Alpspitzferrata und Matthaisenkarsteig – eine höllisch gute Tour

600 hm Aufstieg, 1.800hm Abstieg, 8-9 Stunden
Talort: Hammersbach
Höchster Punkt 2.628m
Anspruch: mittel
Kondition: hoch
Die Alpspitze ist neben der Zugspitze der markanteste Berg im Wettersteinmassiv und daher oft begangen. Die Aussicht ist in alle Richtungen bombastisch und so kann es durchaus passieren, dass man auf der Alpspitz-Ferrata (auch „Nordwandsteig“ genannt) Schlange stehen muss. Wer genügend Power und Zeit mitbringt, kann jedoch den Abstieg über den Matthaisenkarsteig wählen und kommt so in punkto Bergesruh und wilde Kraxelei auf seine Kosten.
Eisenhaltiger Aufstieg
Man startet in Hammersbach und nimmt die Seilbahn (Alpspitzbahn) hinauf zum Osterfelderkopf – Preise und Öffnungszeiten findet ihr auf der Website der Zugspitze. Unweit von der Bergstation beginnt auch schon der Nordwandsteig, der von unten recht beeindruckend aussieht, da er mehr oder weniger schnurstracks die nördliche Flanke der Alpspitz hinaufführt!
Der Steig selbst bietet jedoch keine großen Herausforderungen, ist nie schwerer als B, und weist definitiv zu viel Stahlseil und Trittleitern auf. Selbstsicherung ist für Anfänger sicherlich empfehlenswert, wir haben aber größtenteils darauf verzichtet. Leider muss man besonders an den „Schlüsselstellen“ Schlange stehen, man ist aber trotzdem in ca. 2-3 Stunden auch schon oben.
Am Gipfel fängt der Spaß erst an
Die meisten nehmen den Abstieg über den Ostgrat, wir entschieden uns für die landschaftlich sehr reizvolle, aber auch sehr lange Tour über Matthaisenkarsteig und Höllental. Zunächst folgt man einem Teil des Jubiläumsgrates, der die Zugspitze mit der Alpspitze verbindet, bis ins Grieskar. Typisch Gratwanderung geht es auf und ab, teilweise versichert, teilweise nicht. Nach ca. einer Stunde erreicht man das Grieskar, jetzt geht der Weg steil bergab Richtung Höllental.
Man läuft, kraxelt und hangelt sich hinunter, Sicherungen sind eher spärlich, und die Bergflanke will nicht mehr aufhören... gute zwei Stunden ist man bestimmt unterwegs bis man den Fuß des Felsen und damit halbwegs horizontales Gelände erreicht. Ohne entsprechende Kondition können einem da schon mal die Arme und Beine schlapp machen. Aber das sollte besser nicht passieren, denn zur Höllentalangerhütte dauert es nochmals eine gute Stunde.
Der Weg führt in ansprechender Natur über Geröllhalden, durch Kiefernwäldchen und zum Schluss in steilen Kehren hinunter in die Höllentalschlucht, wo dann endlich auch ein kühles Getränk in der Hütte auf einen wartet. Hier kann man übrigens auch übernachten, aber unbedingt vorher reservieren!
Feuchtfröhliches Finale


Nach einer ausgiebigen Pause geht es den breiten und viel begangenen Weg durch das Höllental Richtung Hammersbach. Wer das Höllental nicht kennt – hier geht man fast eine Stunde lang durch eine tosende Klamm, man wird von allen Seiten mit Gischt und Wasser bespritzt und hier herrscht fast subtropisches Klima im Sommer. Auch dieser Weg zieht sich noch recht lange, bis man dann schließlich nach weiteren 2,5 Stunden wieder in Hammersbach ist.
Selten erlebt man auf einer Tour so viele unterschiedliche Geländearten, Stimmungen und Ansprüche, daher unbedingt empfehlenswert – aber nicht leichtfertig angehen, sondern mit genügend Proviant, Wasser, Isogetränken und Kondition ausrüsten!
 

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