André Schürrle: Mein Sport, mein Leben

Seit ich denken kann, war es mein großer Traum, Profifußballer zu werden. Als ich ein kleiner Knirps war, haben mich meine Eltern zum Verein gebracht und dort hat es mich dann gepackt. Mit fünf Jahren war ich natürlich noch ganz unbedarft und Fußball bedeutete einfach nur Spaß und mit den Freunden gemeinsam kicken. Über Talent und Karriere denkt man noch nicht viel nach und ich bezweifle auch, dass man in dem Alter schon irgendwelche Prophezeiungen aufstellen kann. Richtig ernst geworden ist es bei mir in der A-Jugend bei Mainz 05 und als ich in den Jugend-Nationalmannschaften spielen durfte. Irgendwann kam bei mir das Bewusstsein auf, dass ich es vielleicht wirklich schaffen kann und ich habe alles auf eine Karte gesetzt.
Der Weg zum Profifußball heißt aber auch, dass man auf so manches verzichten muss. Als meine Freunde zum Beispiel mit 17,18 zum ersten Mal in die Disco gingen und die ganze Nacht Party gemacht haben, war ich nicht mit dabei. Zielstrebigkeit und Disziplin haben mich auf meinem Weg zur Erfüllung meines großen Zieles weit gebracht. Ich habe jedes einzelne dieser Opfer gerne erbracht, weil ich genau wusste, wofür ich das tat. Immer hinter mir standen übrigens meine Eltern und meine große Schwester Sabrina, was extrem wichtig für mich war und nach wie vor auch ist. So kam dann eines zum anderen und jetzt bin ich da, wo ich immer hinwollte.
Aus meinem Leben als Profifußballer möchte ich euch ab sofort hier bei „sport up your life“ berichten. Fangen wir am besten mit dem an, was einen großen Teil meines Lebens ausmacht: meinem Alltag.
Viele stellen sich den Alltag eines Fußballprofis wahnsinnig glamourös und aufregend vor, aber ganz so ist es natürlich nicht. Für gewöhnlich stehen wir täglich auf dem Platz und haben Training. Wenn wir einmal am Tag Training haben, kann ich ein bisschen ausschlafen und stehe gegen neun Uhr auf, wenn wir zweimal Training haben, muss ich spätestens um zehn Uhr auf dem Platz bereitstehen. Dazu kommen auch noch Pressetermine, Autogrammstunden oder andere PR-Maßnahmen, die sich unter der Woche aber in Grenzen halten.
An den ruhigeren Tagen treffe ich mich meistens mit ein paar Kumpels zum Frühstück und dann geht’s erst am frühen Nachmittag ins Training. Auch wenn wir mit dem eigentlichen Training erst um 15.30 Uhr starten, müssen wir einiges früher da sein, um Krafttraining zu machen oder beim Physiotherapeuten vorbeizuschauen und kleinere Blessuren auszukurieren. Dann haben wir zwei Stunden Training, welches natürlich mehrheitlich auf dem Rasen stattfindet. Aber auch die Taktiktafel in der Kabine ist Teil unserer Trainingsarbeit - das sind dann die Einheiten, bei denen man mich vermutlich mit einem nicht ganz so begeisterten Gesichtsausdruck erwischt. So richtig Spaß habe ich bei Torschussübungen oder wenn wir offen spielen. Zu meinem Glück liegt das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis bei circa 5 zu 95, aber ich glaube, ich bin nicht der Einzige, der das gut findet.
Gegen 19 Uhr komme ich dann wieder heim. Bei den meisten steht da vermutlich kochen an, aber ich gebe es zu, das ist bei mir eher weniger der Fall. Ich bin ungerne allein und treffe mich lieber mit ein paar der Mannschaftskollegen, um gemeinsam mit ihnen essen zu gehen. Daheim haue ich mich dann meistens noch mal zum Entspannen auf die Couch, schaue mir einen Film an und dann geht’s auch schon wieder ins Bett. So glamourös sieht mein Fußballalltag aus.
Euer André
Gewinnt einen von fünf handsignierten Fußbällen!
Sagt uns in einem Kommentar, was ihr André Schürrle für die laufende Saison wünscht. Die Gewinner werden am Freitag, den 04.11.2011 hier auf dem Blog bekannt gegeben. Bitte beachtet die Teilnahmebedingungen.
Newsletter