Alles über Race und Allmountain Ski


Freeride-Ski und Touren-Bindungen schön und gut, aber jetzt will ich mich mal dem „normalen“ Ski für den Einsatz auf - und neben der Piste widmen.
Unterteilen lassen sie sich grob in Race und Allmountain Ski. Der augenscheinlichste Unterschied zwischen ihnen ist vor allem die Breite der Ski unter dem Fuß. Da aber noch viel mehr dahinter steckt, will ich euch einen kleinen Überblick geben.
Die Race Ski: schnell auf der Piste unterwegs

In der Kategorie Race sind vor allem sehr sportive Ski angesiedelt, die für das schnelle Fahren auf der präparierten Piste gedacht sind. Die Mittenbreite der Ski bewegt sich normalerweise zwischen 65 und 70 mm, wodurch sehr schnelle Kantenwechsel bei hoher Geschwindigkeit ermöglicht werden und der Ski sich so sehr direkt steuern lässt. Zusätzlich werden die Ski versteift, um ihnen einen härteren Flex zu geben, was zusätzlichen Druck auf die Kante bedeutet.
Bei den Versteifungen gibt es je nach Skimodell unterschiedliche Konzepte. So baut Atomic beim Redster Doubledeck GS und SL oder dem Nordica Dobermann Spitfire EDT eine Carbon-verstärkte 2. Lage auf den Ski, die dem Ski die nötige Steifigkeit gibt. Die Skispitze bleibt aber flexibel und ermöglicht durch einen sehr flachen Rocker von 10% extrem schnelle Kantenwechsel.
Stöckli (Laser SL und GS) und Völkl (Speedwall SL und GS) setzten eher auf einen traditionellen Aufbau mit 2 Titanallagen und einem durchgehendem Holz- oder Fieberglas-Kern. Diese 4 Modelle kommen auch ohne zusätzlichen Rocker aus, wodurch die Ski noch etwas direkter auf der Kante sind.
Was hat es eigentlich mit SL und GS auf sich?
Bei den Race Modellen gibt es so gut wie immer ein Slalom Modell (SL) und ein Riesenslalom Model (GS). Die größten Unterschiede sieht man vor allem im Radius der Ski - so liegen diese bei Slalom Ski bei etwa 11-12m (bei einer Skilänge zwischen 160cm und 165cm) im Gegensatz zu etwa 17-18m bei Riesenslalom Ski (Skilänge zwischen 175cm und 180cm). GS Ski sind in der Regel auch wesentlich härter und länger als SL Ski, um bei hoher Geschwindigkeit laufruhiger zu bleiben.
In der Regel gibt es neben den hoch-sportlichen GS und SL Modellen auch immer eine etwas weichere und leichter zu fahrende Variante z.B. Völkl UVO. Bei diesen Ski werden normalerweise auch leichte Rocker verbaut, um möglichst viel Fahrspaß bei mittlerer bis hoher Geschwindigkeit zu vermitteln.

Allmountain Ski: für Tiefschnee-Abstecher

Bei einem Allmountain Ski geht es vor allem um das Fahren auf der Piste mit gelegentlichen Ausflügen in den etwas tieferen Schnee. Vor allem soll der Ski aber sowohl auf verspurter, sulziger Piste als auch auf einer harten, fast vereisten Piste funktionieren. Es ist somit der vielseitigste Ski, der von jeder Könnerstufe gefahren werden kann.
Allmountain Ski zeichnen sich, wie oben schon kurz erwähnt, durch die etwas größere Mittenbreite von etwa 70mm bis 90mm aus. Der Radius ist normalerweise mit etwa 13-16m etwas länger als bei einem Slalomski, erreicht aber durch stärkere Rocker und Titanal-verstärkte Aufbauten sehr gute Griffigkeit.
Pistenorientiert oder doch lieber die sportliche Variante?
Auch bei Allmountain Ski gibt es sehr unterschiedliche Konzepte, um ein möglichst großes Fahrerfeld abzudecken. Pistenorientierte Ski wie der K2 Charger weisen sehr große Ähnlichkeiten mit einem Slalomcarver auf. Sie sind also recht schmal unter dem Fuß und eher für schnelle Fahrweise geeignet, dank Rocker und weicherem Flex können sie auch im Sulz punkten.
Zu den sportlichen Allmountain Ski, die trotzdem sehr gut in tieferem Schnee funktionieren, gehören z.B. der Atomic Nomad Blackeye Ti, der Nordica Hell&Back Burner oder der Salomon Enduro XT 800. K2 und Salomon setzen bei diesen Ski auf das oben erwähnte Titanal mit Holzkern und Nordica auf einen sehr steifen Pappelholzkern, wodurch alle 3 Ski zwar sportlich in großen Radien auf der Piste funktionieren, aber auch genug Auflagefläche aufweisen, um auf oder neben der Piste im Tiefschnee zu glänzen.
Manche Modelle sind sogar so breit, dass sie schon fast in die Richtung Freeride gehen. So haben der K2 Rictor 90 XTI, der Völkl RTM 84 und der Salomon Enduro XT 850 Mittenbreiten weit jenseits der 80mm und starke Rocker, die es dem Fahrer ermöglichen, ohne zu viel Kraftverbrauch auch abseits der Piste in sehr tiefem Schnee zu fahren. Beim Völkl RTM wird sogar ganz auf die sonst übliche Vorspannung verzichtet, wodurch der Rocker richtig stark zur Geltung kommt. Die ausgezeichneten Fahreigenschaften auf der Piste werden aber durch die Titanal-Lage und die seitlichen Holz-Versteifungen erreicht.
Zum Abschluss kann man sagen: der Trend geht zum immer breiteren Ski, da diese Bauart die größte Flexibilität bei jeder Schneelage bietet.
Mein Fazit: Probiert die Allmountain Ski aus, denn breitere Ski sind besser als man denkt :-)

Bilder: © Fischer
 
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