André Schürrle – Kommunikation im Fußball

Hi Leute,
viele Fans fragen sich, wie Kommunikation innerhalb einer Fußballmannschaft so abläuft. Genau darüber will ich euch einmal aufklären, da ich denke, dass es wichtig ist, mit den Spielern zu sprechen und das nicht nur auf dem Platz. Das ist gerade bei ausländischen Spielern von großer Bedeutung.
Sie haben teils eine andere Kultur, fühlen sich fremd, unsicher und verstehen dazu nicht alles. Wenn man offen miteinander umgeht und solche Barrieren erst gar nicht aufkommen lässt, ist man schneller integriert und versteht auch schneller die Sprache.
Ohne Englisch geht es kaum


Denn Fußball ist vor allem eines: international! Spielverständnis und Laufwege erkennt man zwar oft intuitiv und die Trainer arbeiten auch oft mit Zeichnungen, aber wir können uns auch mit der Sprache verständigen. Zur Not geht das auch mit Händen und Füßen, aber es funktioniert.
Manchmal hilft auch ein Dolmetscher oder Mitspieler, der die Sprache kann. Richtige Sprachbarrieren gibt es kaum. Auch Englisch hilft da oft. Ich persönlich habe mit dem Englischen keine Probleme, das hatte ich ja jahrelang in der Schule, ein paar Brocken Spanisch und Französisch gehen auch.
Funkstille vor dem Spiel
Besonders wichtig ist es aber, zumindest ein wenig Englisch zu sprechen. Die Bundesliga wird mittlerweile in viele Länder übertragen. Englisch ist international, auch bei Reportern. Daher kommt es schon vor, dass man auch in Englisch Interviews geben muss oder auf Fragen antwortet.
Vor einem Spiel begrüßt man sich mit Kollegen von anderen Teams und wechselt auch ein paar Worte, aber grundsätzlich ist man auf das Spiel fokussiert und konzentriert sich. Auch mit Kumpels aus dem DFB-Team oder aus Mainz ist vor so einem Spiel in der Regel Funkstille und über das Spiel redet man vorher überhaupt nicht.
Auf dem Platz herrscht Zeichensprache

Auf dem Platz selbst gibt es übrigens sogar noch das alte „Leo“. Die meisten Zeichen auf dem Platz sind typische Handbewegungen, die weit verbreitet sind und die jeder versteht. Natürlich gibt es aber auch eine Art spezielle Zeichensprache innerhalb des Teams.
Man spricht sich da vor dem Spiel ab oder wird durch die Trainer instruiert. Während des Spiels versteht man akustische Anweisungen von Trainer und Mitspieler nämlich meistens nicht, da die Geräuschkulisse im Stadion meist doch sehr hoch ist. An die Seitenlinie geht man nur selten, um sich die Anweisungen abzuholen.
Rituale bei neuen und jungen Spielern
Wer jetzt denkt, dass wir die Anweisungen akustisch nicht so gut verstehen, weil unser Coach bei Bayer, Sami Hyypiä, ein so stiller Typ ist, der denkt falsch. Sami ist grundsätzlich ruhig und ausgeglichen, er kann aber auch explodieren und laut werden, wenn es mal nicht läuft oder etwas nicht funktioniert. Aber er hat eine sehr positive Ausstrahlung. Er ist vor allem ein guter Zuhörer und kann uns auch außerhalb des Platzes mit seiner Erfahrung viel mitgeben.
Wenn ein Spieler neu ins Team kommt, gibt es auch immer gewisse Aufnahmerituale. Meist sind es Spiele bei einem Mannschaftstreffen, oder der Neue muss etwas vorführen. Da gibt es meist großes Gelächter. Aber das hilft auch, sich mit Spaß im Team zu integrieren.  Das gilt auch für junge Spieler, welche die eine oder andere Aufgabe mehr übernehmen müssen wie zum Beispiel das Tragen der Ballnetze. Als ich in Mainz anfing, war das etwas Normales, aber darüber macht man sich keine großen Gedanken. Ich bin mir auch heute nicht zu schade, so etwa zu machen.
Euer Schü

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