufstehen am Wettkampftag die Wettkampfkleidung anzieht.
Der Faktor Motivation spielt im Sport eine wesentliche Rolle. Wie motivierst du dich für das Training bzw. für bevorstehende Wettkämpfe?
Ich laufe seit über 10 Jahren, ohne Training fehlt einfach etwas. Wenn ich dann noch einen zusätzlichen Kick brauche, dann hilft mir meist der letzte Wettkampf, bei dem ich um ein Haar nur Zweiter geworden bin, oder ich denke an das bevorstehende Event, für das ich mich angemeldet habe.
Welche Tipps würdest du Einsteigern mit auf den Weg geben, die mit dem Laufen anfangen möchten?
Man sollte nach den ersten Fortschritten nicht zu viel erwarten. In den ersten Wochen macht man schnell riesige Fortschritte. Auf die anfängliche Euphorie folgt dann schnell die Ernüchterung, weil es nicht mehr so schnell voran geht wie in den ersten Wochen. Man macht eventuell sogar Rückschritte oder verletzt sich. Wichtig ist es, das Ganze auf lange Sicht zu betrachten. Der Körper macht zwar in den ersten Wochen die schnellsten Fortschritte, aber insgesamt hört er nach 10 Jahren, bei regelmäßigem Training, immer noch nicht auf, weitere Fortschritte zu machen. Wer sich dessen bewusst ist, lässt sich von kleinen Rückschlägen, die oft der Grund sind warum man die Laufschuhe doch wieder im Schrank vergräbt, nicht beeindrucken und sieht die vielen Möglichkeiten, die Laufen eröffnet.
An welchem Rennen (an dem du noch nicht teilgenommen hast) möchtest du unbedingt einmal teilnehmen?
Da ich auch im Triathlon unterwegs bin möchte ich, sobald das Studium beendet ist, auch einmal auf Hawaii starten.
Was ist das Besondere am engelhorn sports Team?
Es ist nicht nur ein zufällig zusammengewürfelter Haufen von guten Athleten, sondern wir sind auch Freunde, die über die Jahre zusammengewachsen sind. Die meisten Mitglieder trainieren täglich zusammen und es gibt wenige Orte, die eine Freundschaft derart verbindet wie gemeinsames Leiden auf der Laufbahn. Besonders im Anschluss, wenn die Endorphine noch in den Adern pulsieren, fällt man sich oft glücklich in die Arme. Beim Auslaufen wird dann noch viel erzählt und gelacht.
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