Abenteuer Nachtlauf: Mit der Stirnlampe zum Joggen


Mein Name ist Martin Stauder und ich bin überzeugter „Waldläufer“. Ich lebe im Odenwald, habe also das Privileg, dort trainieren zu dürfen, wo andere Urlaub machen. In der Vorbereitung auf meine bis jetzt größte sportliche Herausforderung den "Zugspitz Ultra Trail 2012“ durfte ich diverse Nachtläufe absolvieren. Zum einen sind die nächtlichen Einheiten in der Vorbereitung wichtig, da ein Teil der Strecke in der Nacht gelaufen wird, zum anderen habe ich aufgrund meiner beruflichen und familiären Einbindung oftmals am Tage keine Zeit.


Wer Waldlauf hört, assoziiert dies mit steilen bergauf Passagen, anspruchsvollen Wegen, die matschig und nicht beleuchtet sind, Begegnungen mit wilden Tieren und Einsamkeit. Dies trifft alles zu. Dass dies ein riesen Spaß sein kann und es wenig vergleichbare abwechslungsreichere Trainingsstrecken gibt, davon möchte ich euch überzeugen. Abenteuer Waldlauf, lasst uns mit Stirnlampen joggen!


 
 
Wenn der Tag nicht lange genug ist: Mit Stirnlampe joggen
 
Dieser Trainingslauf sollte einer der besonderen werden. Nach einem ereignisreichen Arbeitstag zog ich mir um 20 Uhr die Laufschuhe an und begab mich auf meine Laufstrecke von Altenbach im Odenwald Richtung Weißer Stein. Geplant waren ca. 20 km strammer Waldlauf. Da es hier auf dem Berg keine beleuchteten Laufwege wie im Delta gibt und man ab 19:45 Uhr schon kein Tageslicht mehr hat, hatte ich die Gelegenheit, meine neu erworbene Stirnlampe beim Joggen auszuprobieren. Die Lampe, das Model Myo RXP von der Firma Petzl hat eine maximale Leuchtkraft von 140 Lumen und gewährleistet auch bei schnellen nächtlichen Läufen im Gelände einen sicheren Tritt. Ich hatte mich für dieses Modell entschlossen, da ich für meinen Ultra Lauf im Juni einen großen Teil der Strecke in der Nacht absolvieren werde und auf eine gute Leuchtkraft und Leuchtdauer angewiesen bin.
Eingeschränktes Sichtfeld
Als ich in den Wald eintauchte, begann es bereits zu dämmern. Circa eine Stunde später erreichte ich den höchsten Punkt meines Laufes auf 550 m ü.N. Der Nachtlauf hat eine ganz besondere Atmosphäre. Die Sinne sind maximal geschärft. Das Sichtfeld ist durch den Lampenkegel eingeschränkt. Ich entscheide mich für die Streulichtfunktion an meiner Lampe, um auch den Seitenbereich besser ausleuchten zu können. Die Lampe macht einen guten Job, der Tragekomfort ist sehr gut. Ich vergesse fast, dass ich eine Lampe trage.
Tierische Begegnungen
Ich bin alleine im Wald, Nebel zieht auf, es regnet. Es geht mir gut. Bei nächtlichen Läufen ist es von Vorteil, wenn man die Strecken gut kennt und seine Stirnlampe beim Joggen richtig einstellt. Nachts sehen selbst bekannte Wege anders aus als am Tag. Durch das eingeschränkte Sichtfeld und den aufziehenden Nebel wird die Orientierung durchaus zur Herausforderung. Beim Blick in den Wald begegnet man hier und da reflektierenden gelben und roten Augenpaaren, Fledermäusen, Käuzchenn, Damwild, Wildschweinen, Tauben und vielem mehr. Am Anfang meiner nächtlichen Exkursionen hat mich das schon hier und da erschrocken; mittlerweile habe ich verstanden, dass die Tiere vor mir flüchten.
Essentiell: Der richtige Schuh

Auf einem Single-Trail geht es hinunter ins Tal Richtung Schriesheim. Eine Lichtung gibt den Blick ins Tal frei. Das Delta liegt beeindruckend schön mit tausenden von kleinen Lichtern vor mir. Der Boden ist mittlerweile durch den starken Regen sehr stark aufgeweicht und glatt. Das sind die guten Läufe, die nicht nur konditionell, sondern auch technisch anspruchsvoll sind und einen weiterbringen. Hier ist es wichtig, einen Schuh mit einem guten Grip zu tragen. Mein absoluter Favorit ist der Trailrunningschuh von Salomon, der XT Wings SLAB. Diesen Schuh gibt es in zwei Ausführungen, als Softground also mit grober Sohle ähnlich der Speedcross Sohle und mit normaler Trail Sohle. Ich trage den Schuh mit der „normalen “Sohle. Der Schuh ist leicht und passt sich dem Fuß gut an. Man steht sehr sicher in diesem Schuh, auch bei schwierigem Gelände.


 
Auf Höhe der Schriesheimer Burg hat mich die Zivilisation wieder. Jetzt muss ich noch das Tal hoch Richtung Altenbach, dann hab ich’s geschafft. Zufrieden und voller Eindrücke bin ich zu Hause angekommen, wo die beste Frau von allen bereits auf mich wartet.
Zusammenfassend bleibt folgendes festzustellen:
Nächtliche Läufe sollen gut geplant werden, das beinhaltet eine sehr gute Ortskenntnis, gutes Schuhwerk und eine funktionale Stirnlampe beim Joggen.
 
Picture "Header" by Scott Markewitz @ Salomon
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